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Firmenwagen

Mehr Geld für Nutzer von Dienstwagen

Arbeitnehmer können eigene Kosten für privat genutzten Firmenwagen ab sofort anrechnen lassen.

Gute Nachrichten für alle Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen auch privat nutzen: Ab sofort gilt eine neue Regelung. Durch eigene Zuzahlungen wie beispielsweise Tank- oder Reparaturkosten reduziert sich der geldwerte Vorteil, den der Arbeitnehmer versteuern muss.

In den meisten Fällen zahlte der Arbeitnehmer bisher über die Ein-Prozent-Regel für die private Nutzung seines Dienstwagens, konnte jedoch selbst gezahlte Kosten wie für Kraftstoff und Werkstattbesuche nicht anrechnen. Ein Urteil des Bundesfinanzhofes, dem sich jetzt die Finanzverwaltung angeschlossen hat, ändert dies und bringt den Arbeitnehmern damit gewissermaßen bares Geld. "Der geldwerte Vorteil wird auch dann gemindert, wenn der Arbeitnehmer für private Fahrten mit dem Firmenwagen ein Nutzungsentgelt an seinen Arbeitgeber zahlt", erklärt Steuerberater Dr. Josef Schoberer, Partner der Freisinger Steuerberatungs-gesellschaft LKC Dr. Schoberer & Kollegen. Die neue Rechtsprechung wird ab sofort von der Finanzverwaltung angewendet.

Dabei ist es unerheblich, ob die Kosten pauschal oder anhand der tatsächlichen Nutzung des Fahrzeugs bemessen werden. Wichtig ist jedoch, dass das Vorgehen vertraglich, beispielsweise im Arbeitsvertrag, festgeschrieben ist. Dabei gibt es für den Arbeitnehmer drei Möglichkeiten:

  • eine nutzungsunabhängige Pauschale, beispielsweise ein fester monatlicher Betrag oder die Übernahme der Leasingraten durch den Arbeitnehmer
  • eine nutzungsabhängige Pauschale, beispielsweise 20 Cent je privat gefahrenem Kilometer
  • eine Übernahme einzelner Kfz-Kosten, beispielsweise für Kraftstoff, Wartung oder Reparaturen

Für das Lohnsteuerabzugsverfahren gilt: Der Arbeitgeber muss die individuell vom Arbeitnehmer getragenen Kosten bei der Nutzungswertermittlung anrechnen. Der Arbeitnehmer muss dafür die Höhe der Kosten und die Gesamtfahrleistung jährlich schriftlich darlegen und nachweisen. Aber: "Kosten, die nicht zu den Gesamtaufwendungen für das Fahrzeug gehören, beispielsweise Parkgebühren, Bußgelder oder zusätzliche Versicherungen, können nicht angerechnet werden", sagt Schoberer.

Beispiel: Der Arbeitnehmer leistet monatlich eine pauschale Zahlung von 150 Euro für die Privatnutzung des Firmenwagens. Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs beträgt 40.000 Euro, der geldwerte Vorteil nach der Ein-Prozent-Regel demnach 400 Euro. Nach Anrechnung der Zuzahlung bleibt ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil von 250 Euro pro Monat.

Werden die Zuzahlungen des Arbeitnehmers beim Lohnsteuerabzug nicht berücksichtigt, so kann er diese in seiner Einkommensteuererklärung geltend machen. Dazu muss er dem Finanzamt die Nutzungsvereinbarung vorlegen, die Ermittlung des Nutzungswertes durch den Arbeitgeber darlegen und die selbst getragenen Kfz-Kosten nachweisen. Dies kann zum Beispiel mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers geschehen.

Grundsätzlich gilt: "Übersteigen die Eigenleistungen den geldwerten Vorteil, kann dies weder durch zusätzlichen Arbeitslohn noch durch Werbungskosten in der Steuererklärung ausgeglichen werden", erklärt Schoberer. Der geldwerte Vorteil könne sich sowohl bei der Ein-Prozent-Regel als auch bei der Fahrtenbuchmethode maximal auf 0 Euro verringern.

LKC-Gruppe
Die LKC-Gruppe ist Mitglied von HLB Deutschland und berät an mehr als 21 Standorten in Bayern, unter anderem in München und Nürnberg, aber auch in Berlin und Stuttgart in allen Fragen der Wirtschaftsprüfung sowie der Steuer- und Rechtsberatung. Sie beschäftigt mehr als 440 Mitarbeiter, davon rund 100 Berufsträger, und bietet Full-Service für Unternehmer, Unternehmen, Freiberufler, aber auch für Stiftungen, Vereine und Kommunen an. Die LKC-Gruppe hat 2016 einen Umsatz von 35 Millionen Euro erzielt und gehört damit bundesweit zu den 15 führenden Gesellschaften der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüferbranche. Weitere Informationen unter www.lkc.de.

(Redaktion)


 


 

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