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Falsche Rezensionen

Amazon löscht zweifelhafte Bewertungen

Amazon hat Tausende Rezensionen auf seiner Website ohne weitere Erklärung gelöscht. Berichten der New York Times zufolge, handelt es sich dabei um eine klare Kampfansage gegen falsche oder zumindest zweifelhafte Rezensionen. In der Vergangenheit wurde der Online-Händler immer wieder damit konfrontiert, dass viele Bewertungen gekauft und manipuliert seien.

In den vergangenen Monaten ist der Amazon einige Male in die Schlagzeilen geraten, weil aufflog, dass einige Autoren mit Geld, Geschenken oder unter Nutzung ihrer Beziehungs-Netzwerke positive Rezensionen für ihre eigenen Bücher gesammelt haben. Wo die Grenze zwischen legitimem Bewertungs-Management und unerlaubter Manipulation verläuft, ist noch nicht geklärt.

Rezensions-Marketing

"Rezensionen sind grundsätzlich gut. Auch wenn Manipulation immer möglich ist, haben sich die Bewertungen zu einem kaufentscheidenden Faktor entwickelt. Autoren die eigene Bücher preisen oder Personen, die Berichte verfassen, ohne die entsprechenden Bücher gelesen zu haben, sind nicht zu goutieren.

Rezensions-Marketing ist mittlerweile ein eigner Geschäftszweig und die meisten Anbieter arbeiten seriös. Zwischen den schwarzen Schafen und den Plattform-Betreibern gibt es ein Wettrüsten", sagt Philipp Pfaller von der Agentur LimeSoda.

Gekaufte Erfahrungsberichte sind die offensichtlichste Form von Missbrauch des Rezensionssystems. Wenn ein Autor aber Gratis-Bücher gegen Bewertungen anbietet, wird die Sache bereits komplizierter.

Einige Autoren argumentieren, das sei nichts anderes, als gedruckte Bücher zu verschenken - eine Taktik, die Verlage schon seit jeher anwenden. Autor Tim Ferriss hat als Promotion für sein Buch 1.000 Bücher an Firmen, Freunde und Unterstützer verschickt. Kurz vor der Veröffentlichung bat er alle Empfänger um eine Bewertung.

Leicht zu beeinflussen

Einige Amazon-Kunden fanden die Masse an positiven Kritiken kurz nach der Freischaltung verdächtig. Die verantwortliche Marketing-Agentur sagt, dass die 200 Rezensionen den Aufschrei in der Online-Gemeinde mehr als aufgewogen haben.

"Bewertungen sind sehr wertvoll. In Zukunft werden sie eine noch größere Rolle spielen, da Google sie verstärkt in seine Suchergebnisse einbindet", so Pfaller.

Das selektive Verschicken von Büchern an Personen, von denen eine positive Rezension zu erwarten ist, geht vielen jedenfalls bereits zu weit.

Dass viele Bewerter das Buch nicht gelesen haben, ist ein weiteres Haar in der Suppe für viele Kritiker des Systems. Amazon sieht darin übrigens kein Problem: "Wir verlangen nicht, dass ein Produkt vor der Bewertung getestet wurde", so eine Stellungnahme.

Dass ein Buch nicht gelesen wurde, geht aus den Berichten ja auch meist sofort hervor. Die Bewertung eines Produkts wird dadurch trotzdem verzerrt.

Man darf gespannt sein, was sich Amazon in nächster Zeit alles einfallen lässt, um das System zu optimieren.

(Redaktion)


 


 

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