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Arcandor-Insolvenz

Insolvenzverfahren für Arcandor offiziell eröffnet

Für den Essener Handelskonzern Arcandor ist am Dienstag offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dies teilte das Amtsgericht Essen mit. Für zunächst 26 Unternehmen des Konzerns wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick legte daraufhin sein Amt nieder. Mit ihm scheiden nach Unternehmensangaben fünf weitere Vorstandmitglieder aus dem Unternehmen aus. Klaus Hubert Görg wurde vom Amtsgericht zum Insolvenzverwalter der Arcandor AG, der Karstadt Warenhaus GmbH sowie der Quelle GmbH bestellt.

Damit endet die dreimonatige Schonfrist, in der eine Lösung für den Gesamtkonzern gefunden werden sollte. In dieser Zeit zahlte die Bundesagentur für Arbeit die Gehälter für die mehr als 43 000 betroffenen Beschäftigten. Zudem mussten Forderungen von Händlern und Lieferanten nicht bedient werden. Die vorläufige Insolvenzverwaltung hat laut Arcandor im Antragsverfahren rund 70 000 Gläubiger ermittelt.

Nach dem Beschluss des Gerichts gaben laut Arcandor neben Karl-Gerhard Eick unter anderem Finanzvorstand Rüdiger Andreas Günther, der Vorstandschef der Reisesparte Thomas Cook, Manny Fontenla-Novoa, der Karstadt-Manager Stefan Herzberg sowie Arnold Mattschull und Zvezdana Seeger ihre Ämter auf.

"Arcandor ist nicht wegen seiner Marken oder seiner Substanz gescheitert", sagte Eick. In der Vergangenheit sei das operative Tagesgeschäft vernachlässigt worden. "Vielleicht ist die Insolvenz der beste Weg, das Unternehmen zu sanieren", sagte er.

Während er für die AG keine Fortführungsperspektive mehr sehe, zeigte er sich für die Töchter zuversichtlicher. "Ich halte Karstadt für überlebensfähig." Eine vom Wettbewerber Metro angestrebte Deutsche Warenhaus AG sei dafür nicht erforderlich. Primondo mit seinem Universalversender Quelle solle als Ganzes verkauft werden, sagte Eick weiter. Dabei sei die Sanierung von Quelle machbar, wenn auch schwieriger als bei Karstadt.

Zugleich kündigte Eick an, ein Drittel seiner Abfindungssumme von bis zu 15 Millionen Euro zur sozialen Abfederung von Insolvenzfolgen für Mitarbeiter in einen Fonds geben zu wollen. Die genaue Summe steht dabei nach Angaben eines Sprechers noch nicht fest.

Nach seiner Bestellung durch das Gericht erhält nun der Insolvenzverwalter Görg die Verwaltungs- und Verfügungsmacht über das Vermögen sowie die Vertretungsbefugnis bei diesen Gesellschaften, wie Arcandor mitteilte. Als Termine für die Gläubigerversammlungen habe das Amtsgericht den 9. November für die Arcandor AG, den 10. November für die Karstadt Warenhaus GmbH und den 11. November für die Quelle GmbH festgelegt.

Ziel sei es, "den Gläubigerversammlungen im November plausible Sanierungskonzepte zur Abstimmung vorzulegen", sagte Görg. Deshalb würden wie bereits angekündigt die Sanierung der beiden Handelssegmente Karstadt und Primondo/Quelle weiter vorangetrieben.

Mit Blick auf die Warenhauskette Karstadt verwies Görg auf die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern, Vermietern, Dienstleistern und Lieferanten. Zugleich bekräftigte er, dass die Sport- und Warenhäuser "als Ganzes" saniert werden sollen. Derzeit stünden 19 der 126 Filialen auf einer Prüfliste. In den 126 Filialen seien 28 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Für die Versandhandelssparte Primondo mit der Fürther Tochter Quelle laufen laut Görg die Verhandlungen über die Anschlussfinanzierung des Factoring -Geschäfts. Ein Abschluss der Gespräche sei bereits in der kommenden Woche möglich. Seit August werde zudem über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die Beschäftigten der aufzugebenden Quelle-Technik-Center verhandelt. Insgesamt sollen bei Primondo 3700 der rund 10 000 Stellen wegfallen.

(Redaktion)


 


 

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