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Genossenschaftliches Wohnen

Nutzergenossenschaft– eine Alternative zwischen Miete und Eigentum

Die Zeiten, in denen es zum 60. Geburtstag einen Blumenstrauß mit goldenem Jubiläumsschild gab und es danach dann irgendwann hieß: „ab ins Heim!“, sind längst vorbei. Im Gegenteil: oftmals entscheiden sich viele Menschen erst in der Mitte des Lebens für einschneidende Veränderungen, die nicht selten in kompletten Neuanfängen münden. Das betrifft auch die Wohnsituation.

Ausschlaggebend ist nicht nur die allgemeine demographische Situation, sondern vor allem auch die gegebene Wohnsituation in Ballungszentren, so wie auch in Köln, in denen immer mehr Wohnungen nicht über gewünschte Strukturen verfügen, zu teuer oder gar nicht erst verfügbar sind.

In der 2008 von Prof. Dieter Otten veröffentlichten „Studie 50+ - Wie die jungen Alten die Gesellschaft revolutionieren“ erachteten seinerzeit schon 60 Prozent aller Befragten alternative Wohnlösungen als "interessant". Knapp 43 Prozent hätten ein Mehrgenerationenhaus und eine Wohngemeinschaft für richtig empfunden. Der Vollständigkeit halber sei jedoch gesagt, zogen die meisten Menschen das Wohnen in den eigenen vier Wänden vor und das so lange wie möglich.

Demographischer Faktor verlangt nach neuen Wohnkonzepten

Ob nun auf dem Lande oder in der Stadt, ob junge oder ältere Menschen: Viele wünschen sich ein Zuhause, in dem sie ein geschütztes Wohnverhältnis pflegen können, schrecken jedoch vor den hohen Kosten und der langen Bindung zurück, die mit dem Kauf eines eigenen Hauses oder einer eigenen Wohnung verbunden sind. Auf der anderen Seite sind die Voraussetzungen für den Erwerb von Eigentum derzeit so günstig wie nie.

Wer all diese Überlegungen mit einbezieht, die Vorteile von Gemeinschaft schätzt - ohne auf Privatsphäre zu verzichten, der sollte sich einmal mit dem I.D.G.-Konzept der geschlossenen Nutzergenossenschaft auseinandersetzen. Hier finden neben jüngeren Familien mit nur einem Einkommen auch ältere Paare, die sich verkleinern wollen, oder Singles, die einfach nur an einer guten Nachbarschaft interessiert sind, vielleicht eine kreative und gleichzeitg finanziell interessante Alternative zum klassischen Eigentumskauf.

Heiß sind derzeit jene Alternativen gehandelt, in denen Menschen sowohl individuell leben können und bei Bedarf verbindliche Unterstützung erfahren durch gleichgesinnte, die bereit sind, sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen. Und: die die Sicherheit einer verbindlichen Wohnsituation bieten.

Vorzeige-Objekt mit Wiederholungscharakter

Ein solches Projekt ist jetzt im Kölner Stadtteil Widdersdorf fertiggestellt worden. In der Rechtsform der BauGenossenschaft entstand während der vergangenen drei Jahre auf einem Grundstück des Prima-Colonia-Geländes ein genossenschaftliches Mehrgenerationenprojet, welches neben dem gemeinschaftlichen Wohnkonzept des gegenseitigen Helfens einen unschlagbaren Vorteil bietet: Die Mitglieder wohnen mit einem vererbbarem Wohnrecht zur Miete – und erkaufen dennoch mit dem Beitritt zur Genossenschaft so etwas wie Eigentum.

„Unser Ziel war es, verlässliche, zukunftsfähige Bedingungen für die Wohnraumversorgung im Rahmen einer Genossenschaft zu entwickeln, in der Menschen jeden Alters aus unterschiedlichen sozialen Schichten nachbarschaftlich orientiert wohnen möchten. Daneben haben volkswirtschaftliche, ökologische und soziale Grundsätze in unserem Konzept ein hohen Stellenwert“, so der Projektinitiator Josef Hennebrüder.

Drei Jahre Anlaufzeit und unzählige Gespräche mit Interessenten und Banken waren notwendig, um die Vision in die Tat umzusetzen. Dieses Jahr war es dann so weit, die ersten Umzugswagen fanden sich vor dem Komplex ein. 73 neue Mitglieder werden noch bis Ende des Jahres in die insgesamt 71 Wohnungen und zwei Büroeinheiten unterschiedlicher Größe einziehen. 

Wie funktioniert eine Wohngenossenschaft ?

Grundlegend ist eine Beteiligung dann interessant, wenn ein konkretes Interesse an einer Wohnung oder einer Büroeinheit besteht. Eine Anlage wie die in Widdersdorf kann nur über möglichst viele Mitglieder mit den gleichen Ideologien entstehen. Wer dabei nicht - oder noch nicht - selbst die Wohnung beziehen möchte, der kann als Investor einsteigen und „seinen“ Wohnraum rentabel vermieten. Wer beides nicht möchte, sich jedoch für sozial verantwortungsbewusste Geldanlagen interessiert, der sollte ebenfalls nicht zögern, sich mit dem Projekt der Wohngenossenschaft I.D.G.-Nutzergenossenschaft auseinanderzusetzen. Ähnlich wie bei Energiegenossenschaften gilt es auch bei derartigen Nutzergnossenschaften, seinen Anteil dazu beizutragen und zum Schluss zu profitieren, sei es durch eine Wohnung oder auch eine Ausschüttung. Erste Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage www.gut-in-widdersdorf.de oder der des Projektinitiators www.i-d-g.de.

(Edda Nebel)


 


 

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