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Jupp Heynkes

Was sich Führungskräfte vom Münchner "Meistermacher" abschauen können

“Grau is great”, sekundiert Bild-Kolumnist Ulrich Wickert in seinem Beitrag über das Erfolgsgeheimnis der Generation 60plus. Die These, dass unsere Gesellschaft vergreise, sei falsch. Sie werde im Gegenteil jünger. Weil die “Alten” nämlich immer aktiver würden.

Deutschlands auflagenstärkste Boulevardzeitung staunt nicht schlecht. “Jawohl. Dieser Jupp Heynkes ist ACHTUNDSECHZIG (in Zahlen 68) Jahre”, schreibt die Bild. Zahlen aus der Wirtschaft bestätigen dies: Seit 2008 hat sich die Zahl der Beschäftigen, die älter als 60 sind, um 82 Prozent erhöht.

“Jupp Heynckes taugt zweifellos zum Vorbild für unsere Gesellschaft, aber insbesondere auch für die Führungskräfte in der Wirtschaft. Der große Erfolg, den er nun mit dem FC Bayern München feiert, ist das Ergebnis harter Arbeit und kluger Personalführung”, kommentiert der Personalexperte Michael Zondler vom Beratungsunternehmen centomo. “Der zurzeit viel gescholtene Uli Hoeneß hat den Verein auf ein sehr solides finanzielles Fundament gestellt, um das ihn heute die in der Vergangenheit wesentlich ausgabenfreudigeren Spanier und Engländer beneiden. Doch dass aus dem “FC Hollywood” nach zwei vergeigten Meisterschaften ein Team geformt wurde, trägt die Handschrift des erfahrenen Fußballlehrers vom Niederrhein.”

"Jupp-Heynckes-Prinzip" statt "Generation Leitwolf"

Sein eigenes Erfolgsrezept erklärte Heynckes, der sich persönlich mit “zwei Stunden Fitness, Kartoffeln und Lady Gaga” (Bild-Zeitung) frisch hält, wie folgt: “Ich war strenger, konsequenter und ehrgeiziger im Detail. Man muss die Spieler aber auch bei Laune halten, denn niemand will auf der Reservebank sitzen.”

“Heynckes hat – wie sein Kollege Jürgen Klopp übrigens auch – ein bemerkenswertes Kollektiv geschaffen. Es wäre also falsch, jetzt quasi nur noch auf die jungen “Alten” zu setzen. Mit seinem Charisma und seiner Leidenschaft hat der deutlich jüngere Klopp mit seiner jungen Dortmunder Truppe auch Beeindruckendes geleistet. Der Erfolg Dortmunds mit zwei gewonnenen Meisterschaften hat die Bayern wieder angespornt, selbst wieder besser zu werden. Ohne diese Leadership-Qualitäten und die Gabe, aus der eigenen Mannschaft ständig Höchstleistungen herauszukitzeln, kommen auch Top-Leute in der Wirtschaft nicht weiter”, Zondler.

Weg von Neid, Missgunst und Egomanie – hin zum Mannschaftsgeist

Dies ist das Erfolgsrezept der beiden würdigen Rivalen vom vergangenen Samstag. “Die Generation Lahm / Schweinsteiger, die ihren ersten über die nationalen Grenzen hinaus beachteten Titel eroberte, hat in ihrer uneigennützigen Dienstleistungsbereitschaft fast nichts mehr mit der Generation Leitwolf und Ich-AG gemein, die der damals selbst noch zu prinzipiell auftretende Heynckes nach zwei atmosphärisch angenehmen Trainerjahren in Bilbao zum Beispiel bei Eintracht Frankfurt 1994 oder beim FC Schalke 04 2003 antraf”, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Im Pokalfinale gegen Stuttgart könne das “Jupp-Heynckes-Prinzip” aber ruhig mal eine Pause einlegen, so Zondler ironisch: “Ich komme aus Baden-Württemberg. Unser Unternehmen hat Sitze in Sindelfingen und Ludwigsburg. Klar, dass ich nächsten Samstag den Stuttgartern und nicht den Münchnern die Daumen drücke.”

(Ansgar Lange)


 


 

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