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Gesetzliche Krankenkassen

Gewinn verteilen - ja oder nein?

Die Politiker würden sich gern mit sozialen Forderungen schmücken, Experten warnen jedoch vor einer Prämienausschüttung. Vor ein paar Monaten klang das noch ganz anders: Da klagten die gleichen Politiker über die hohen Defizite bei den Krankenkassen.

Politiker unterschiedlicher Couleur haben am Wochenende gefordert, dass die Gesetzlichen Krankenkassen ihre derzeit vorhandenen Überschüsse an die Versicherten ausschütten sollen. Von Kassen, die „im Geld schwimmen“ war da die Rede. Vor ein paar Monaten klang das noch ganz anders: Da klagten die gleichen Politiker über die hohen Defizite bei den Krankenkassen.

Experte sagt: Unsinn!

Krankenkassenexperte Thomas Adolph, Geschäftsführer der Kassensuche GmbH, die das führende Internetportal zu Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen www.gesetzlicheKrankenkassen.de betreibt, sagt dazu: „Diese Forderungen sind Unsinn. Man sollte lieber einmal zusehen, dass die Krankenkassen ordentliche Rücklagen bilden. Sonst schreien beim nächsten Konjunktureinbruch dieselben Politiker wieder, dass die Kassen ein so enormes Defizit haben und Zuschüsse aus Steuermitteln brauchen.“

Was hat Prämienausschüttung mit Preistransparenz zu tun?

Insbesondere über den Kommentar des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn in der Financial Times Deutschland vom 14.02.2012, wundert sich Adolph. Spahn hatte darin geschrieben, dass Versicherte durch Zusatzbeiträge und Prämienausschüttungen „erstmals eine Preistransparenz“ hätten. Damit seien „alle Instrumente geschaffen, um wirklichen Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen zu ermöglichen.“

Beispiel für "real existierenden Sozialismus"

Für Adolph ist das pure Heuchelei: „Alleine die Rückgabe der vollen Beitragsautonomie an die Kassen würde einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Derzeit wird der Beitragssatz vom Gesetzgeber festgeschrieben. Das ist kein Wettbewerb, sondern erinnert an den ‚real existierenden Sozialismus’. Der Zusatzbeitrag löst die Probleme der Kassen nicht, er verschärft sie noch. Auch hat der Gesundheitsfonds kein einziges Problem im Gesundheitswesen gelöst. Dafür ist ein riesiger bürokratischer Wasserkopf entstanden, der völlig überflüssig wäre, wenn die Kassen, denen man ja gerne überhöhte Verwaltungskosten vorwirft, ihren Beitragssatz wieder selbst festlegen könnten. Preistransparenz ist auch gegeben, wenn eine Kasse einen Beitragssatz von 12,9 Prozent, die andere einen von 15,1 Prozent erhebt. So viel Mündigkeit darf Herr Spahn den Bürgern schon zutrauen.“

Versicherte können schon jetzt ihre Beitragslast verringern

Beispielsweise kann man kann zu einer der Kassen wechseln, die bereits jetzt eine Beitragsprämie auszahlen. Fast alle Kassen bieten zudem einen Wahltarif mit Beitragsrückerstattung. Wer sich dort einschreibt, hat Sparmöglichkeiten bis zu 600 Euro im Jahr. Auch die Teilnahme an Bonusprogrammen der Kassen kann sich lohnen: Bis zu 720 Euro schütten die Kassen für die Teilnahme an bestimmten Maßnahmen hier aus.

Wer sich hier über Details informieren möchte, kann dies auf dem kostenfreien Internetportal www.gesetzlicheKrankenkassen.de mittels der interaktiven Kassensuche tun.

(Redaktion)


 


 

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