Photovoltaik
Förderkürzungen für Solarenergie
München. Als vor gut 30 Jahren die ersten Photovoltaikanlagen für Privatverbraucher auf den Markt kamen, wurde dieser Form der Energieversorgung keine große Zukunft vorausgesagt.
Damals hielt man Solarenenergieanlagen für Öko-Spinnerei, die niemals eine ernsthafte Konkurrenz für herkömmliche Energiequellen werden würden. Doch das Blatt hat sich gewandelt: was vor wenigen Jahrzenten noch als Spinnerei belächelt wurde, ist heutzutage schon nahezu zum Standard geworden.
Es gibt, vor allem bei den Neubauten, kaum noch Hausbesitzer, die nicht wenigstens einen Teil ihres Energiebedarfs aus Solarstrom gewinnen. Denn neben dem Geld das man sich im Laufe der Jahre einspart, locken staatliche Förderungen, so dass sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach meist als sichere Investition erweist. Doch auch wer seinen Strom von den sogenannten Grundversorgern bezieht, oder seinen Anbieter mithilfe spezieller Stromtarifrechner, wie zum Beispiel www.strompreise.net gewählt hat, leistet seinen Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energiequellen, denn durch die Umlage der Kosten für die Förderung alternativer und erneuerbarer Energiequellen zahlt auch weiterhin jeder Kunde seinen Beitrag zur Subventionierung ökologisch gewonnener Energie.
Branche und Minister einig
Durch den Boom der Solarenergie in den letzten Jahren ist die Branche unerwartet stark gewachsen, daher wurde jetzt von der Bundesregierung beschlossen, einen Gesetzesantrag zur Kürzung der Subventionen einzubringen. Eigentlich könnte man annehmen, dass die Solarbranche nicht gerade erfreut über die Kürzung von staatlichen Förderungen ist. Doch in diesem speziellen Fall wurden die Kürzungen der Förderungen sogar von der Photovoltaikbranche gefordert und in Zusammenarbeit mit Bundesumweltminister Röttgen vereinbart. Denn die Branche wächst und wächst, im Jahr 2010 wurden im Bereich der Photovoltaikanlagen weit mehr Umsätze erzielt, als erwartet.
Daher werden schon ab dem 1. Juli 2011 die staatlichen Subventionen gekürzt und zwar um 3 bis 15 Prozent, je nach Kapazität der Region. Die Solarwirtschaft unterstützt die Kürzung, da das Wachstum eben unerwartet hoch ausgefallen sei und man nicht die Akzeptanz der Förderungen aufs Spiel setzen möchte. Laut Umweltminister Röttgen sei das Verhalten der Solarbranche dennoch vorbildhaft, andere Branchen sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
Bleibt Umweltschutz auf der Strecke?
Umweltschützer, die jetzt fürchten, durch die gekürzten Subventionen werde die Solarenergie nicht mehr ausreichend gefördert, können beruhigt aufatmen. Denn durch das starke Wachstum der gesamten Branche in den letzten Jahren sind die Produktionskosten für Photovoltaikanlagen deutlich gefallen. Dies macht sich wiederum in deutlich gefallenen Preisen für die Endverbraucher bemerkbar, außerdem werden die Preise in Zukunft noch weiter sinken, so die einhellige Meinung von Branchenkennern.
Bis das Gesetz allerdings in Kraft tritt, muss es neben dem Bundestag auch den Bundesrat passieren. Einige Abgeordnete von SPD geführten Ländern haben schon Widerstand gegen die Reform angekündigt. Bis die Änderung in Kraft tritt, wird die geplante Kürzung der Solarförderung noch für einiges an Diskussionsstoff sorgen.
(Redaktion)
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