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Haussanierung

Steuerabzugsmöglichkeiten bei den außergewöhnlichen Belastungen

Aufwendungen für die Sanierung eines selbst genutzten Wohngebäudes können als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sein. Das hat der BFH in Bezug auf ein Eigenheim mit drei zeitgleichen Urteilen vom 29.3.2012 (Az. VI R 21/11, Az. VI R 70/10 und Az. VI R 47/10) entschieden.

Begünstigt sind hierbei folgende Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen an einem selbst genutzten Gebäude (bei Fremdvermietung liegen Werbungskosten vor):

  • Durch die Baumaßnahmen werden konkrete Gesundheitsgefährdungen behoben – z.B. eine aufwendige Sanierung eines asbestgedeckten Dachs;
  • Beseitigung von Brand-, Hochwasser- oder ähnlich unausweichlichen Schäden – beispielsweise nach Befall eines Gebäudes mit Hausschwamm;
  • Behebung unzumutbarer Beeinträchtigungen, die vom Gebäude ausgehen wie z.B. Geruchsbelästigungen.

Schädlich für den Steuerabzug wären jedoch die nachfolgenden Umstände:

  • Der Grund für die Sanierung war beim Erwerb des Grundstücks bereits erkennbar.
  • Der Schaden war vom Eigentümer selbst verschuldet worden.
  • Mögliche Ersatzansprüche gegen Dritte Personen oder Firmen decken die Kosten.
  • Der Abschluss einer allgemein zugänglichen und üblichen Versicherung wurde unterlassen.
  • Es liegen Kosten für übliche Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen vor. Das sind dem gewöhnlichen Wertverzehr geschuldete Baumaßnahmen, die üblicherweise anfallen.
  • Es gibt enorme Vorteile aus einer Erneuerung des Gebäudes.

Die Aufwendungen zur Sanierung eines mit Hausschwamm befallenen Gebäudes können im Einzelfall ein – steuerlich begünstigtes – unabwendbares Ereignis sein, wenn der Befall unentdeckt bleibt, die konkrete Gefahr der Unbewohnbarkeit eines Gebäudes droht und aus der Notlage heraus wegen der Schäden eine aufwendige Sanierung durch den Hausbesitzer erfolgt, wie bei einem klassischen Wasserschaden. Ähnlich sieht es bei der Asbestsanierung eines Wohnhauses aus. Ob aber Sanierungsarbeiten an asbesthaltigen Gebäudeteilen nötig waren, ist nicht anhand der abstrakten Gefährlichkeit von Asbestfasern zu beurteilen, betont der BFH. Die steuerliche Anerkennung der Sanierung erfordert zumindest eine von einem Gegenstand des existenznotwendigen Bedarfs wie des Wohnhauses ausgehende konkrete Gesundheitsgefährdung. Hierzu hat der Steuerpflichtige nachzuweisen, dass er sich den Aufwendungen aus tatsächlichen Gründen nicht entziehen konnte, wobei kein vor Durchführung dieser Maßnahmen erstelltes amtliches technisches Gutachten erforderlich ist.

Es handelt sich auch um die Beseitigung einer konkreten Gesundheitsgefährdung, wenn diese einem Familienmitglied drohte. Deshalb ist auch der Umstand von Bedeutung, wenn etwa die Sanierung zu Gunsten eines Kindes oder des Partners des Hauseigentümers erforderlich gewesen ist. Denkbar ist zum Beispiel, dass vorhandene Holzschutzmittel für die Atemwegserkrankung von Sohn oder Tochter ursächlich waren. Da es sich bei der Sanierung des Gebäudes nicht um Aufwendungen im Krankheitsfall handelt, bedarf es dazu keines Nachweises der Erkrankung.

(VSRW-Verlag)


 


 

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