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DIW: „Arbeitslose bleiben auf der Strecke“

Die Pläne der Bundesregierung zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen stoßen beim DIW Berlin auf deutliche Kritik.

„Zu befürchten sind die alten Nebenwirkungen: Hohe Organisationskosten, doppelte Verwaltungsapparate, Reibungsverluste sowie Konfusion und Verwirrung bei den betroffenen Langzeitarbeitslosen,“ sagte DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann. „Auf der Strecke bleiben die Arbeitslosen.“

Aktuelle Pläne der Bundesregierung sehen vor, bei der Betreuung der Langzeitarbeitslosen (Hartz IV-Empfänger) das Modell der getrennten Trägerschaft als zentrale Organisationsform einzuführen. Dabei würden die lokalen Bundesagenturen für Arbeit und die Kommunen mehr oder weniger koordiniert nebeneinander wirken – bildlich gesprochen gäbe es zwei Tische unter einem Dach, aber nicht unter gemeinsamer Regie.

„Damit würde ein Betriebsunfall zum Regelfall gemacht“, so DIW-Präsident Zimmermann. Bereits erzielte Fortschritte der Arbeitsmarktpolitik würden zunichtegemacht.

Aus Sicht von DIW-Chef Zimmermann könnte eine kluge Reform auch andere Mängel beseitigen helfen: Die Hilfen für die Problemgruppen setzen zu spät an und sie werden bundesweit in einem organisatorischen Wildwuchs neben den 350 Arbeitsgemeinschaften auch durch 23 Kommunen in Konkurrenz zur Agentur oder als eine der 69 Optionskommunen alleine betrieben.

In Deutschland besonders viele Langzeitarbeitslose

Gerade bei Langzeitarbeitslosen wäre eine effektive Betreuung wichtig: Obwohl der Anteil der Langzeitarbeitslosen in den letzten Jahren leicht rückläufig ist, weist Deutschland international weiterhin eine der höchsten Langzeitarbeitslosenquoten auf. Dabei ist klar: Bei potentiell von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohten älteren, ungelernten oder ausländischen Menschen macht eine frühzeitige Intervention und Betreuung bereits bei der Entstehung von Arbeitslosigkeit Sinn.

„Eine eigene Institution sollte den gesamten Prozess der Arbeitslosigkeit für diese Problemgruppen von Anfang an begleiten“, so das Fazit von Klaus Zimmermann. „Die Politik ist gefordert, hier einzugreifen, bevor die Sockelarbeitslosigkeit wieder ansteigt.“

(DIW)


 


 

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