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Exporte und Auftragseingänge legen auf niedrigem Niveau zu

Die Anzeichen für das Ende der konjunkturellen Talfahrt mehren sich. Nicht nur die Stimmungsindikatoren deuten auf ein Ende des scharfen Exporteinbruchs in Deutschland hin. Auch die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen steigt wiederholt im Vergleich zum Vormonat. Das ist positiv. Eine Bodenbildung ist aber noch längst kein wirtschaftlicher Aufschwung, sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf zur Vorstellung des aktuellen BDI-Konjunktur-Reports am 22. Juli 2009 in Berlin.

Im Mai 2009 waren die Neubestellungen im Verarbeitenden Gewerbe bereits das dritte Mal in Folge gestiegen, zuletzt um 4,4 Prozent. Dabei trägt insbesondere die Nachfrage aus der Nicht-Eurozone zur etwas aufgehellten Entwicklung bei. Die Exporte legten im Mai 2009 leicht um 0,3 Prozent zu.
Bei aller Erleichterung über die jüngsten Zahlen müssen wir realistisch bleiben. Der Aufschwung kommt nicht von selbst. Die nachhaltige Erholung wird ein längerfristiger Prozess, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.

Verglichen mit dem Vorjahr bleibe die Lage angespannt. Der Auftragsrückgang betrug im Mai 2009 im Vergleich zum Vorjahr mehr als 30 Prozent.
Zudem dürfen einige Rahmendaten nicht außer Acht gelassen werden, die einen allzu hoffnungsvollen Blick in die Zukunft unter Vorbehalt stellen.

  • Ausfuhren, Orders, Produktion und Kapazitätsauslastung sind im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich eingebrochen. Verlässlichen Prognosen zufolge könnte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um rund sechs Prozent schrumpfen. Die gegenwärtig stattfindende Atempause ist lediglich eine Korrektur der zuvor übertriebenen pessimistischen Erwartungen.
  • Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit stellt ein erhebliches Risiko dar. Noch hat der Arbeitsmarkt – beeinflusst auch durch das Instrument der Kurzarbeit – bisher vergleichsweise moderat auf die gesunkene Nachfrage reagiert. Kommt es zur dauerhaften Beeinträchtigung der Nachfrage, sind Anpassungen kaum zu vermeiden.
  • Die Stabilisierung der Finanzmärkte ist nach wie vor ein drängendes Thema. Im Vordergrund steht hier insbesondere die Neuordnung der globalen Finanzarchitektur.
  • Die Finanzierung von Unternehmen ist in Deutschland stark unter Druck geraten. Eine flächendeckende Kreditklemme zeichnet sich bisher nicht ab, könnte aber in den kommenden Monaten eintreten. Gerade in der gegenwärtigen Phase einer leichten Erholung wäre dies besonders fatal.

Die angespannte Lage darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Politik durch das Setzen von Rahmenbedingungen dazu beitragen kann, die Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung zu entschärfen. Beispiel Finanzmärkte: Mit den Grundsatzentscheidungen des G20-Gipfels von London wurde der Rahmen gesetzt, der nun durch nationale und europäische Gesetze unterfüttert werden muss.

Wenn etwa die Prozyklizität von Basel II, wie auf dem Londoner Gipfel beschlossen, aufgehoben wird, könnte der Finanzierungskreislauf zwischen Banken und Realwirtschaft schneller in Gang kommen. Die bisherige Blockade innerhalb des ECOFIN-Rats verschärft die Probleme der Realwirtschaft. Die deutsche Wirtschaft, namentlich die deutsche Industrie, hat sich nach einer Phase der Restrukturierung gut aufgestellt und eine führende Position auf den Weltmärkten erarbeitet. Wenn die weltwirtschaftliche Entwicklung wieder an Fahrt aufnimmt, werden die deutschen Exporte rasch anspringen und zu mehr Wachstum hier zu Lande beitragen.

(BDI)


 


 

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