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Finanzämter machen Druck:

Frühere Abgabe der Steuererklärung

Der Terminplan vieler Steuerpflichtiger könnte gehörig durcheinander geraten: Die Finanzbehörden dürfen Steuererklärungen vorzeitig anfordern und Abgabetermine ab dem 30. September festlegen. Darauf hat jüngst die Oberfinanzdirektion Niedersachsen hingewiesen.

Viele Steuerzahler haben das Jahresende als Abgabetermin für ihre Steuererklärung 2011 vor Augen. Diese Frist räumte der Fiskus normalerweise allen Bürgern und Unternehmen ein, die ihre Steuererklärung von einem Steuerberater erstellen lassen. Die Finanzbehörden wollen nun die vorzeitige Abgabe forcieren, so dass eine wachsende Zahl von Steuerzahlern betroffen sein dürfte, prognostiziert die Wirtschaftskanzlei DHPG.

Für die individuelle Anforderung von Steuererklärungen kommen sehr unterschiedliche Gründe in Betracht. Betroffen sind insbesondere Steuerpflichtige, bei denen sich in den Vorjahren Auffälligkeiten ergeben haben - etwa hohe Steuernachzahlungen, erhebliche Umsatzsteigerungen oder ein hohes Mehrergebnis bei der Steuerprüfung. Aber auch verspätet eingereichte Steuererklärungen können vorgezogene individuelle Fristen rechtfertigen (siehe Übersicht "Wann die Finanzbehörden drängeln").

Auf vorzeitige Abgabe einstellen, wenn Gründe vorliegen

"Wenn Gründe für eine gesonderte Anforderung vorliegen, sollten sich Steuerzahler sicherheitshalber auf eine vorzeitige Abgabe der Steuererklärung einstellen", rät Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Andreas Rohde von der DHPG in Bonn. Er empfiehlt, alle erforderlichen Unterlagen frühzeitig zusammenzustellen und an den steuerlichen Berater zu übermitteln.

Nicht jede Anforderung ist gerechtfertigt

Nicht jede Anforderung ist gerechtfertigt, gegebenenfalls liegt ein Ermessens- fehler vor. So ist eine einmalige geringe Nachzahlung im Vorjahr keine ausreichende Begründung, wenn es zuvor regelmäßig zu Steuerer- stattungen kam. Allerdings dürfen die Finanzbehörden die vorzeitige Anforderung auch mit dem reibungslosen Fortgang interner Bearbeitungsprozesse begründen.

Wann die Finanzbehörden drängeln

  • Fehlerhaftes Verhalten: Der Fiskus zeigt sich nachtragend. Wer in der Vergangenheit steuerliche Regeln verletzt hat, gerät verstärkt ins Visier der Finanzbehörden. Beispiele: keine Abgabe der Steuererklärung, verspätet eingereichte Steuerunterlagen.
  • Hohe Steuernachzahlungen: Musste der Steuerpflichtige im Vorjahr erheblich nachzahlen, wittern die Finanzbeamten erneut hohe Steuerforderungen. Beispiele: Nachzahlung von über 15.000 Euro bei der letzten Veranlagung, hohes Mehrergebnis bei der Steuerprüfung.
  • Besondere Entwicklungen: Alles was von der Regel abweicht, macht Finanzbeamte hellhörig. Denn einschneidende Ereignisse haben mitunter erhebliche steuerliche Auswirkungen. Beispiele: Änderung des Wirtschaftsjahres, Betriebsveräußerung, Immobilienübertragung, herabgesetzte Steuervorauszahlungen.
  • Erhebliche Umsatzsteigerungen: Wenn es Steuerzahlern wirtschaftlich vermeintlich gut geht, will der Fiskus mitverdienen. Je eher Finanzbehörden Bescheide erlassen, desto schneller können sie auch die Vorauszahlungen erhöhen. Beispiele: deutlich steigende Betriebseinnahmen, Mehrumsatz durch neue Einkunftsarten.

(DHPG)


 


 

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