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Tödliche Schüsse

Gewalttaten im Gericht sind keine Seltenheit

Schüsse und Messerstechereien im Gericht sind keine Seltenheit. Immer wieder werden Anwälte, Staatsanwälte, Richter und Angeklagte Opfer von Attacken. Am Mittwoch wurde ein 31 Jahre alter Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht von drei Schüssen getroffen und erlag wenig später seinen Verletzungen.

Der 54 Jahre alte Angeklagte hatte in einem Strafverfahren wegen Vorenthaltens von Arbeitsentgelt während der Urteilsverkündung die Waffe gezogen. Hier eine Auswahl spektakulärer Fälle.

Der Fall Bachmeier

1981 erschoss die verzweifelte Mutter Marianne Bachmeier im Lübecker Landgericht den Mörder ihrer kleinen Tochter. Die damals 30-Jährige hatte es geschafft, eine Waffe mit ins Gericht zu nehmen. Es war der dritte Verhandlungstag im Prozess gegen Klaus Grabowski, der im Mai 1980 Bachmeiers siebenjährige Tochter sexuell missbraucht und aus Angst vor Bestrafung erdrosselt hatte.

Der St. Pauli Killer

1986 erschoss der "St.Pauli-Killer" Werner Pinzner im Hamburger Polizeipräsidium während seiner Vernehmung einen Staatsanwalt, seine Frau Jutta und am Ende sich selbst. Die Waffe hatte er mithilfe seiner Anwältin einschmuggeln können. Vor dem Hintergrund der brutalen Machtkämpfe auf dem Hamburger Kiez in den 80er Jahren mit zahlreichen Auftragsmorden schlug der Fall große Wellen.

Richter und sechs weitere Menschen erschossen

1994 erschoss im nordrhein-westfälischen Euskirchen ein wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilter Mann kurz nach der Urteilsverkündung den Richter und sechs weitere Menschen, bevor er sich mit einer Handgranate in die Luft sprengte.

In Bremen tötete 1995 der Bruder eines Mordopfers in einer Verhandlungspause den mutmaßlichen Täter.

Anlass: Unterhaltsverfahren

1997 schoss ein 39-jähriger Polizeibeamter während eines Unterhaltsverfahrens in Frankfurt am Main auf seine Lebensgefährtin und deren Anwältin. Die Lebensgefährtin starb, ihre Anwältin wurde schwer verletzt.

Anlass: Rassistische Sprüche

In Dresden wurde 2009 während einer Verhandlung im Landgericht die Ägypterin Marwa El-Sherbini erstochen. Der Täter musste sich dort verantworten, weil er die Frau mit rassistischen Sprüchen beleidigt hatte.

Anlass: Erbschaftsstreit

Ebenfalls 2009 erschoss ein 60-Jähriger im bayerischen Landshut auf dem Flur des Gerichts seine 48-jährige Schwägerin. In dem Verfahren ging es um einen langjährigen Erbschaftsstreit zwischen sieben Geschwistern. Der Mann ging anschließend in den Sitzungssaal zu Richter und Anwalt, kündigte seinen Suizid an schoss sich in den Kopf.

(dapd-bay)


 


 

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