KMU und das Web 2.0
Social Media bewegt auch den Mittelstand- Ein Interview mit Jens Schlüter
Südwestfalen. Social Media ist inzwischen auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) angekommen. Einige davon nutzen diesen neuen Weg der zielgruppengerichteten Kommunikation bereits sehr erfolgreich, andere stellen sich für ihr eigenes Unternehmen zunächst einmal die Frage nach dem Return on Investment.
Dr. A. Kolb-Telieps
Dr. Angelika Kolb-Telieps ist Inhaberin der Unternehmensberatung K-T Innovation und Expertin für praxisorientierte Beratung für offene Innovation. Hompage:http://www.k-t-innovation.de
Innovationberaterin Dr. Angelika Kolb-Telieps sprach hierzu mit dem Social Media Experten Jens Schlüter, der sich mit seiner Agentur emandu communications auf den Einsatz von Social Media in der Unternehmenskommunikation spezialisiert hat.
"Große Unsicherheit blockiert auch heute noch viele Unternehmer"
Dr. Kolb Telieps: Die Deutsche Telekom hat in einer Studie herausgefunden, dass XING und Facebook in deutschen Firmen die beliebtesten sozialen Netzwerke sind. Aber nur 14 – 17 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen setzen Social Media überhaupt ein. Worin sehen Sie die Barrieren?
Jens Schlüter: Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen sind die Mechanismen und konkreten Handlungsschritte für den Aufbau einer Social Media Strategie oftmals überhaupt nicht klar. Das schürt natürlich ein wenig die Angst, dass man schlechten Entwicklungen oder Imageschäden beim Einsatz dieser neuen Marketing-Kanäle gegebenenfalls nicht entgegenwirken kann. Hinzu kommt, dass insbesondere KMUs dem Thema Social Media Marketing mit Blick ihre Marketingziele – ich nenne hier nur einmal Abverkaufsunterstützung und Branding - bisher keine echte Relevanz einräumen. Dies aber oft aus Unkenntnis heraus. Für viele Unternehmen geht die Entwicklung einfach zu schnell. Sie haben 30 Jahre klassisches Marketing praktiziert und nun werden Sie von einer Social Media Welle überrollt, deren Nutzen sich ihnen auf den ersten Blick überhaupt nicht erschließt. Man setzt dann zunächst einmal auf die Strategie „Abwarten – vielleicht ist es ja nur ein Hype“. Leider, oder vielleicht eher „zum Glück“ ist es das nicht, aber hier ist eben auch ein wenig mehr Sensibilität der Berater gefragt, die Unternehmen oftmals mit der Brechstange an diese neue Art der Kommunikation heranführen wollen. Meiner Ansicht nach sind genau die Berater am erfolgreichsten, die auch den Einsatz klassischer Marketing-Werkzeuge aus dem Effeff beherrschen, denn sie verstehen am ehesten wie ihre Kunden „ticken“ und welche Schritte für diese Unternehmen notwendig sind, um in’s Marketing 2.0 einzusteigen.
Dr. Kolb Telieps: Welche anderen Web 2.0-Hilfsmittel als XING und Facebook sind aus Ihrer Sicht interessant für mittelständische Unternehmen?
Jens Schlüter: Die „Social Media Wunderwaffe“ gibt es nicht und ob XING, Facebook oder andere Plattformen Bestandteil einer Corporate Social Media Strategie sein sollten, muss man sehr individuell und sowohl mit Blick auf die Zielsetzung, als auch die Social-Media Gewohnheiten der Zielgruppe sehen. XING ist definitiv das stärkste, deutsche Business-Netzwerk und viele KMU’s sind hier zumindest „proforma“ bereits vertreten. Mit Blick auf den internationalen Markt würde ich allerdings eher zu LinkedIn raten. Diese Plattform hat im Ausland einen ungeheuren Vorsprung und man findet dort aus meiner Sicht auch eindeutig mehr Entscheider als bei XING. Für KMUs ebenfalls interessant ist die Kombination Corporate Blog und Twitter. Größere Unternehmen nutzen das Corporate Blog bereits intensiv, um ihr Unternehmen nach außen transparent zu machen und in den direkten Dialog mit Kunden, Interessenten und Kooperationspartnern zu gehen.
Dr. Kolb Telieps: Die Agentur creative360 befragte 110 B2B-Firmen nach Gründen, die für Social-Media-Marketing sprechen. Die Antworten sind: 81 Prozent möchten ihre Marke bekannter machen, 79 Prozent wollen ihren Internetauftritt promoten, 65 Prozent die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren und 44 Prozent die Kundenbindung steigern. Sind das Illusionen oder Chancen? Sind es überhaupt die wahren Gründe oder ist doch der ROI wichtiger?
Jens Schlüter: Branding, also das „Bekanntmachen einer Marke“ ist eine klassische Disziplin im Social Media Marketing. Nutella zum Beispiel ist laut Markenlexikon mit ca. 12,5 Millionen Fans bei Facebook augenblicklich Spitzenreiter. Überlegen Sie einmal, was für eine gigantische Reichweite das allein auf diesem einen Kanal ist. Das „promoten“ eines Internetauftritts ist sicherlich möglich, aber das wäre ein wenig so, als wenn man mit einem Goldbarren einen Nagel in die Wand schlägt. Social Media ist und kann mehr! PR-Arbeit und Kundenbindung sind aus meiner Sicht die wichtigsten Ansätze und auch genau die Punkte, die für Unternehmen am schnellsten zu fühlbaren, später auch messbaren Ergebnissen führen. Also keine Illusion, sondern eine echte Chance für jedes Unternehmen.
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Die 100 Millionen, die die FMG als Lärmsc hutz bereitstellt, können Sie vergessen, wenn Sie damit eingesperrt werden, um Ruhe... - Echte Fans gibt's ausschließlich über Emotionen
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