Sie sind hier: Startseite München Finanzen
Weitere Artikel
Mehr Schutz vor Inflation

Eine klug ge­misch­te Geld­anlage hilft

Die schleichende Entwertung der Ersparnisse ist in vollem Gange. Dagegen hilft nur eine klug ge­misch­te Geld­anlage. Finanztest zeigt, wie Anleger mit einer Kombination aus Zins­anlagen, Aktien­fonds und bis 10 Prozent Gold gegen­steuern können. Auch Immo­bilien kommen in Frage. Aller­dings lassen sie sich kaum kurzfristig zu Geld machen.

Zinsen unter­halb der Inflations­rate

Die aktuelle Heraus­forderung für Sparer ist einzig­artig. In der Vergangenheit standen hohen Inflations­raten stets deutlich höhere Zinsen gegen­über. Das hat sich geändert: Seit einigen Monaten liegt die Inflations­rate sogar höher als die Rendite , die Anleger für Bundes­anleihen mit zehn Jahren Lauf­zeit bekommen. Im Oktober 2011 betrug die Inflations­rate in Deutsch­land zum Beispiel 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahres­zeitraum, die Rendite zehnjäh­riger Anleihen ist gut ein halbes Prozent nied­riger. Nach Abzug von Steuern sieht der Vergleich noch ungüns­tiger aus.

Nicht zu lange fest­legen

Einen Ausweg aus der Misere kann gut gesichertes Tages- oder Fest­geld bieten. In Zeiten steigender Inflation sind diese Anlagen sinn­voller denn je. Länger als drei Jahre sollten Sparer ihr Geld aber zurzeit nicht fest­legen. Denn für längere Lauf­zeiten erhalten sie kaum bessere Zinsen.

Gold­preis ist schwankungs­anfäl­lig

Wo Anleger den besten Inflations­schutz vermuten, zeigt ein Blick auf die stark gestiegenen Preise für Gold und Immobilien. Das Edel­metall gilt seit jeher als Bastion gegen Inflation. Doch Anleger sollten sich darüber klar sein, dass der Gold­preis äußerst schwankungs­anfäl­lig ist. Dass er seit einem Jahr­zehnt fast ununterbrochen nach oben strebt, muss für die Zukunft nichts heißen. In den zwei Jahr­zehnten zwischen 1980 und 2000 wurde Gold sogar immer billiger. Es spricht nichts dagegen, von einem größeren Vermögen bis zu 10 Prozent in Gold zu stecken. Fahr­lässig wäre es dagegen, Spar­konten und Barre­serven zu plündern, um davon Barren oder Münzen zu kaufen.

Güns­tige Bedingungen für den Immobilienkauf

Wer heute ein Haus oder eine Wohnung zur Selbst­nutzung kauft, schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Er steckt sein Geld in etwas Solides, spart ab sofort jeden Monat Miete und profitiert von den extrem nied­rigen Zinsen für Immobilien­kredite. Das gilt für alle, die in ihrer Immobilie dauer­haft wohnen bleiben möchten. Anders sieht die Sache aus, wenn diese, etwa wegen eines Jobwechsels, bald wieder zum Verkauf steht. Dann läuft der Besitzer Gefahr, dass er nur mit Verlust verkaufen kann.

Schlechte Immobilien sind keine gute Geld­anlage

Die Preise für Immobilien steigen nicht immer. Was für den Markt im Allgemeinen gilt, trifft auf das einzelne Haus oder Grund­stück noch viel stärker zu. Selbst in Boomphasen sind manche Immobilien äußerst schwer oder gar nicht verkäuflich, weil sie große Mängel haben. Wenn junge Leute aus einer Gegend mit schlechter Infrastruktur und hoher Arbeits­losig­keit abwandern, ist auf lange Sicht eher mit einem Preis­verfall als mit einem Anstieg zu rechnen. Und selbst in gefragten Land­strichen ist ein Anwesen, das an einer viel befahrenen Straße oder in einer Einflug­schneise liegt, kaum eine ideale Geld­anlage.

Auch Liquidität ist wichtig

Immobilien haben einen weiteren Nachteil, den sie mit anderen viel empfohlenen Sach­werten wie Kunst­gegen­ständen oder Samm­lungen aller Art teilen: Sie sind nicht jeder­zeit schnell zu Geld zu machen. Viele Anleger interes­siert das nur am Rande – zu Unrecht. Auch ein boomender Immobilienmarkt nutzt dem Eigentümer herz­lich wenig, wenn sich für sein Haus kein Käufer findet. Seine Anlage ist also nicht nur immobil, sondern auch illiquide. Anleger, die eine Immobilie nur aus Sicher­heits­gründen wollen, sollten sich dieses Problems bewusst sein. Nur wer genügend Geld in der Hinterhand hat, könnte es wegstecken, wenn sein Haus eine Zeit lang unver­käuflich ist.

Auch Aktien sind Sach­werte

Zu Sach­werten, die in Krisen­zeiten eine gewisse Sicherheit verheißen, zählen auch Aktien, denn sie ermöglichen eine direkte Beteiligung an Unternehmen und damit auch an deren Besitz, deren Produkten und Patenten. Aus nach­voll­zieh­baren Gründen bringt dennoch kaum jemand Aktien mit Sicherheit in Verbindung. Gerade in wirt­schaftlich unsicheren Zeiten sind starke Kurs­schwan­kungen an der Tages­ordnung und zwischen­durch extreme Verluste möglich.

Auf lange Sicht empfehlens­wert

Dennoch sind solide Aktien und gute Aktienfonds nach wie vor eine empfehlens­werte Geld­anlage. Wenn es an den Börsen besonders turbulent zugeht, können Anleger billig einsteigen. Wer diese Chance nutzt und nicht ungeduldig wird, kann auf gute Erträge hoffen. Auf lange Sicht ließen sich an den interna­tionalen Aktienmärkten höhere Renditen erzielen als mit anderen seriösen Geld­anlagen. In der Vergangenheit hat diese Art von Inflations­schutz also gut funk­tioniert.

Breite Streuung ist entscheidend

Einzelne Aktien sind für die meisten Anleger allerdings zu heikel. Wer sich an einer Firma beteiligt, sollte gut über ihre wirt­schaftliche Lage, Markt­stellung und Zukunfts­perspektiven Bescheid wissen. Das erfordert mehr Zeit und Fachkennt­nisse, als der Durch­schnitts­anleger mitbringt. Er nimmt besser von vorn­herein nur Aktienfonds. Damit beteiligt er sich indirekt an einer Vielzahl von Unternehmen. Am einfachsten geht das mit einem Indexfonds (ETF) auf den welt­weiten Aktien­index MSCI Welt. Die Alternative für sehr interes­sierte Anleger sind aktiv gemanagte Aktienfonds. Die besten von ihnen schafften in der Vergangenheit deutlich höhere Renditen als der breite Aktienmarkt. 

Hier finden Sie weitere Tipps

(test.de)


 


 

Anlegen
Krise
Inflation
Geld­anlage
Zins­anlagen
Aktien­fonds
Immo­bilien
Inflations­rate

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Anlegen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: