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Inflation

Was glauben Sie, müssen wir eine Inflation fürchten?

Dipl.-Kfm. Ulrich Radermacher, unabhängiger Vermögensberater in Hallbergmoos, verrät business-on.de, ob er eine Inflation befürchtet.


»Anleger sollten sich in den nächsten Jahren auf Inflation einstellen. Denn für Politiker ist es die einfachste Lösung, die aufgenommenen Schulden wieder abzubauen. Es würde mich daher überhaupt nicht wundern, wenn wir in den nächsten Jahren Preissteigerungen von 4 bis 5 Prozent jährlich sehen. Für die meisten Menschen ist die täglich erlebte Inflation noch höher. Geldanlagen, die Ihnen nur zwei bis drei Prozent Zinsen bieten, führen dann unweigerlich zu einer Vernichtung Ihres Vermögens. Der Kauf einer Bundesanleihe ist daher nur zu empfehlen, wenn Sie an die Stabilität des Geldes glauben. Versicherungen werden ebenfalls unter Inflation leiden. Genauso sollten Festgelder nur für Beträge gewählt werden, die man wirklich nur kurzfristig benötigt. Wie können Investoren Ihr Geld vor Inflation schützen? Die Antwort aus dem Lehrbuch ist simpel: Kaufen Sie Sachwerte und machen Sie Schulden! In der Praxis ist dies jedoch nicht ganz so einfach: Denn jede Kreditaufnahme erhöht das Risiko einer Anlage. Schulden sollen Ihnen weder den Schlaf rauben noch den Ehefrieden stören. Genauso lässt sich endlos diskutieren, ob es sich bei Aktien angesichts der Abkoppelung der Börsen von der Realwirtschaft wirklich noch um Sachwerte handelt. Welche sinnvollen Möglichkeiten stehen als Vermögensanlage mit Inflationsschutz zur Verfügung? Hier ist an erster Stelle der Klassiker ‚Immobilie‘ zu nennen. Aber gerade beim Kauf einer Wohnung sind einige Fallstricke zu beachten. Ich bevorzuge Immobilienfonds, bei denen die automatische Indexierung der Mieten im Mietvertrag festgeschrieben ist. Bei Einzelhandelsimmobilien ist dies die Regel. Da auch ich glaube, dass die Inflation in Deutschland weiter ansteigen wird, bevorzuge ich italienische Solarfonds gegenüber den deutschen Alternativen. Denn in Deutschland haben Sie keine Angleichung der Einspeisevergütung an steigende Preise. Dagegen führen in Italien höhere Strompreise auch zu höheren Erträgen. Bäume wachsen dagegen unabhängig von der Stabilität des Geldes. Aber auch hier ist zu erwarten, dass ein Preisanstieg zu einer Erhöhung des Holzpreises führen wird. Gut, wer dann an einem Waldfonds beteiligt ist«, sagt Dipl.-Kfm. Ulrich Radermacher, unabhängiger Vermögensberater in Hallbergmoos.

(Kathrin Hollmer)


 


 

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