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Geldsparen

Kosten für Gartenpflege von der Steuer absetzen

Hausbesitzer und Mieter können Ausgaben für Leistungen, um Haus und Garten in Schuss zu halten, teilweise von der Steuer absetzen.

Darauf weist die Steuerberaterkammer München hin. Handelt es sich bei den Leistungen um haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Handwerkerleistungen oder andere Dienstleistungen, kann man ein Fünftel der Kosten und
insgesamt höchstens bis zu 5.710 Euro bei Abgabe der Einkommensteuererklärung geltend machen.

Unterscheidung haushaltsnaher Beschäftigungsverhältnisse, Handwerker- und anderer Dienstleistungen.

Der Fiskus (zur Fiskus Definition) unterscheidet bei der Geltendmachung zwischen haushaltsnahen Handwerker- und haushaltsnahen anderen Dienstleistungen sowie Beschäftigungen. Kammerpräsident Dr. Hartmut Schwab erklärt: „Handelt es sich um Handwerkerleistungen wie die Installation einer Bewässerungsanlage oder den Bau eines Carports, einer Stützmauer oder eines Gartenhauses nach Errichtung des Haushalts, lassen sich 20 Prozent der Kosten, aber maximal nur bis zu 1.200 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen.“

Ein Rechenbeispiel: Hat ein Steuerbürger für Handwerkerleistungen 6.000 Euro ausgegeben, kann er 1.200 Euro steuerlich geltend machen. Hat er aber 10.000 Euro ausgegeben, kann er auch nur 1.200 Euro geltend machen, denn dies ist die maximale Summe, die der Staat überhaupt anerkennt. Umgekehrt kann der Steuerbürger bei Ausgaben von 3.000 Euro auch keine 1.200 Euro, sondern nur 600 Euro geltend machen. „Weitere 20 Prozent und maximal 510 Euro können für haushaltnah geringfügig Beschäftigte
abgesetzt werden – und darüber hinaus nochmals 20 Prozent und maximal bis zu 4.000 Euro, wenn es sich bei den Ausgaben um andere haushaltsnahe Dienstleistungen handelt“, fährt Schwab fort.

Im Rahmen der geringfügigen Beschäftigung und der anderen haushaltsnahen Dienstleistungen können beispielsweise die herkömmliche Pflege des Gartens, Rasenmähen, Heckenschneiden oder Unkrautjäten anfallen. Es sind Tätigkeiten, die ein Mitglied des Haushalts ohne Erfahrung oder Ausbildung übernehmen könnte.

Winterdienst und Gehwegreinigung nicht mehr steuerlich absetzbar

Rechnet man nun die Erstattungsgrenzen für haushaltsnahe Handwerkerleistungen, andere haushaltsnahe Dienstleistungen sowie für Beschäftigungsverhältnisse zusammen, ergeben sie in der Summe die bereits genannten 5.710 Euro. Aber Achtung, nicht alles wird steuerlich begünstigt, es spielen immer die Umstände eine Rolle:

Hängen die Arbeiten zum Beispiel mit einem Neubau zusammen, sind die Kosten nicht steuerlich absetzbar. Auch hat der Fiskus klargestellt, dass der Haushalt an der Grundstücksgrenze endet. Winterdienst und Gehwegreinigung erkennt er dementsprechend nicht mehr als haushaltsnahe Dienstleistungen an. Seit 2014 gilt dies auch für die Messungen des Schornsteinfegers. Steuerlich absetzbar sind nur noch seine Reparatur- und Wartungsarbeiten. Dementsprechend aufgegliedert sollte seine Rechnung sein. Möglich ist es dagegen, Arbeiten zur Schaffung neuen Wohnraums steuerlich geltend zu machen – etwa den
Anbau eines Wintergartens an ein bestehendes Gebäude. Dem war bisher nicht so.

Detaillierte Rechnung zahlt sich aus

Auch ist von Bedeutung, wer die Arbeiten ausführt. Sind es Bekannte oder Freunde, erkennt der Fiskus die Kosten nicht an, sind es angemeldete Unternehmen oder Beschäftigte, erkennt er sie an. Dabei ist belanglos, ob es sich um einen spezialisierten Handwerker oder um einen Allround- Dienstleister handelt, ob der Arbeiter in seiner Rechnung Umsatzsteuer ausweist oder als
Kleinunternehmer darauf verzichtet. Von Bedeutung im Hinblick auf die Rechnung ist allerdings, dass sich ihr die Höhe der
Arbeitskosten entnehmen lässt. Deshalb sollte das ausführende Unternehmen seine Aufwendungen für Material und Arbeit getrennt aufführen. Es kann aber auch den Anteil der Arbeits- und Materialkosten am Rechnungsbetrag nennen, anstatt genaue Beträge anzugeben.

Die Umsatzsteuer, die auf die Arbeitskosten entfällt, muss nicht gesondert ausgewiesen werden, sie ist ebenfalls steuerlich begünstigt und auch die Fahrtkosten lassen sich steuerlich absetzen. Ist all dies geschehen, ist zum Beispiel Gartenliebhabern die Rückerstattung eines Teils ihrer Ausgaben sicher. Ganz entscheidend hierbei ist allerdings, dass die Rechnungen für die
Handwerker- und Dienstleistungen auch wirklich vorliegen und die Bezahlung durch Überweisung erfolgt ist. Bei Barzahlung sind die Voraussetzungen für eine steuerliche Berücksichtigung nicht erfüllt.

(Redaktion)


 


 

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