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Fair Trade

Puma und Adidas uneins über fairen Handel

Überprüfungen können nicht alle Mindeststandards garantieren

Doch auch in- und externe Überprüfungen können nicht alle Mindeststandards garantieren. Vor allem in chinesischen Zulieferbetrieben gebe es Probleme, weil etwa die Gewerkschaftsfreiheit dort "politisch nicht gewollt" sei, gibt Stefan Seidel, langjähriger Puma-Manager im Bereich Umwelt und Soziales, zu und meint: "Da können wir als Unternehmen wenig daran ändern."

Den Fair-Trade-Ball begrüßt NGO-Vorstand Fonari, er geht ihm aber
nicht weit genug. "Wir fordern die Ausweitung auf andere Produkte im
Textilbereich." Manager Seidel schließt das nicht aus. Allerdings gibt er zu bedenken: "Bei Fair Trade hat man schon Einschränkungen." Das Label gelte zudem bisher nur für den Baumwollbereich. Sportkleidung bestehe aber meist aus Polyester.

Unterstützt wird das Projekt des "fairen" Fußballs auch von der bayerischen Staatsregierung. Der Leiter der Staatskanzlei, Siegfried Schneider (CSU), verteilte bei einem Besuch in Südafrika zu Beginn der Weltmeisterschaft die handgenähten Fußbälle an Kinder aus den Townships. "Jeder, der 'fair' einkauft, kann dadurch selbst einen Beitrag leisten, der Ausbeutung von Kindern die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen", sagt Schneider.

So fordert der Freistaat seit 2007 bei öffentlichen Aufträgen Erklärungen der möglichen Vertragspartner, "in der sie zusichern, dass die Herstellung der zu liefernden Produkte ohne ausbeuterische Kinderarbeit erfolgt", erklärt Schneider. Fonari von der NGO bezweifelt, dass dies ausreicht, solange die Absichtserklärungen nicht überprüft werden.

Dass ein Fair-Trade-Ball irgendwann auch offiziell eingesetzt wird, scheint fraglich. Zwar zweifelt Seidel nicht an der WM-Tauglichkeit des Spielgerätes, der dem Internationalen Matchball Standard entspreche. Probleme gebe es derzeit allerdings mit dem Fußballweltverband FIFA. Wegen der dort geltenden Regularien dürfe kein drittes Logo neben dem des Verbands und des Ballproduzenten (derzeit Adidas) die Balloberfläche zieren. Seidel meint: "Das ist natürlich sehr unglücklich im Fair-Trade-Kontext."

(ddp-Korrespondent Malte Werner)


 


 

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