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Was bringt die neue Gesundheitskarte?

Im Gesundheitssektor ist momentan sehr viel in Bewegung. Auf der einen Seite erreichen uns Nachrichten, die eine starke mediale Präsens aufweisen, wie die Ernennung des neuen Gesundheitsministers. Aber es gibt auch große Änderungen, die in der Öffentlichkeit weniger Beachtung finden. So läuft momentan der Rollout der neuen elektronischen Gesundheitskarte.

Dies klingt auf den ersten Blick gar nicht so besonders, allerdings stellt die neue Karte eine große Innovation dar, die noch eine starke Auswirkung auf den gesamten Gesundheitsmarkt haben wird.

Welche Neuerungen bringt die elektronische Gesundheitskarte?

Ziel der neuen Karte ist es, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen, eine hohe Verfügbarkeit medizinischer Daten zu ermöglichen und den Datenschutz zu stärken. Für die Einführung wurde 2005 die Gematik gegründet. Ziel dieser Gesellschaft ist die Einführung und Betrieb der Gesundheitskarte. Die Gematik hat zurzeit ca. 150 Mitarbeiter, welche sich mit der Konzipierung, Zulassung und Betriebsverantwortung der Karte befassen. Das besondere am dem Projekt sind die extremen Dimensionen. So sind insgesamt 200.000 Ärzten, 20.000 Apotheken, 2.000 Krankenhäuser und 70 Mio. gesetzlich Versicherte involviert. Die Kosten für den Aufbau der Telematikinfrastruktur werden auf bis zu 1,4 Mrd. Euro geschätzt. Die entstehenden Kosten für neue Lesegeräte etc. sollen den Ärzten weitestgehend erstattet werden.

Welche technischen Besonderheiten weist die neue Karte auf?

Die bisherige Karte ist eine reine Speicherkarte, wohingegen die neue Karte eine Mikroprozessorkarte ist. So können Daten und Informationen gespeichert, verarbeitet und abgerufen werden. Ärzte und Apotheker benötigen einen speziellen Ausweis, um sich zu identifizieren und Daten auf der Karte abzulegen bzw. abzurufen. Alle Informationen werden stets verschlüsselt gespeichert, so dass ein Mißbrauch laut Gematik nicht möglich ist. Bei den Anwendungen auf der Karte wird zwischen Pflicht- und freiwilligen Anwendungen unterschieden. Zu den Pflichtanwendungen gehören u.a. die Speicherung und Übermittlung der Versichertenstammdaten sowie das elektronische Empfangen und Einlösen von Verordnungen. Zu den freiwilligen Anwendungen zählen u.a. die Daten für die Notfallversorgung, der elektronische Arztbrief, die elektronische Patientenakte und das elektronische Patientenfach.

Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich des Rollouts?

Die Spezifikationen der Karte sind abgeschlossen, die Hersteller der Karten und die Krankenkassen als Herausgeber haben von der Gematik bereits ihre Zulassungen erhalten und auch die Zulassungen für stationäre und mobile Kartenlesegeräte sind ausgesprochen. Der Basis Rollout hat somit bereits gestartet und die Ausgabe der ersten elektronischen Gesundheitskarte hat in der Startregion Nordrhein bereits begonnen. Die flächendeckende Ausgabe ist für das Jahr 2013 geplant.

Grundlage für Innovation ist die Verzahnung vieler Faktoren

An Hand der oben genannten Ausmaße lässt sich die Größe und Tragweite des Projektes erkennen. Doch wie lassen sich solche Innovationsprozesse optimal gestalten und welche Voraussetzungen liegen Innovationen prinzipiell zu Grunde? Innovationen sind in der Regel das Ergebnis der Verzahnung verschiedener Faktoren. So spielt das Öko-System, mit Umwelt-, gesellschaftlichen Anforderungen und den gültigen Gesetzen und Regulierungen eine große Rolle. Den zweiten entscheidenden Faktor bildet der Bereich Technologie. Zu ihm gehören die Unterpunkte technische Kompetenzen, sowie Kenntnisse über neue Verfahren. Als dritten wichtigen Faktor lässt sich der Markt identifizieren. Hierbei gilt es Kundennutzen , Kundenbedürfnisse, Wettbewerb und andere Märkte zu betrachten.

Innovationsfreude sehr branchenspezifisch

Untersuchungen zeigen, dass normalerweise kleinere beziehungsweise hierarchisch flach organisierte Unternehmen höhere Innovationstätigkeiten vorweisen, als große Unternehmen mit starren Strukturen. Allerdings hängt die Innovationstätigkeit auch stark von der Branche ab. Auch bei der individuellen Wahrnehmung der Unternehmen hinsichtlich eigener Innovationspotentiale lassen sich bei den Unternehmen Unterschiede feststellen. So verbinden produzierende Unternehmen Innovationen vor allem mit ihren Produkten, Verfahren und Prozessen und zeigen damit ein eher klassisches Verständnis von Innovationen. Bei Dienstleistungsunternehmen stehen dahingegen Marktauftritt, Strategie und Organisation in der Innovationswahrnehmung höher im Kurs. Natürlich sind aber auch bei diesen Unternehmen die eigenen Produkte und Dienstleistungen als mögliche Innovationstreiber identifiziert.

Welche branchenunabhängigen Merkmale weisen Innovationsführer auf und was haben sie gemeinsam?

Innovationsführer gestalten ihre Innovationsprozesse häufig viel offener alsdie breite Masse. So wird in alle Stufen des Innovationsprozesses die Umwelt aktiv eingebunden. Ferner fließt Kundenfeedback und das Wissen externer Partner bereits zu Beginn des Innovationsprozesses mit ein. Durch die aktive Mitwirkung der Technologiepartner lässt sich eine erfolgreichere und schnellere Implementierung erzielen. Des Weiteren gibt es methodische Ansätze den Innovationsprozess zu optimieren und zu kanalisieren. So bietet das Stage-Gate Modell eine Plattform zur Bewertung und Strukturierung von innovativen Prozessen. Diese werden in einzelne Abschnitte und sogenannte Tore (Gates) unterteilt. Im Rahmen der jeweiligen Gates wird entschieden, ob ein Projekt fortgeführt oder abgebrochen wird. Auf diese Weise lässt sich die Effizienz und der Output von Innovationsprozessen entscheidend erhöhen.

Die 4-advice | Change & Innovation Consulting in Bonn hat sich unter anderem spezialisiert auf Change Management und Innovation Management.

(Christian Borowski)


 


 

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