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Gourmetbibel Gault Millau

Vormarsch der jungen Garde einer kreativen und spannenden Küche

Der soeben erschienene GAULT MILLAU Deutschland ist bereits die 27. Ausgabe des hierzulande meist zitierten Restaurantführers. Die Marke GAULT MILLAU geht auf die Journalisten Henri Gault und Christian Millau zurück, die 1969 in Frankreich ihren ersten Führer durch die feine Küche herausbrachten.

Als „sehr erfolgversprechendes Mittel gegen Gästeschwund aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise“ preist die französische Gourmetbibel Gault Millau in ihrer jetzt erscheinenden Deutschlandausgabe 2010 das Rezept, „aus vermeintlich Einfachem das Allerbeste zu machen, die teuren modischen Edelprodukte durch ausgetüftelte Ideen und den Luxus durch Aromenfülle zu ersetzen. Denn in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit könne die Küche auf dem Hochseil der Aromenartistik nur überleben, wenn sie auch finanziell ausbalanciert ist.“ Wie das geht, macht höchst eindrucksvoll Wahabi Nouri in seinem Hamburger Restaurant „Piment“ vor: „Er könnte die ganz große kulinarische Oper darbieten, singt aber aus wirtschaftlicher Vernunft nur die Arien, die er am besten kann und die sein Publikum in seiner Interpretation mag.“

Für dieses Konzept als Ausweg aus der aktuellen Krise und als grundsätzlichen Erfolgsweg für junge Köche in die Selbständigkeit kürt der Genießer-Guide „den Aromenkünstler“ Nouri zum „Koch des Jahres“. Nouri erhält vom Gault Millau, der nach dem französischen Schulnotensystem urteilt, 18 von 20 möglichen Punkten. Sie stehen für „höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung”

Je 19,5 Punkte bekommen wieder Harald Wohlfahrt von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn-Tonbach, Helmut Thieltges vom „Waldhotel Sonnora“ in Dreis bei Wittlich in der Südeifel und Joachim Wissler vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach.

Diesem Trio folgen 8 Köche mit 19 Punkten, unter ihnen die aufgewerteten Christian Jürgens, 41, vom „Gourmetrestaurant Überfahrt“ in Rottach-Egern am Tegernsee und Christian Lohse, 42, vom „Fischers Fritz“ in Berlin.

Der Tegernseer beeindruckt beispielsweise durch sein „orangefarbenes Bouillabaissepüree zum Seeteufel, das wie die Erinnerung an Ferientage an der Côte d’Azur schmeckt – ein geballter Teller Mittelmeer. Jürgens verschafft dem Gast beim Essen Erlebnisse, die weit über das rein Sinnliche hinausgehen. Kein anderer in Bayern kocht so spannungsreich, so innovativ. Keiner steckt so viel Gedankenarbeit und Experimentierfreude in die Entwicklung seiner Gerichte, um am Ende etwas so auf das Wesentliche Reduziertes auf den Tisch zu bringen.“

Von den mit 17 bis 19,5 Punkten ausgezeichneten 110 Köchen stehen 20 in Baden-Württemberg, 18 in NRW, 17 in Bayern und 11 in Berlin am Herd.

858 Restaurants ausgezeichnet

Insgesamt bewertet der alljährlich wegen seiner strengen Urteile und deren zuweilen sarkastischer Begründung von den Köchen gefürchtete, von den Fein-schmeckern mit Spannung erwartete Gault Millau in seiner neuen Ausgabe 1060 Restaurants. Die 25 Tester, die stets anonym auftreten und dieses Jahr 278 000 € Spesen machten, verleihen 857 Luxuslokalen und Landgasthöfen, Bistros und Hotelrestaurants die begehrten Kochmützen. Dazu müssen die Köche mindestens 13 von 20 Punkten erreichen, was einem Michelin-Stern nahekommt.

Da auch die Welt der Gourmandise im ständigen Wandel ist und die Plätze im Feinschmeckerparadies immer wieder neu gerührt und erkocht werden, serviert der Gault Millau im Vergleich zur Vorjahrsausgabe 168 langweilig gewordene Restaurants ab und nimmt 80 inspirierte Küchen neu auf. 134 Köche werden höher als im letzten Guide bewertet, 138 niedriger. 46 Küchenchefs verlieren die Kochmütze.

Außer dem Koch, Aufsteiger und Menü des Jahres zeichnet der Guide noch weitere kulinarische und gastronomische Leistungen aus:

  • „Entdeckung des Jahres“: Daniel Achilles vom „Reinstoff“ in Berlin, eröffnet im März 2009,
  • „Oberkellner des Jahres“: Manfred Friedel vom „Königshof“ in München,
  • „Sommelier des Jahres“: Melanie Wagner vom „Schwarzen Adler“ in Oberbergen am Kaiserstuhl,
  •  „Restaurateur des Jahres“: Erhard Schäfer vom „Maître im Kuckuck“ in Köln,
  • „Pâtissier des Jahres“: Ronny Bolz von der „Villa Rothschild“ in König-stein/Taunus,
  • „Kochschule des Jahres“ ist das vorbildlich eingerichtete und sehr modern designte Kochstudio von Otto Fehrenbacher im badischen Lahr,
  • „Cigar Lounge des Jahres“ ist das „Cigarrum“ des Hotels „Frankfurter Hofs“ in Frankfurt/Main, dessen Sessel integrierte Aschenbecher und Zigarrenhalter haben.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Marion
11.04.10 09:55 Uhr
bestes Fischrestaurant

Unser Abendessen im Fisch-Restaurant " Natusch" in Bremerhaven war hervorragend.
Frischer, unverfälschter Fisch mit bestem Service. Das Restaurant würde es verdienen, in Ihrem Führer erwähnt zu werden.

Gruß Marion

 

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