GfK-Studie
Europäische Konsumenten sparen in der Krise ganz unterschiedlich
Südbaden. Der GfK Verein hat in neun Ländern Europas das Sparverhalten der Verbraucher vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirtschaftskrise untersucht.
Während besonders die Konsumenten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und in Österreich in zahlreichen Bereichen versuchen, ihre Ausgaben zu reduzieren, ist für die Befragten in Spanien und in Polen Sparen im Alltag derzeit kein so dringendes Thema. Knapp jeder Dritte in diesen beiden Ländern antwortet, gar nichts zu machen, um seine Haushaltskasse zu schonen.
Verschiedene Nationen, verschiedene Sparmaßnahmen
Mehr als vier von zehn Konsumenten in Deutschland, den Niederlanden und in Österreich, versuchen, Lebensmittel und Getränke so günstig wie möglich einzukaufen. Bei den Ausgaben für Bekleidung und Schuhe zu sparen, das geben dagegen häufiger die befragten Russen und Italiener (49 bzw. 43 Prozent) an. Seltener eine Gaststätte oder ein Restaurant zu besuchen, stellt eine weitere Möglichkeit dar, um seine alltäglichen Ausgaben einzuschränken: Vor allem die Deutschen, die Franzosen (48 bzw. 45 Prozent) sowie die Österreicher und die Italiener (41 bzw. 42 Prozent) sparen beim Essen gehen.
Größere Anschaffungen für zum Beispiel ein Auto oder eine Waschmaschine verschieben, das versuchen gegenwärtig hauptsächlich die russischen und deutschen Konsumenten (45 bzw. 42 Prozent). Auch der Verzicht auf den Besuch einer Kneipe oder eines Cafés spart Geld: vier von zehn befragten Franzosen und Deutschen geben an, so ihre alltäglichen Ausgaben zu reduzieren. Ebenso bietet der Verzicht auf einen Kino-, Konzert- oder Theaterbesuch für die französischen und die deutschen Befragten Sparpotenzial für die Haushaltskasse. Und knapp mehr als jeder dritte Konsument in Deutschland, Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien versucht, preiswerter Urlaub zu machen.
Durch weniger Energiekosten für die Heizung bzw. die Klimaanlage Geld zu sparen, das antworten knapp 40 Prozent der Briten und 27 Prozent der Niederländer. Der Kauf möglichst günstiger Bahn- und Flugtickets schließlich stellt nur in Großbritannien, Deutschland und Österreich für mehr als jeden Vierten eine Möglichkeit dar, seine Ausgaben zu verringern.
Fragt man die Verbraucher dann noch genauer, was sie von den genannten Möglichkeiten als erstes tun, um Geld zu sparen, so erhält man die europäischen Top-3 des Sparens:
- Lebensmittel und Getränke so preisgünstig wie möglich einzukaufen
- größere Anschaffungen für zum Beispiel ein Auto oder eine Waschmaschine verschieben
- seltener in ein Café, eine Kneipe oder eine Bar gehen.
Frauen sind häufig sparsamer
Insgesamt müssen die Frauen in Europa mehr sparen als die Männer: So werden besonders Lebensmittel und Getränke möglichst preisgünstig eingekauft (42 versus 34 Prozent), für Bekleidung und Schuhe wird weniger ausgegeben (43 versus 36 Prozent) und auch Zeitungen und Zeitschriften kommen seltener in den Einkaufskorb (24 versus 18 Prozent).
Dabei sind es vor allem die europäischen Hausfrauen Mitte, die bei Lebensmitteln und Getränken sparen (48 Prozent), ihre Einkäufe für Bekleidung und Schuhe reduzieren (47 Prozent) und seltener in ein Café (43 Prozent), ein Restaurant (46 Prozent) oder ins Kino gehen (45 Prozent). Deutlich weniger sparen müssen in Europa dagegen die älteren Konsumentinnen der Mittelschicht: Nur bei Lebensmitteln und Getränken (37 Prozent) und bei Schuhen und Bekleidung (40 Prozent) versucht diese Verbrauchergruppe, ihre Ausgaben nennenswert einzuschränken.
(gfk)
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