Weitere Artikel
Fitness-Studios

Vertragskündigungen aus wichtigem Grund sind immer möglich

0
6

Ein Vertrag ist schnell geschlossen; aber Kunden von Fitnessstudios können einen laufenden Vertrag auch jederzeit aus wichtigem Grund wieder kündigen. Anderslautende Bestimmungen in den AGB sind nämlich unwirksam, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Versäumnisurteil entschieden hat.

ARAG Experten sagen, wie man aus den Verträgen wieder herauskommt.

Zu den klassischen guten Vorsätzen für das neue Jahr gehört die Absicht, sich in einem Fitnessstudio anzumelden, um dem Winterspeck Paroli zu bieten und regelmäßig Sport zu treiben.

Lösen vom Vertrag

Ein 14-tägiges Widerrufsrecht wird es bei Fitnessstudioverträgen im Regelfall nicht geben. Ein Widerrufsrecht besteht bei Verträgen, die per Telefon oder über das Internet abgeschlossen wurden (so genannte Fernabsatzverträge). Bei Fitnessstudios ist es aber üblich, zunächst ein Probetraining zu absolvieren und im Anschluss den Vertrag vor Ort zu unterschreiben. In diesen Fällen besteht kein Widerrufsrecht. Für die fristgerechte Kündigung des Vertrages ergibt sich die Kündigungsfrist aus den Geschäftsbedingungen (AGB) des Fitnessstudios. Soweit bei einem unbefristeten Vertrag die Kündigungsfrist in den AGB zwischen einem und drei Monaten liegt, ist diese wirksam. Ist eine längere oder gar keine Frist vereinbart oder ist die Erstlaufzeitvereinbarung unwirksam (ist bei mehr als zwei Jahren der Fall), wird meist eine Frist von einem Monat bis zu 3 Monaten als ausreichend betrachtet.

Kündigung aus wichtigem Grund immer möglich

Vertragsklauseln, die das Recht einer Vertragspartei bei Vorliegen eines wichtigen Grundes fristlos zu kündigen ausschließen, sind nach einem aktuellen Beschluss der XII. Zivilkammer des BGH hingegen unwirksam. Gleiches gilt laut Karlsruhe auch für Bestimmungen in den AGB, wonach ein Sonderkündigungsrecht zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, die Ausübung dieses Rechtes allerdings von weiteren Voraussetzungen abhängig gemacht wird. So führt zum Beispiel die Verpflichtung des Kunden zum Nachweis einer Krankheit mittels Attestes, um die außerordentliche Kündigung zu begründen, zu einer unangemessenen Benachteiligung des Kunden und damit zur Unwirksamkeit einer solchen Klausel (BGH, Az.: XII ZR 42/10).

Quelle: ARAG

(Redaktion)



Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

0
6

 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de


 

Fitnessstudios
Widerrufsrecht
Recht
Anschluss

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Vertrag" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden