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  • 14.06.2011, 10:38 Uhr
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  • München
Erfolg dank Intuition

Manager sollten öfter auf ihr „Bauchgefühl“ hören

Entgegen der überwiegenden Meinung, spielt rationales Denken bei Entscheidungen eher eine untergeordnete Rolle. So setzen auch die meisten Manager überwiegend auf ihre Intuition. Und sie treffen damit meist die besseren Entscheidungen, wie auf business-wissen.de nachzulesen ist.

Voraussetzung dafür ist: Sie konnten zuvor ausreichend Erfahrungen sammeln und sie reflektieren ihre Bauchgefühle auch mal kritisch.

Gefühle sind wieder „in“

Wir verlassen uns wieder mehr auf unsere Gefühle. Runde zweieinhalb Jahrhunderte nach Beginn der sogenannten „Aufklärung“ mit ihrem wissenschaftlichen, logischen und rationalem Weltbild, das sich auf Zahlen, Daten und Fakten stützt, gewinnen Emotionen wieder an Bedeutung. Nicht zuletzt deshalb, weil Gehirnforscher herausgefunden haben, dass diese bei allen Entscheidungen eine maßgebliche Rolle spielen. Auch dort, wo es scheinbar erst recht sehr rational zugehen sollte: in den Chefetagen der Unternehmen.

Entscheidungen aufgrund von Erfahrung sind schneller und oft auch besser

Viele Studien zeigen, dass das Bauchgefühl, die Intuition der Manager zu schnelleren und effizienteren Entscheidungen führt und dass diese im Ergebnis oft sogar besser sind. Der wesentliche Grund dafür ist, dass dabei Erfahrungen eine wichtige Rolle spielen. Sie werden im Unterbewusstsein abgespeichert und bei Bedarf, wenn eine Entscheidung fallen soll, bewusst oder unbewusst abgerufen. Das ist Intuition. Die Mehrzahl der Manager baut auf sie, sagen Forscher, die sich die unterschiedlichen Entscheidertypen genauer angeschaut haben.

Worauf verlassen sich Menschen, wenn sie Entscheidungen treffen?

Dazu zählt auch Jon Aarum Andersen, der schon in den 1990er Jahren an der Universität Växjö (Schweden) Studien durchführte mit der Frage: Sind intuitive Manager effektiver? Um der Antwort auf die Spur zu kommen, nutzt er die Typenlehre Carl Gustav Jungs. Dieser unterteilt die Menschen nach folgenden Merkmalen und Präferenzen beim Entscheiden:
• Menschen, die sehr genau wahrnehmen und sich auf ihre Empfindungen verlassen: Sie nehmen Dinge erst einmal als gegeben hin und befassen sich vor allem mit der Gegenwart. Sie achten auf Details und berücksichtigen diese bei ihren Entscheidungen.
• Menschen, die auf ihre Intuition und ihre Ahnung bauen: Der intuitive Mensch achtet viel weniger auf Details. Er schaut sich an, welche Möglichkeiten oder Alternativen es gibt und zu welchen Effekten diese in der Zukunft führen können. Dann entscheidet er aus dem Bauch heraus und auf der Grundlage seiner Erfahrungen.
• Menschen, die logisch-analytisch denken: Der Denkertyp geht sehr rational und Schritt für Schritt vor. Emotionen blendet er bei seinen Entscheidungen aus.
• Menschen, für die Gefühle eine besondere Bedeutung haben: Wer besonders auf seine Gefühle achtet, interessiert sich auch für andere Menschen und dafür, was diese fühlen und wollen, bevor er eine Entscheidung trifft. Diese basieren auf dem, was diese Menschen selbst mögen und was sie von anderen meinen.

Rationales und logisches Denken wird überschätzt

Mithilfe ausgeklügelter Fragebögen, wie zum Beispiel dem Myers-Briggs-Type-Indicator, lässt sich ermitteln, welchem Typ ein Mensch am besten entspricht. Das hat auch Andersen durch zahlreiche Befragungen untersucht. Seine Erkenntnis: Nur ein Viertel der Manager ist bezüglich ihres Entscheidungsverhaltens der Kategorie „Denken“ zuzurechnen. Und dennoch werde laut Andersen gerade dieser Typ immer herausgestellt. Deshalb beklagt der Forscher:
„Wir überschätzen die Bedeutung des logischen Denkens. Die meisten Management- und Entscheidungstechniken sind auf den Denkertyp ausgerichtet. Persönliche Wertvorstellungen, Einstellungen und Motive werden meist nicht berücksichtigt.“

So ist es ein Vorurteil, das alle pflegen, die sagen, Intuition werde vor allem dann gebraucht, wenn kreative Lösungen für schwierige Aufgaben gesucht werden. Während Pläne und Entscheidungen auf analytischem und logischem Denken basieren sollten. Denn es verhält sich anders. Andersen hat in seinen Studien herausgefunden: Intuition ist die wichtigste Grundlage für Entscheidungen. Analyse und Logik kommen nur unterstützend hinzu. 

Das führt auch dazu: Wer viele Erfahrungen sammelt, diese kritisch reflektiert und bei Entscheidungen richtig abruft und anwendet, der ist im Unternehmen erfolgreicher. Der macht Karriere. Und so finden die Forscher eben auch mehr „intuitive Manager“ auf den Top-Positionen im Unternehmen. Es gehört zur Schlüsselqualifikation guter Manager, dass sie auf ihr Bauchgefühl hören und wissen, wie sie es richtig einsetzen.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es unter business-wissen.de

(Dr. Jürgen Fleig)


 

 

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