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Fliplife trifft auf Wirklichkeit

Interview mit Ibo Evsan - dem Traumfänger vom Rhein

„Virtual Goods“ sind, natürlich zuerst denjenigen, die gern am Computer spielen, ein Begriff. Für alle anderen sind sie zunächst einmal ein Mittel, um anderen oder auch sich selbst eine Freude zu machen. Wir wollten wissen: Was ist der Reiz an virtuell und wieso sollte jemand eine Plattform eigens dafür zur Verfügung stellen? Entweder er ist verrückt oder einfach nur seiner Zeit voraus. Ibrahim Evsan, selbsternannter Online-Junkie, ist wahrscheinlich etwas von beidem.

Freundschaften zu pflegen wird in unserer schnelllebigen Zeit immer schwieriger. Das erklärt auch den Boom von Facebook und Konsorten. Aber das ist für einen echten virtuellen Weltenbummler wie Ibo nur der Vorhof zum virtuellen Leben. Er setzt hier noch einen drauf, indem er eine neue Welt erschaffen hat, in der die Nutzer ihren Freunden Zeit und Aufmerksamkeit schenken“, so die Vision von Fliplife- Gründer Ibrahim Evsan, kurz Ibo. Aber der Reihe nach.

Vom virtuellen ins echte Leben - und wieder zurück

Fliplife“ ist im engen Sinne eine neu gestaltete Fortsetzung des ehemaligen „Second-Life“, jener virtuellen Plattform, welche seinerzeit einen wahnsinnigen Hype erlebte, um von heute auf morgen wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, was nach Ibos Ansicht jedoch bleibt, ist der Wunsch, jederzeit in einem geschützten Raum zu kommunizieren und dort vielleicht auch mal jemand ganz anderes zu sein, wenn man schon mal dabei ist. Sind wir in Wirklichkeit also alle ein bisschen „Fliplife“?

„Entscheidend war für uns, dass Fliplife unser Spiel in wenigen Worten beschreiben kann: Mit dem Login „flippt“ (wechselt) der Spieler sein Leben hin zu seinem virtuellen Ich, seinem Avatar. Und auch innerhalb des Spiels wechselt (flippt) man oft zwischen den verschiedenen Bereichen Karriere, Freizeit und Freunde.
Glaubt man der Statistik, dass mittlerweile jeder 5. Haushalt in Deutschland ein Singlehaushalt ist, kann man schnell verstehen, wovon er spricht. Gerade für Berufstätige ist die Firma eine Art Familienersatz („zuhause kennt einen ja jeder…“). Im Büro kennt man sich, die Ziele und Affinitäten der lieben Kollegen sind die gleichen. Damit wird die Zeit für Freunde und Familie und manchmal auch für die eigenen Träume rar.

Schenk deinen Freunden Zeit…

Was träumt man denn so als „Durchschnittsflipper“, wollte ich von Ibo wissen? „Wovon alle anderen auch träumen: tolles Haus, Erfolg im Job, tolle Kontakte und natürlich nicht zu vergessen: Nähe, Anerkennung und Lob und vielleicht auch Lust und Liebe“, erklärt er neckisch. Eigentlich wie im Leben.

… deinem Leben Sinn…

Aber zurück zum Spiel: Den Virtual Goods kommt hier eine wichtige Rolle zu, wenn man sie – wie jedes Geschenk – von Herzen verschenkt und nicht nur ihren materiellen Wert sieht; sie werden zum Freundschaftsverstärkungs-Tool, was Ibo so beschreibt: „Beispielsweise kann ich jemandem dabei helfen, seine Farm zu errichten oder die Ernte einzubringen. Das kann mich Zeit oder Geld kosten, aber der eigentliche Sinn ist es, einem anderen eine Freude genau dort zu machen, wo es ihm wichtig ist. Das ist schließlich der Sinn des Schenkens“. So sind virtuelle Güter ein wichtiger Teil von Social Games geworden und an dieser Stelle kommt auch der wirtschaftliche Aspekt ins Spiel.

… und der Werbung eine neue Spielwise

Wirtschaftlich betrachtet könne das auch gleich zu einer ganz neuen Form von Werbemöglichkeiten führen. Hier ist neu, dass die Werber mich, den Flipper, als Konsumenten künftig suchen müssen. „In meiner Welt müssen die sich damit beschäftigen, wo ich bin und was ich gern mache. Mit wem ich unterwegs bin und was wir für gemeinsame Interessen haben“, erläutert Ibo die Strategie.

Er stellt sich vor, dass an dem Ort, an dem wir uns befinden, die passende, vielleicht sogar hilfreiche Werbung geschaltet wird, die nicht das Gefühl von Konsum, sondern von persönlichem Service erzeugt.

„Wir sitzen auf der Dose der Pandora“

Fakt ist, virtuelle Güter können in der Realität einen großen Effekt haben, wenn man sie richtig einzusetzen weiß. Ibo: „Wir müssen lernen, mit dieser neuen Form von Freundschaftsbeweisen umzugehen, in freundschaftlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht“. Hier noch einmal angesprochen auf das desaströse Scheitern von Second Life, räumt Ibo ein, dass er hier ein extrem empfindliches Pflänzchen groß zieht. Er weiß, was hier ein Fehler anrichten kann. Fakt ist aber auch: Die Ziele sind groß und dem entsprechend wird die Strategie jeden Tag aufs Neue auf mögliche Schwachstellen auf den Prüfstand gestellt, auch nach bester Web 2.0-Manier voll virtuell.

Gut 8 Wochen nach dem Startschuss können Ibo und sein Team von United Prototype schon rund 40.000 neue Einwohner bei Fliplife begrüßen, bis Ende des kommenden Jahres peilen die Spielstrategen aus der Domstadt das Ziel von 3 Millionen an. Ende 2011 wird das Spiel weltweit in 40 Ländern und in 27 Sprachen gespielt, wobei stets auch auf Lokalkolorit geachtet wird.

Business is local

Und die Großen der Deutschen Wirtschaft strecken bereits ihre Fühler aus: „Die Bayer AG wird definitiv schon bald virtuelle Projekte auf Fliplife anbieten und weitere Unternehmerschwergewichte aus den unterschiedlichsten Branchen sitzen schon in den Startlöchern“, freut sich Ibo. Und der Hintergrund ist so verspielt wie ernst: Unternehmen wie Bayer möchten die Topspieler ihres Unternehmens in Fliplife zu Kennenlerngesprächen einladen und ihnen Praktika anbieten. So wird das Spiel zum Rekrutierungstool.

Wie genau sich die Unternehmen dort präsentieren behalten wir im Fokus, denn bei allem Spaß unterliegt dieses Spiel sämtlichen Gesetzen des Web 2.0 und die sind knallhart. Was bleibt, ist eine Vision und eine neue Runde im Social-Media-Karussel.

(Edda Nebel)


 


 

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5 Kommentare

von max
12.11.10 18:09 Uhr
Hahnebüchender Unsinn

Da merkt man wieder, dass jemand was zusammengeschreibselt hat, der absolut kein Ahnung von der Materie hat.

Zitat:
„Fliplife“ ist im engen Sinne eine neu gestaltete Fortsetzung des ehemaligen „Second-Life“, jener virtuellen Plattform, welche seinerzeit einen wahnsinnigen Hype erlebte, um von heute auf morgen wieder von der Bildfläche zu verschwinden.

Erstens ist bei Second Life überhaupt nichts von der Bildfläche verschwunden (im Gegenteil ist die Anzahl der Einwohner höher denn je).
Und zweitens: was für eine Fortsetzung ?
Wenn man dem Link folgt sieht das ja schlechter aus, wie die erste Second Life Version vor zig Jahren.

Nur ein weiterer Klon-Versucht (noch dazu schlecht gemacht), der versucht auf den ZUg aufzuspringen.
Schnell hingekleistert - noch schneller wieder vergessen.

von eighthdwarf
12.11.10 20:26 Uhr
Second Life lebt nach wie vor!

»Fortsetzung des ehemaligen „Second-Life“«
»angesprochen auf das desaströse Scheitern von Second Life«
Das ist wohl Wunschtraum des Herrn Evers.
Second-Life ist immer noch sehr aktuell, und sehr lebendig (gegenwärtig ca 60.000 weltweit online). Da ist nichts »gescheitert« oder »ehemalig«..
Seit kurz nach seinem Launch wurde SL immer mal wieder als »gescheitert« oder »tot« angesehen, jedesmal wenn nach einem Hype nichts mehr in den News kam. Trotzdem lebt es nachwievor. Hat seine Schwächen und nicht jeder Resident ist mit den Entscheidungen von Linden Labs einverstanden, aber Second Life lebt.
Frau Nebel hätte sich ruhig mal etwas mehr informieren können statt solche aus der Luft gegriffenen Behauptungen für bare Münze zu nehmen.

Sollten die Informationen über Fliplife sich als ebenso falsch erweisen wie die Aussagen, Second Life wäre gescheitert, dann tut es mir Leid um jeden Interessenten an Fliplife.

Trotzdem: Viel Glück.

Btw: Ist FlipLife auf OS-Grid -Basis, oder eine gänzliche Neuentwicklung?

von SL content creator
13.11.10 10:48 Uhr
noch nicht gemerkt

Second Life ist gescheitert?? Habe ich noch gar nicht gemerkt. Wer sind dann wohl die vielen SL Residents, die Tag für Tag meine virtuellen Produkte mit echten Dollars kaufen?
Second Life gehts gut, es wird nur seltsamerweise in Deutschland gern niedergemacht.
Ich wünsche Fliplife viel Erfolg, virtuelle Welten können etwas wunderbares sein.

von Angenervter Leser
13.11.10 12:37 Uhr
Qualifizierter Schwachsinn

Oh, wieder mal ein ,sorry, Schmierenkomödiant, der weiß was in einer virtuellen Welt passiert und sein verschwinden prophezeit, so wie das schon so viele FACHLEUTE vorher prognostoziert haben.

Ich frage mich ernstahft ob ihr "Journalisten" euch überhaupt mal die Mühe gemacht habt, euch mit diesem Thema und er Welt Second Life über einen langen Zeitraum zu beschäftigen - oder ob hier wieder nur eine Wichtigtue bei einem anderen abgeschrieben hat um mal was wichtiges zu schreiben? Ihr sucht euch Themen raus um eine Medium in reisserische Art schlecht zu machen, aber wo sind die positiven Berichte - hier gäbe es jede Menge mehr zu berichten. Das zeigt mir eindeutig wie qualifiziert ihr seit über solch ein Thema zu schreiben.

Es ist peilnich immer wieder so eine Müll lesen zu müssen, von Leuten die sich Redakteure oder Journalisten nennen und offensichtlich keine Ahnung von dem haben was sie schreiben bzw kopieren !!

Naja immerhin belustigt es die Leserschaft.

von Edda Nebel
13.11.10 20:34 Uhr
@lieber angenervter Leser,

ich liebe diese wundervollen Features des Web 2.0, vor allem die scheinbar alles erlaubende Kommentarfunktion. Und genau wie Sie weiß auch ich, dass es schon mal sein Tücken hat, sich öffentlich zu präsentieren, vor allem wenn man mit seinem guten Namen zu dem steht was man schreibt. Was jedoch die Qualität, die Sie ja so sehr bemängeln, im Web 2.0 wie im wahren Leben ausmacht, ist eine offene, von Respekt getragene Kommunikation. So bitte ich Sie auf diesem Wege, lieber angenervter Leser, Ihre fundierten inhaltichen Kenntnisse, die mir leider nicht zugänglich waren, zu dem Thema zum Besten zu geben. Die Adresse der Redaktion ist Ihnen ja bekannt und als unabhängiges Medium geben wir Ihren fundierten Fachkenntissen gern eine Plattform, vorrausgesetzt, sie sind wie schon eingangs erwähnt, von Offenheit und Respekt getragen. Ich freue mich schon auf Ihren Beitrag, bis dahin "kollegiale" Grüße E. Nebel

 

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