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  • 20.07.2009, 11:04 Uhr
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  • Selb/München
Rosenthal Insolvenz

Italienische Rettung - Besteckhersteller Sambonet kauft Rosenthal

Der italienische Besteckhersteller Sambonet hat den insolventen Porzellanhersteller Rosenthal gekauft. Wie der Insolvenzverwalter am Montag, 20.07.09 in Selb mitteilte, übernimmt Sambonet den gesamten Geschäftsbetrieb der Rosenthal AG einschließlich aller Mitarbeiter sowie der Markenrechte, Patente und Produktionsstätten.

Rosenthal beschäftigt weltweit rund 1200 Menschen, davon gut 1000 in Deutschland. Sambonet hat angekündigt, alle Produktionsstandorte zu erhalten und in den nächsten Jahren in beträchtlicher Höhe in Rosenthal zu investieren.

Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) begrüßte die Übernahme. Er sei froh und sehr erleichtert, dass eine tragfähige Fortführungslösung gefunden worden sei, sagte Zeil in München. Sambonet ist im Freistaat herzlich willkommen. Ich wünsche dem neuen Unternehmen viel Erfolg.

Zeil betonte, die Staatsregierung habe bei der Unterstützung einer Fortführungslösung die zur Verfügung stehenden Instrumentarien mit Regionalfördermitteln und einer Bürgschaft der LfA Förderbank voll ausgeschöpft. Am kommenden Donnerstag werde er das Rosenthal-Werk in Selb besuchen und den Förderbescheid übergeben. Damit wird laut Zeil die Eigenkapitalausstattung der neuen Gesellschaft gestärkt und die
Abhängigkeit von der Fremdfinanzierung verringert.

Insolvenzverwalter Volker Böhm und Sambonet-Geschäftsführer Pierluigi Coppo hätten den Kaufvertrag bereits am 10. Juli unterzeichnet, hieß es. Der Kaufvertrag wurde allerdings erst wirksam, nachdem der Hauptgläubiger Bank of America am Wochenende vereinbarungsgemäß alle Sicherheiten freigegeben hatte. Über den
Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Sambonet ist einer der international führenden Hersteller von Besteck und Küchenzubehör für Restaurants und Hotels. Rosenthal hatte am 9. Januar beim Amtsgericht Hof den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das 1879 gegründete oberfränkische Unternehmen war illiquide geworden, nachdem die irisch-britische Mehrheitsaktionärin Waterford Wedgewood zahlungsunfähig geworden war und am 5. Januar selbst ein Insolvenzverfahren eingeleitet hatte.

(Redaktion)


 

 

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