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Fair Trade

Puma und Adidas uneins über fairen Handel

Bei der Ausstattung der vier WM-Halbfinalisten liegt der Sportartikelhersteller Adidas knapp vor dem Konkurrenten Puma, der nur Außenseiter Uruguay unter Vertrag hat. Die Favoriten Deutschland und Spanien laufen in Adidas-Trikots auf. Doch auf dem Gebiet des fairen Handels steht es 1:0 für Puma.

Zusammen mit dem "Eine Welt Netzwerk Bayern" hat der Sportartikelhersteller einen fair produzierten, wettkampftauglichen
Fußball auf den Markt gebracht. Das Fair-Trade-Zertifikat soll den Nähern im pakistanischen Zulieferbetrieb gerechte Arbeitsbedingungen
garantieren.

Auf die Forderung, mehr Fair-Trade-Produkte ins Sortiment aufzunehmen, reagiert Puma zögerlich. Adidas will auch zukünftig ganz auf eine Fair-Trade-Zertifizierung verzichten: Bei dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach, der den offiziellen WM-Ball in China produzieren lässt, heißt es dazu lapidar: "Die Adidas Gruppe setzt nicht darauf, einzelne Produkte mit Gütesiegeln zu kennzeichnen". Diese Aussage ärgert Alexander Fonari von der Nichtregierungsorganisation (NGO) Eine Welt Netzwerk Bayern: "Fair bedeutet, dass die Menschen von ihrer Arbeit leben können." Zwar würden sich alle Hersteller darum bemühen, Standards bei den Zulieferern wie Mindestlöhne, Gewerkschaftsfreiheit und ein Verbot
von Kinderarbeit durchzusetzen. "Aber sie zertifizieren sich selbst",
kritisiert er. Immer wieder gebe es Berichte, dass Arbeiter nicht so gut behandelt würden, wie die Hersteller es sagen.

Widerspruch von Adidas

Der Adidas-Konzern widerspricht. Neben Prüfungen eines internen
Expertenteams würden Zulieferbetriebe seit 1999 auch unabhängigen
Kontrollen der Fair Labor Association unterzogen. Analysen hätten
außerdem ergeben, dass sich die Arbeitsbedingungen in Fair-Trade-zertifizierten Bereichen nicht von denen in Zulieferbetrieben der Adidas Gruppe unterscheiden.

Auch bei Puma gibt es diese internen Prüfer. Dort hat man sich darüber hinaus entschieden, den pakistanischen Zulieferbetrieb Ali Trading durch die Fair Label Organisation (FLO) zertifizieren zu lassen. Für die Nutzungsrechte des Fair-Trade-Logos müssen Lizenzgebühren abgeführt und für jeden produzierten Ball eine Prämie an den Zulieferbetrieb von zehn Prozent des Einkaufspreises gezahlt werden. Mit dem Geld sollen vor Ort soziale Projekte finanziert werden.

Für die nach Stückzahl bezahlten Näher bei Ali Trading bedeutet das Logo auf den Bällen, dass sie bei täglich acht Stunden Arbeit einen Monatslohn von 6000 bis 7000 Pakistanischen Rupien, rund 60 Euro, erhalten. Claudia Brück von Transfair, das für die Vergabe des Logos verantwortlich ist, erklärt, dass sich die Bezahlung der Arbeiter je nach Region unterscheidet. "Wir haben Berater vor Ort, die regelmäßig mit den Fabrikbesitzern und den Arbeitern über die Bedingungen vor Ort sprechen." Hinzu kämen jährliche Kontrollen, manche davon unangemeldet.


 


 

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Siegfried Schneider
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