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Nach Arcandor-Insolvenz

Karstadt: Treuhandkonto für Mitarbeiter

Den Mitarbeitern der insolventen Warenhauskette Karstadt liegt die Zukunft ihres Unternehmens am Herzen. Das haben sie nicht zuletzt dadurch gezeigt, dass sie Bereits im Herbst vergangenen Jahres auf insgesamt 150 Millionen Euro verzichteten, verteilt auf drei Jahre. Doch haben die Beschäftigten auch vorgesorgt: Das Geld landet vorläufig auf einem Treuhandkonto. Für den Fall das Karstadt den Weg seiner Arcandor-Schwester Quelle gehen sollte, gibt es das Geld zurück.

Zu den 150 Millionen Euro, auf das die Karstadt-Beschäftigten freiwillig verzichtet haben gehört etwa das gesamte Urlaubsgeld und drei Viertel des Weihnachtsgeldes. Auch übertarifliche Zulagen und Funktionszulagen wurden um zehn Prozent gekürzt. Es ist auch für die Karstadt-Mitarbeiter nicht das erste Mal, dass sie zum vermeintlichen Wohl ihres Arbeitgebers auf Geld verzichten, das ihnen eigentlich zusteht. Dennoch: Nach den Erfahrungen mit dem Niedergang des Fürther Versandhauses Quelle gingen die Verantwortlichen Arbeitnehmervertreter auf Nummer Sicher und handelten das Treuhandkonto aus.

Die Zukunft der Warenhauskette steht trotz solchen Einschnitten allerdings nach wie vor in den Sternen. Apollo, Permira und Pamplona heißen die möglichen Investoren, die außerhalb der Finanzbranche kaum jemand kennt, die Kennern allerdings ein Schaudern über den Rücken laufen lassen dürfte. Die drei Finanzinvestoren gelten als knallharte Sanierer, die in neu erworbenen Unternehmen hart durchgreifen, um Rendite zu erzielen. Ein Erhalt von Karstadt als Gesamtunternehmen, wie er derzeit von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg angestrebt wird, wird deshalb immer unwahrscheinlich. Nach wie vor ist seitens der Insolvenzverwaltung dieser Gesamterhalt allerdings Verhandlungsgrundlage.

Die Karstadt-Filialen in Nürnberg gehören indes zu den profitableren Warenhäusern der Kette. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden des Karstadt-Innenstadthauses, Franz Kopp, schreiben beide Häuser in der Frankenmetropole schwarze Zahlen. Unter den deutschlandweit 90 Standorten rangiere des Haus in der Nürnberger City beim Umsatz auf Platz fünf, beim Gewinn unter den Top drei. Die Chancen stehen also gut, dass zumindest die Arbeitsplätze bei der ehemaligen Arcandor-Tochter in der Region erhalten bleiben.  „Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt. Wir sind nach wie vor nicht am rettenden Ufer“, konstatiert Kopp dennoch – er vertritt in Nürnberg als Arbeitnehmervertreter rund 500 Mitarbeiter.

(Redaktion)


 


 

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