Sie sind hier: Startseite München Aktuell News
Weitere Artikel
Bayerisches Flair in der Hauptstadt

Berlin hat ab Freitag auch ein Hofbräuhaus

Wer am belebten Alexanderplatz steht, zum imposanten Fernsehturm hinaufblickt und die alten Plattenbauten neben sich betrachtet, weiß: Das ist Berlin. Wäre da nicht seit Kurzem dieses riesige, weiß-blaue Schild in der Karl-Liebknecht-Straße, auf dem "Hofbräu München" steht.

Ein Blick durch die Tür unter dem Schild nährt den Zweifel. Eine urige Gewölbehalle mit Holzvertäfelung tut sich auf. Massive Biertische stehen dicht beieinander, fünf riesige Bierfassböden hängen an den Pfeilern und an den Wänden steht: "Bessa zwoa Ring unta de Augn ois oa Ring am Finga".

"Wir wollen die bayerische Atmosphäre in die Hauptstadt holen und den Berlinern eine zünftige Wirtshauskultur bieten", sagt der Geschäftsführer des ersten Berliner Hofbräus, Björn Schwarz. Am Freitag wird das 3.500 Quadratmeter große Wirtshaus mit einem traditionellen Anstich eröffnet. Bis zu 2.500 Personen finden auf zwei Etagen Platz.

Vom DDR-"Fresswürfel" zum bayerischen Wirtshaus

Noch bis zur letzten Minute wurden für den großen Tag Dirndl und Lederhosen anprobiert, das Tragen von Maßkrügen geübt, die letzten Tische eingedeckt und Fenster geputzt. "Das Haus hier ist 1970 erbaut worden und war ursprünglich eine Betriebskantine, an die sich viele Leute heute immer noch erinnern", erzählt Schwarz. "Fresswürfel" sei der riesige Bau zu DDR-Zeiten genannt worden.

"Jetzt haben wir dem einst so schnöden Gebäude wieder Leben eingehaucht und ihm dieses bayerische Flair verpasst", sagt Schwarz. Besonders stolz ist der 38-Jährige auf zwölf riesige Tafeln an den Wänden, auf denen die Geschichte des bayrischen Dienstmanns Alois Hingerl in Bildern nacherzählt wird.

Der Arme kippte bei seiner Arbeit am Münchener Hauptbahnhof tot um und kam in den Himmel. Weil er dort aber kein Bier bekam, nervte er Petrus und Gott so sehr, dass diese den Quälgeist für einen Botengang zurück zur Erde schickten. In München gelandet, stürzte Engel Aloisius sofort ins Hofbräuhaus, wo er seither verweilen soll. Die göttliche Botschaft wurde nie übermittelt.

Bayern-Flair mit Livemusik und deftigen Leibspeisen

"Die Tafeln, die hier hängen und die Geschichte nacherzählen, sind die Originale aus den Hofbräuzelt. Die gibt es nur einmal", sagt Schwarz sichtlich stolz. Jedes Bild hat einen Durchmesser von zweieinhalb Metern. Für das vollkommene Bayern-Flair sollen Livebands täglich bayerische Volksmusik spielen und auf der weiß-blauen Speisekarte stehen deftige bayerische Leibspeisen: Weißwurst, Brezn, Haxn und natürlich ausschließlich Hofbräu-Bier.

Einzig die rund 40 Kellner, die in Dirndl und Lederhose servieren, sind nur äußerlich Bajuwaren: "Die kommen alle aus Berlin und dem Umland", sagt Schwarz. Angst, dass ein Urbayer mit seinem Dialekt seinem Berliner Personal Schweißperlen auf die Stirn treiben könnte, hat er nicht. "Übung macht den Meister", sagt der Geschäftsführer, der aus Hamburg kommt. Vor seiner Zeit als Hofbräu-Besitzer hat der Gastronom bei der friesischen Konkurrenz gearbeitet. Friesen, Bayern und Berliner, das seien schon andere Mentalitäten. "Aber am Ende des Tages schunkeln alle."

Weitere Informationen unter www.berlin-hofbraeu.de

(dapd-bay/ Julia Becker)


 


 

Alexanderplatz
Hofbräuhaus
Björn Schwarz
Fresswürfel
Hofbräuzelt
Dirndl
Lederhose

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Alexanderplatz" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: