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Gefälschte Facebook-Profile

Sie sind vernetzt, weiblich, bisexuell und kapern den Computer

Was unterscheidet echte Facebook-Profile von falschen, und wie kann man gefälschte Identitäten erkennen? Wer stellt überhaupt falsche Profile ein und wozu? Dahinter steckt oft das Ziel, Anwender zum Klicken gefährlicher Links zu verleiten oder Social Spam zu verbreiten.

Die Barracuda Labs gingen dieser Frage nach und untersuchten dafür mehr als 2.500 zufällig ausgewählte aktive Facebook-Konten. Das Ergebnis: Gefälschte Profile sind fast immer weiblich, verwenden durchschnittlich mehr als 30 Markierungen pro Foto, haben im Mittel mehr als 700 Freunde und enthalten sehr oft die Behauptung, bisexuell zu sein.

Dr. Paul Judge, Chef der Barracuda Labs, stellte die Ergebnisse gestern auf dem Kaspersky Threatpost Security Analyst Summit in Cancun, Mexiko, vor. Die Barracuda Labs sind die Forschungsabteilung von Barracuda Networks, einem Hersteller von IT-Sicherheits-, Storage- und Networking -Lösungen.

Facebook, das diese Woche den Antrag für seinen Börsengang eingereicht hat, ist ein wichtiges privates und geschäftliches Kommunikationsmittel geworden und bekämpft kontinuierlich den Missbrauch seines Netzwerks. Dabei, so Judge, finde zwischen dem Netzwerk und denjenigen, die es für illegale Aktivitäten nutzen wollen, ein regelrechtes "Wettrüsten" statt. Unter anderem hat Facebook vor kurzem eine Marketingfirma angeklagt, durch irreführende und täuschende Taktiken Spam zu verbreiten. Die neue Untersuchung der Barracuda Labs illustriert, wie Angreifer ihre Identitäten auf sozialen Netzwerken typischerweise gestalten.

97 Prozent der gefälschten Profile sind weiblich

Die Forschungsergebnisse haben die Barracuda Labs auf einer Infografik zusammengestellt. Zu den Ergebnissen der Studie gehört unter anderem: 

  •  Gefälschte Profile geben zu 97 Prozent vor, weiblich zu sein, während bei echten Profilen nur 40 Prozent weiblich sind.
  • Von den gefälschten weiblichen Profilen enthalten 58 Prozent die Behauptung, bisexuell zu sein. Bei echten weiblichen Profilen ist dies nur bei 6 Prozent der Fall.
  •  Gefälschte Profile haben durchschnittlich fast sechsmal so viel Freunde wie echte Anwender: im Mittel 726 Freunde gegenüber 130.
  •  Gefälschte Profile nutzen die Möglichkeit von Fotomarkierungen ("Tags") über einhundert Mal öfter als echte Anwender. Letztere vergeben im Durchschnitt nur für jedes vierte Foto einen Tag, gefälschte Profile dagegen 34 Tags für jedes einzelne Foto.

Vom Segen zum Fluch

Laut Judge nutzen Angreifer heute Funktionen wie Likes, Newsfeeds und Apps gezielt aus - also diejenigen Features, die Facebook einst zum dominierenden sozialen Netzwerk gemacht hätten: "Gefälschte Profile sind ein hervorragender und billiger Weg, um immer und immer wieder schädliche Links an Nutzer zu verbreiten. Wer mit gefälschten Profilen befreundet ist, setzt sich außerdem der unmittelbaren Gefahr aus, dass sein Konto gekapert wird. Die Angreifer nutzen dafür Funktionen, die Facebook-Anwendern eigentlich helfen sollen, bei Verlust der Login-Daten mit Hilfe von Freunden wieder Zugriff auf ihr Konto zu erhalten."

Durch Analysen und unter Verwendung von Daten aus dem Barracuda Profile Protector hat Barracuda ein Programm entwickelt, das hilft, echte von falschen Profilen zu unterscheiden. Weitere Informationen zu dem kostenlosen Programm gibt es unter http://profileprotector.com.

(Redaktion)


 


 

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