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  • 28.01.2013, 07:34 Uhr
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Gescheitertes Sanierungskonzept

OLT Express Germany stellt Flugbetrieb ein

Die Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany stellt mit sofortiger Wirkung den Flugbetrieb ein. Die Airline mit Sitz im Bremen teilte am Sonntagabend mit, der Flugbetrieb werde Mitternacht gestoppt.

Zum Schutz der Gläubiger habe sich das Management entschieden, alle Ausgaben soweit wie möglich zu reduzieren. Erste Konsequenz sei die "sofortige vollständige Einstellung des Flugbetriebs".

Grund dafür sei, dass der Anteilseigner Panta Holdings B.V. aus den Niederlanden das von Geschäftsführung und Mitarbeitern entwickelte Sanierungskonzept nicht mittrage. Nach Angaben der seit längerem finanziell angeschlagenen Fluggesellschaft sollten Mitarbeiter in Teilzeit arbeiten und auf Gehalt verzichten, um ein Überleben der Firma zu sichern. Auch wesentliche Gläubiger hätten ihre Unterstützung in Aussicht gestellt, nur der Beitrag des Gesellschafters sei letztlich ausgeblieben.

Ob Kunden nach Einstellung des Flugbetriebs die Kosten für bezahlte Tickets erstattet bekommen, teilte die Airline nicht mit.

Bewegte Geschichte

Die Fluggesellschaft, deren Wurzeln als norddeutscher Inselflieger bis 1958 zurückreichen, bediente seit vergangenem Jahr vor allem sogenannte Nischenstrecken abseits großer Drehkreuze. In Deutschland flog die Gesellschaft unter anderem ab Dresden, wo sie vor knapp einem Jahr frühere Linien der insolventen Cirrus Airlines nach Hamburg und Zürich übernahm, sowie ab Münster/Osnabrück, Karlsruhe/Baden, Saarbrücken und München flog.

Ab 2011 gehörte OLT Express zunächst einem polnischen Investor, ab 2012 der niederländischen Panta Holdings. Im Sommer vergangenen Jahres wurde von OLT Express Germany die Contact Air inklusive Personal und Flugzeugen übernommen, nachdem diese ihre Aufträge von der Lufthansa verloren hatte.

Mit einer Flotte aus zehn Fokker-Jets und fünf kleiner Turboprop-Maschinen plante die OLT ab Herbst 2012 eine umfangreiche Expansion mit Linien von deutschen Regionalflughäfen zu europäischen Metropolen. Noch vor dem geplanten Start im Oktober waren jedoch viele Verbindungen ausgedünnt oder komplett gestrichen worden. Vor Weihnachten hatte die Airline ihre Flugpläne nochmals ausgedünnt und angekündigt, dass die Lufthansa-Tochter Swiss bestehende Verträge über den Betrieb zweier Flugzeuge im Frühjahr 2013 nicht verlängern wird. Deshalb mussten kurzfristig Maschinen stillgelegt werden.

(dapd-bay)


 


 

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