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Steuertipp

Häusliches Arbeitszimmer

Checkliste der abzugsfähigen Kosten:

Kosten für Arbeitsmittel können in jedem Fall steuermindernd geltend gemacht werden. Das gilt auch dann, wenn ein Arbeitszimmer nicht oder nur in begrenzter Höhe anerkannt wird.

· Abschreibung Gebäude
· Abschreibung Einrichtung
· Abwasserkosten
· Arbeitsmittel
· Brandversicherung
· Erbpachtzinsen
· Erhaltungsaufwand
· Gardinen
· Gebäudeversicherungen
· Glasversicherung
· Grundbesitzabgaben
· Grundsteuer
· Haftpflichtversicherung
· Hausratversicherungen
· Heizungskosten
· Kaltmiete
· Lampen
· Miete (Kaltmiete + gezahlte Nebenkosten)
· Müllkosten
· Nebenkosten
· Reinigungskosten
· Renovierungskosten
· Reparaturen
· Schuldzinsen
· Sonstige Grundbesitzabgaben
· Stromkosten
· Tapeten
· Teppiche
· Versicherungen
· Vorhänge
· Wasserkosten
· Verwaltungskosten
· Zinsen

Wichtig: Die abzugsfähigen Kosten des Arbeitszimmers werden grundsätzlich nach dem Verhältnis von Wohnfläche zur Fläche des Arbeitszimmers berechnet. Soweit möglich, kann eine direkte Zuordnung vorgenommen werden.

Mit den folgenden vier grundsätzlichen Fragen haben sich die Steuerrichter in jüngster Zeit besonders häufig befasst:

1. Kein häusliches Arbeitszimmer?

Gelten die Einschränkungen nicht, weil es sich überhaupt nicht um ein häusliches Arbeitszimmer, sondern um einen Arbeitsraum außerhalb der Wohnung, eine Betriebsstätte oder ein Lager handelt?
Die Abzugsbeschränkungen gelten nur für häusliche Arbeitszimmer. Wer also außerhalb seiner Wohnung einen Raum ausschließlich beruflich nutzt, kann seine Kosten unbegrenzt steuermindernd absetzen. Zur Frage, ob es sich um ein häusliches Arbeitszimmer oder aber einen Arbeitsraum außerhalb der Wohnung handelt, sind zahlreiche Finanzgerichts-Urteile ergangen. Die meisten Streitfälle betreffen Arbeitsräume im Dachgeschoss, im Keller, im Anbau oder einer angemieteten Zweiwohnung.

Eine Betriebsstätte oder ein Lager ist ebenfalls kein Arbeitszimmer und fällt daher generell nicht unter die strengen Arbeitszimmer-Vorschriften. Zur Frage, ob Büro- und Praxisräume bzw. Behandlungsräume für Patienten als Betriebsstätte anzusehen sind, gibt es mehrere Urteile.

2. Schädliche private Mitbenutzung?

Welche Konsequenzen hat es, wenn ein Arbeitszimmer mit privaten Gegenständen, zum Beispiel einem Bett oder Haushaltsgegenständen ausgestattet ist? Schadet es, wenn ein Arbeitszimmer gelegentlich durchquert wird, um private Räume zu erreichen (sog. Durchgangszimmer).
In mehreren Urteilen ging es um die Frage, ob ein Durchgangszimmer anzuerkennen ist. Die Finanzgerichte hatten dies zumeist bejaht. So ist ein Durchgangszimmer zu Bad und Toilette nicht steuerschädlich und als Arbeitszimmer anzuerkennen.

3. Mittelpunkt der Betätigung?

Ist ein Arbeitszimmer in voller Höhe steuerlich anzuerkennen, weil es den "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung" bildet? Wo liegt der Mittelpunkt der Tätigkeit bei Außendienstmitarbeitern? Sind Nebenjob und Haupttätigkeit einheitlich zu beurteilen?
Unbegrenzt ist ein Arbeitszimmer nur abzugsfähig, wenn es den "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung" bildet. Wann dies genau der Fall ist, regelt das Gesetz nicht. Die ganz überwiegende Meinung im Schrifttum stellt darauf ab, wo der Steuerpflichtige nach der allgemeinen Verkehrsauffassung die für seinen unternehmerischen Erfolg wesentlichen Leistungen erbringt. Voraussetzung ist demnach nicht, dass sich die gesamte Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer abspielt. Der Kernbereich der Betätigung muss jedoch im häuslichen Arbeitszimmer liegen.

Ob die das Berufsbild prägende Tätigkeit mit ihrem Kernbereich im häuslichen Arbeitszimmer ausgeübt wird, ist vor allem bei Außendienstlern ohne eigenen Arbeitsplatz fraglich. Die Finanzverwaltung vertritt die Auffassung, dass das Außendienstgebiet den Mittelpunkt bildet.

4. Anderer Arbeitsplatz?

Steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, so dass die Kosten für das Arbeitszimmer bis maximal 1.250 Euro abgesetzt werden können? Welche Konsequenzen hat es, wenn der "andere Arbeitsplatz" nur eingeschränkt nutzbar ist? Ist eine Aufteilung in Teiltätigkeiten vorzunehmen?
Vor allem zur eingeschränkten Nutzung des "anderen Arbeitsplatzes" gibt es zahlreiche Entscheidungen. Gleich in mehreren Urteilen geht es um die Frage, ob Schulleiter ein Arbeitszimmer geltend machen können. Schulleitern wird von der Finanzverwaltung - anders als "normalen" Lehrern - der Abzug mit dem Argument verwehrt wird, dass ein Dienstzimmer genutzt werden kann.

Der zweite große Streitpunkt ist die Aufteilung in Teiltätigkeiten. Hier ist die steuerliche Behandlung fraglich, wenn zwar grundsätzlich ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht, aber bestimmte, abgrenzbare Tätigkeiten aus objektiven Gründen nicht dort, sondern nur im Arbeitszimmer ausgeführt werden können. Ob bei einheitlicher beruflicher Tätigkeit eine Aufteilung in Teiltätigkeiten vorgenommen werden kann, wird endgültig erst der Bundesfinanzhof entscheiden, da die betreffenden Finanzgerichts-Urteile nicht rechtskräftig sind.

(Redaktion)


 


 

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