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Fernsehgerätehersteller

Loewe will mit Jobabbau aus den roten Zahlen kommen

Der Fernsehgerätehersteller Loewe beschleunigt wegen tiefroter Zahlen den geplanten Stellenabbau. Im vergangenen Jahr lag das operative Ergebnis bei minus 29 Millionen Euro und damit rund dreimal höher als im Jahr zuvor.

Das teilte das Unternehmen aus dem fränkischen Kronach am Montag mit. Damit fiel das Minus nochmals höher aus als zuletzt angekündigt. Im Dezember war Loewe von einem Verlust von 20 Millionen Euro ausgegangen.

Die Kosten sollen in allen Bereichen gekappt werden, sagte Finanzvorstand Rolf Rickmeyer am Abend. Bereits im Dezember hatte das Unternehmen angekündigt, 190 der 1.000 Arbeitsplätze zu streichen. Bei dieser Zahl soll es zunächst bleiben, hieß es. Die Unternehmensleitung führe bereits konstruktive Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall. Es sei beabsichtigt, den Personalabbau im ersten Quartal 2013 abzuschließen.

Transfergesellschaft geplant

Um die Kürzungen möglichst sozialverträglich zu gestalten, plant Loewe die Gründung einer Transfergesellschaft. Das Unternehmen hält aber am Standort Kronach fest, wie Rickmeyer betonte. Allerdings werde die eigene Produktion weiter zurückgefahren auf etwa 100 Mitarbeiter. Einzelteile wie Displays und Chips zur Signalverarbeitung sollen künftig verstärkt von Partnern wie Sharp kommen. Schwerpunkte in Kronach sollen neben der Verwaltung die Bereiche Entwicklung und Design sein.
5,5 Millionen Euro für Abfindungen

Umsatz fiel um neun Prozent

Der Umsatz fiel 2012 im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 274,3 Millionen Euro. Zusätzlich belasteten Einmalaufwendungen für die Restrukturierung das Ergebnis des vergangenen Jahres. Loewe schrieb bereits im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Euro für Abfindungen ab, wie Rickmeyer erläuterte. Dazu kamen 1,7 Millionen Euro für Löhne von Mitarbeitern, die ab März freigestellt werden sollen. In diesem Jahr sollen für den Stellenabbau nochmals sechs Millionen Euro ausgegeben werden.

Die Personalkosten will Loewe um 14 Millionen Euro pro Jahr senken, wie der Finanzvorstand sagte. Material-, Logistik- und Verwaltungskosten sollen um neun Millionen Euro verringert werden. Damit will der Hersteller bei einem leicht steigenden Umsatz 2013 ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erwirtschaften.

Bäumchen wechsel dich

Loewe hatte bereits im November einen Chefwechsel angekündigt. Der erst seit 2010 amtierende Vorstandsvorsitzende Oliver Seidl scheidet Ende März aus. Sein Nachfolger wird Matthias Harsch, bislang Geschäftsführer beim baden-württembergischen Waagenhersteller Bizerba. Harsch will das Unternehmen strategisch neu ausrichten. Loewe werde aber trotz des Preisdrucks kein Billiganbieter, sagte Rickmeyer.

Die Loewe- Aktie verlor kräftig an Wert. Zum Börsenschluss lag sie mehr als 3,6 Prozent im Minus bei 2,61 Euro.

(dapd-bay)


 


 

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