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KfW-Gründungsmonitor

Deutschland gehen die Gründer aus

Im Jahr 2012 haben sich nur 775.000 Deutsche selbstständig gemacht - das ist die geringste Anzahl an Gründern seit 2000. Viele haben Angst vor dem finanziellen Risiko, andere fürchten sich vor zu viel Bürokratie. So einige Erkentnisse des aktuellen KfW-Gründungsmonitor 2013.

"Der Rückgang der Gründungstätigkeit ist besorgniserregend, denn Gründer helfen unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, anlässlich der Vorstellung der jährlichen, repräsentativen Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland heute in Frankfurt am Main.

Einen Lichtblick gibt es allerdings: 47 % der Gründer im Jahr 2012 (vs. 35 % in 2011) gaben an, mit ihrem Gründungsprojekt eine explizite Geschäftsidee umzusetzen und damit eine Chance wahrzunehmen. "Chancengründungen versprechen auf Dauer nachhaltiger zu sein als andere Gründungen", sagt Dr. Zeuner.

Der Anteil von Gründern in den Freien Berufen (bspw. Berater, Dozenten, Erzieher) am Gründergeschehen stieg seit dem Jahr 2005 von 15 % auf 39 % in 2012 an. "Die bemerkenswerte Zunahme von Gründern mit beratenden und erzieherischen Tätigkeiten zeigt, wie das Angebot auf die veränderte Nachfrage einer Wissensökonomie reagiert", sagt Dr. Zeuner.

Zu viel Bürokratie, zu wenig Freizeit

Die Mehrjahresanalyse zeigt, dass der Anteil der Vollerwerbsgründer, die 2012 im Vergleich zum Jahr 2008 Bürokratie (2008: 33 %, 2012: 40 %) als Gründungshemmnis wahrnehmen, gestiegen ist. Auch die Sorge, dass die Selbständigkeit die eigene Familie stark belastet, ist unter den Vollerwerbsgründern heute weiter verbreitet als noch vor fünf Jahren (23 % vs. 30 %).

Dem allgemeinen gesellschaftlichen Trend folgend gewinnt offenbar auch bei Gründern eine bessere Work-Life-Balance Bedeutung.

Das mit der Selbständigkeit verbundene finanzielle Risiko wird von mehr Vollerwerbsgründern als Problem wahrgenommen (18 % vs. 31 %). Dies geht einher mit einem höheren Anteil von Gründern, die über Finanzierungsschwierigkeiten berichten - im Voll- und im Nebenerwerb (insgesamt 13 % 2008 vs. 20 % 2012).
Dabei gilt: Je höher der Finanzierungsbedarf ist, desto wahrscheinlicher werden Finanzierungsschwierigkeiten (im Jahr 2012 bis 25.000 EUR 21 %, darüber 33 %). Am Ende setzten zwei Drittel der Gründer Eigen- oder Fremdmittel zur Finanzierung ein.

Stundenlohn und Einkommen

Gründer erzielen zwar ein leicht höheres durchschnittliches Einkommen als Arbeitnehmer, angesichts ihrer hohen Wochenstundenzahl (Vollerwerbsgründer: 48 Stunden vs. Arbeitnehmer: 38 Stunden) ist ihr rechnerische Stundenlohn aber oftmals sehr niedrig.

Die Selbstständigkeit zahlt sich dennoch für viele Gründer aus: Insgesamt hat sich für 42 % der Gründer die Einkommenssituation ihres Haushalts netto verbessert. Nur 16 % berichten von einer Verschlechterung.

Als Sonderthema wurden Gründer aus der Arbeitslosigkeit analysiert. Es zeigt sich, dass die Anzahl dieser Gründer im Zuge der veränderten BA-Bezuschussung deutlich zurückgegangen ist (-32 % zu 2011). Dabei klagten Gründer aus der Arbeitslosigkeit vermehrt über Finanzierungsschwierigkeiten (34 % vs 21 % 2008-2011).
Gleichwohl zeigen sich auch positive Aspekte: So gaben knapp 19 % (2008-2011: 14 %) dieser Gründer an, innovativ zu sein, also eine Marktneuheit eingeführt zu haben.

Weitere Fakten zum Gründungsgeschehen (Finanzierungsbedarf, Geschlechterverteilung etc.) und die Studie finden Sie unter www.kfw.de/Gründungsmonitor2013

(Quelle: ots)


 


 

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