IG Metall
IG Metall kritisiert geplanten Stellenabbau bei Siemens
München. Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG lehnen die Pläne des Technologiekonzerns zum Stellenabbau in seiner IT-Sparte entschieden ab.
Trotz wiederholter Forderungen existiere "kein tragfähiges wirtschaftliches Konzept" für Siemens IT Solutions und Services (SIS), kritisierten die Arbeitnehmervertreter am Donnerstag in München. "Zudem befürchten wir, dass die aktuellen Pläne nur die jahrelange Abfolge von Restrukturierungen fortsetzen, die vor allem aus Kostensenkungen bestehen."
Der Unternehmensbeauftrager der IG Metall für Siemens, Dieter Scheitor, betonte: "Den Versuch, diese Versäumnisse mit einer neuen Sparrunde zu kompensieren, lehnen wir ab." Der Vorsitzende des Siemens-Gesamtbetriebrats, Lothar Adler, stellte klar: "Die ungeklärte Zukunft von über 2000 Beschäftigten, die nicht in die künftige SIS wechseln, ist für uns nicht hinnehmbar." Diese Arbeitsplätze einfach abzuwickeln, werde der Verantwortung von Siemens für überwiegend langjährige Mitarbeiter "in keiner Weise gerecht".
Außerdem äußerte die Gewerkschaft ihre Bedenken zur zeitlichen Abfolge des Stellenabbaus. Bis zu dem geplanten Ausgliederungszeitpunkt am 1. Juli 2010 könne sich keine erforderliche Zuordnung zu den betrieblichen Einheiten umsetzen lassen.
Siemens hatte zuvor angekündigt, in seiner IT-Sparte bis 2011 weltweit 4200 Stellen, davon 2000 in deutschen Standorten, zu streichen. Zudem sollen die bislang sieben Geschäftseinheiten der IT-Sparte SIS auf zwei Geschäftseinheiten fokussiert werden. Derzeit hat die IT-Sparte weltweit gut 35 000 Mitarbeiter, knapp 9700 in Deutschland. SIS hatte im vergangenen Geschäftsjahr 4,7 Milliarden Euro umgesetzt, dabei aber lediglich 90 Millionen Euro verdient. Zum 1. Juli solle die rechtliche Verselbstständigung erfolgen, so der Münchener Konzern.
(ddp)
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