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FIFA WM 2010

Fußball-Weltmeisterschaft - DIW-Prognose zum dritten Mal goldrichtig

DIW-Experten: "Das muss Paul erstmal nachmachen"

Mit seiner von Soziologie-Professor Jürgen Gerhards und dem Volkswirtschafts-Professor Gert G. Wagner erstellten WM-Prognose lag das DIW Berlin zum dritten Mal in Folge goldrichtig. Die beiden Forscher hatten den Marktwert aller 32 Mannschaften basierend auf dem Marktwert der einzelnen Spieler berechnet und prognostiziert, dass Spanien den Titel gewinnen wird. Das spanische Team bringt es auf einen Marktwert von 650 Millionen Euro und ist damit die teuerste Mannschaft des Turniers. Zusätzlich hatten die Autoren auf Deutschland und Uruguay (als einen aussichtsreichen Außenseiter) getippt. Damit lag das DIW-Prognose-Team nach der WM 2006 und der EM 2008 zum dritten Mal richtig. "Das muss Paul, die Krake, erstmal nachmachen" meint Gert Wagner. "Unsere Prognosen sind zwar methodisch-mathematisch sehr einfach, aber theoretisch bestens fundiert".

"Grundsätzlich bestätigt unsere Prognose-Methode, dass einfache Modelle oft genauso gut funktionieren können wie überaus komplexe und schwer durchschaubare Prognose-Modelle", erklärt Jürgen Gerhards. "Zwar haben sich die Niederländer trotz ihres mittelmäßigen Marktwerts nach oben geschoben, insgesamt aber liegen wir mit unserer Prognosemethode sehr gut", bekräftigt Gert Wagner: "Die strukturell beste Mannschaft gewinnt."

Bei einer WM, bei der die Siegermannschaft insgesamt nur sieben Spiele austrägt, ist der Einfluss des Zufalls relativ groß. Das konnte man im ersten Spiel der Spanier gegen die Schweiz gut beobachten. Am Ende gab aber im Finale die Summe der Leistungen des spanischen Teams den Ausschlag. Und auch der Torschütze Andrés Iniesta ist nicht irgendwer, sondern der viertteuerste Spieler weltweit.

Die DIW-Experten haben auch berechnet, dass bei der WM in Südafrika der Zusammenhang zwischen dem Wert der einzelnen Mannschaften und der endgültigen Plazierung deutlich kleiner ist als er bei der WM 2006 und der EM 2008 war. Die "Rangkorrelation", die den Zusammenhang zwischen der Marktwert-Tabelle und dem Abschneiden bei der WM anzeigt, lag 2006 bei 0.58 und 2008 bei 0.49. Jetzt lag sie nur bei 0.40, obwohl mit Spanien der Favorit gewonnen hat. Hätten die Niederlande gewonnen läge der Zusammenhang zwischen dem Marktwert und der Platzierung sogar nur bei 0.31.

Bei der Bewertung dieser Entwicklung, die am Ende trotzdem zu einer richtigen Prognose geführt hat, sind sich Gerhards und Wagner nicht einig. Der Soziologe Jürgen Gerhards argumentiert: "Der relativ schwache Zusammenhang zwischen Mannschafts-Wert und Plazierung wurde auch durch die vielen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter herbeigeführt." Wäre zum Beispiel das zweite Tor der Engländer im Spiel gegen die deutsche Mannschaft gegeben worden und England weitergekommen, wäre der Zusammenhang zwischen Marktwert und endgültiger Platzierung viel stärker gewesen. Da Spieler und Sportfans Fehlentscheidungen als ungerecht empfinden, sollte die FIFA endlich den Video-Beweis zulassen, meint Jürgen Gerhards: "Dann setzen sich die Besseren auch öfter durch."

Gert G. Wagner argumentiert hingegen: "Aufgrund der verbesserten Trainingsmethoden und insbesondere der Taktik-Schulung leisten sich die so trainierten Spitzenteams kaum noch Ausrutscher. Die Spieldisziplin hat ja auch zum Endspielsieg der Spanier wesentlich beigetragen. Das freut die Fans der Siegermannschaften, ist aber nicht gut für den Fußball. Es bleibt nur spannend, wenn durch Zufall und Fehlentscheidungen oft genug die Favoriten stolpern. Darum: Hände weg vom Videobeweis."

(DIW Berlin)


 


 

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