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Auch Tote können "Likes" vergeben

Ein Journalist des US-Portals readwrite.com hat eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Rund drei Monate nach der Beerdigung eines guten Freundes hatte dieser einen Konzern auf Facebook "geliked". Weitere Recherchen seinerseites ergaben, dass solche automatischen Likes häufiger vorkommen - sowohl unter Verstorbenen als auch Lebenden. Oftmals passen sie nicht einmal zum Charakter des Users.

Facebook rechtfertigt die Likes aus dem Jenseits damit, dass Profile, deren Besitzer nicht beim sozialen Netzwerk als tot gemeldet sind, alte Likes recyceln - genau so wird es auch bei lebenden Usern gemacht.

Dass manche Profile von Toten Dinge liken, die die Dahingeschiedenen gehasst haben, ist schwieriger zu erklären.

Von diesem Problem sind auch lebende, aktive Nutzer des sozialen Netzwerks betroffen. Unzählige User haben auf Anfrage des US-Reporters berichtet, dass sie schon Erfahrungen mit Likes gemacht haben, die vom User keinesfalls beabsichtigt waren.

Demokraten, die Romney liken, Anarchisten, die Großkonzerne mögen und Veganer die Fleischhersteller mit einem Klick auf den Like-Button bedacht haben sollen, haben sich auf den Aufruf des Journalisten gemeldet. Auf Nachfrage bei den angeblichen Like-Verteilern stellte sich heraus, dass sie die verdächtigen Unterstützungsbekundungen nie bewusst abgegeben haben.

Alles versehentliche Klicks?

Facebook erklärt die ungewollten Likes in einer Stellungnahme mit versehentlichen Klicks, die vor allem auf Smartphones passieren. Das soziale Netzwerk kann auch jeden Like über einen Stempel genau zeitlich verorten.

Dass all die Unregelmäßigkeiten auf Ausrutscher der Nutzer zurückzuführen sind, erscheint manchen Betroffenen aber verdächtig.

"Facebook selber manipuliert hier sicher nicht. Das Risiko wäre zu groß. Die paar zusätzlichen Dollar wiegen den potenziellen Imageschaden nicht auf", sagt Günter Jaritz, Spezialist für systemische Online-Kommunikation.

Keine Absicht

Dafür, dass Unternehmen und Marken einen Weg gefunden haben, Kunden unbemerkt ein Like zu entlocken, gibt es keine Beweise. "Das ist ebenfalls schwer vorstellbar. Den Like-Prozess kontrolliert im Endeffekt Facebook selbst. Die Unternehmen können hier nicht schummeln", so Jaritz.

Zudem hat Facebook zuletzt sein Vorgehen gegen falsche Likes verschärft.

Dass die User-Beschwerden über Likes, die gar nicht getätigt wurden, erst seit der Beschneidung der Reichweite der Einträge und der Einführung der Promoted-Postings richtig losgingen, könnte auf eine technische Ursache hinweisen.

"Das System ist so groß, dass Fehler unausweichlich sind. Gerade bei großen Umstellungen können sich Unregelmäßigkeiten einschleichen. Auch wenn 99,99 Prozent des Betriebs reibungslos ablaufen, sind viele User von Pannen betroffen", erklärt Jaritz.

(Redaktion)


 


 

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