TV-Tipp
Kampf dem Dschihad - wer entscheidet in dieser Welt über Gut und Böse?
München. Wenn die westliche Welt von der „Achse des Bösen“ spricht, berufen sich viele Medien auf vorgefertigte Nachrichten. Nur von wem kommend die? Wem wird geglaubt? In einer fünfteiligen Dokumentation gibt es ab August im ZDF interessante Einsichten und Extrakte, die auf unglaublich klare Verhältnisse hindeuten, wie wir sie im westlichen Glauben nicht wahrhaben wollen...

Ein Bild so exotisch wie beängstigend gleichsam: Ein Tuareg in der Wüste. Wenn er da mal bleibt, ist für die westliche Welt dieselbe in Ordnung. © Quelle pixelio.de /Jerzy
Der Westen hat immer schon seine Spielchen mit den Arabern und Ländern im Nahen Osten getrieben. Sie wurden gekauft, verraten, gedemütigt und sind heute noch die „Existenzvernichter westlicher Glaubensrichtungen“.
Westliche Dekadenz pur?
Schade nur, dass wir als Weltmachtführer Menschen eines George Bush hervorgebracht haben. Dieser gehört eigentlich vor den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Alleine im Irak sind seit 2001 bis heute rund 2,5 Mio. Zivilisten und andere Personengruppen ums Leben gekommen. und das unter dem Motto: Wir zivilisieren unter der Ägide westlicher Demokratie und zerstören PR-mäßig aufgearbeitete Chemiewaffen. Ein Lügengebilde so hoch wie der Mount Everest, so der Vorwurf, und dort schmilzt momentan die sprichwörtlich letzte Schneekappe.
Der Drang nach Unabhängigkeit ist international
Die Geschichte zeigt: Die arabischen Muslime folgten nicht Max von Oppenheim, sondern dem charismatischen "Lawrence von Arabien". Der Archäologe und Geheimagent Thomas Edward Lawrence forcierte den Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich. Dabei zeigte sich, dass nicht der "Heilige Krieg" und die Aussicht auf paradiesischen Lohn die Araber lockte, sondern englisches Geld und das Versprechen auf nationale Unabhängigkeit.
Die historische Politik der Siegermächte legte den Grundstein
Doch die arabische Nation sollte ein unerfüllter Traum bleiben. In Wirklichkeit hatten Briten und Franzosen insgeheim vereinbart, das Osmanische Reich nach seiner Niederlage in Einflusszonen aufzuteilen. Nach dem Krieg verfuhren sie ganz im Stil alter kolonialer Politik und schufen mit ein paar Federstrichen neue Länder – ohne Rücksicht auf ethnische oder religiöse Gegebenheiten. Die damals gezogenen Grenzen und die weitere Politik der Siegermächte im Nahen Osten hatten weitreichende Folgen und schufen Grundlagen für den noch heute andauernden Nahostkonflikt.
Kommentare von Experten:
Für die Radikalisierung Bin Ladens ist die Präsenz der amerikanischen Truppen im "Land der heiligen Stätten" ganz entscheidend. Er war der Meinung, dass ungläubige Truppen den Boden dieses Landes nicht einmal betreten dürfen. Und als dann noch dazu kam, dass bei den Truppen auch Juden und Frauen dabei waren, Christen ohnehin, war das Fass für ihn schon übergelaufen. (Dr. Guido Steinberg, Nahost- und Terrorismusexperte)
In "dschihadistischen" Kreisen wird seit Jahrzehnten, seit den 80er Jahren, immer wieder die Parallele gezogen von den mittelalterlichen Kreuzzügen zur Politik der USA und der Israelis heute. Die Existenz Israels beispielsweise wird als Konsequenz eines westlichen Kreuzzugs bezeichnet. (Dr. Guido Steinberg, Nahost- und Terrorismusexperte)
Worin unterscheiden sich der „Dschihad“ und die „Kreuzzüge“?
Gibt es ein Äquivalent im Westen? Sicher kein aktuell vergleichbares. Doch eine Reaktion nach dem Anschlag vom 11. September war in diesem Zusammenhang bezeichnend. Der Präsident der vom Terror getroffenen Supermacht, George W. Bush, sprach noch ganz unter dem Eindruck der Katastrophe – offenbar unbedacht – von einem "Kreuzzug", den es gegen den Terrorismus zu führen gelte. Diese Metapher wurde von Medien weltweit aufgegriffen und gerade von radikalen Islamisten als Bestätigung gesehen, worum es dem Westen eigentlich gehe: um die Unterjochung von Muslimen. Bush rief damit ungewollt Erinnerungen an die "Heiligen Kriege" der Christenheit wach und verlieh dem Konflikt damit auch aus westlicher Warte eine pseudoreligiöse Anmutung. So ist der Begriff "Kreuzzügler" im islamischen Raum auch heute noch die historische Chiffre für westliche Aggression, Unterwanderung und Besatzung und weckt ähnlich negative Assoziationen wie das Wort "Dschihad" im Westen.
"Der Heilige Krieg"besteht aus einer fünfteiligen Dokumentarreihe, die ab 16. August 2011, jeweils dienstags 20.15 Uhr und sonntags 19.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.
(Redaktion)
Tags:- Dschihad
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Jerzy / pixelio.de
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