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Unfallflucht

Wieder verletztes Kind auf Piste zurück gelassen

Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche hat ein Skifahrer am Großen Arber im Bayerischen Wald nach einem Zusammenstoß ein verletztes Kind einfach liegen lassen. Der Deutsche Skiverband äußerte im dapd-Interview Kritik an den "Pistenrowdys".

 Insgesamt aber beobachtet der Verband ein gestiegenes Sicherheitsbewusstsein unter den Wintersportlern und auch eine steigende Bereitschaft zu helfen.

Bei den beiden Unfällen am Großen Arber indes fuhren die Unfallverursacher einfach davon. Betroffen war nach Polizeiangaben vom Donnerstag zum Einen ein Zwölfjähriger. Er hatte sich am Dienstag am Rande einer Skipiste gebückt, um seine Schuhe fester zu schnallen. Plötzlich prallte ein Skifahrer von hinten mit ihm zusammen und fuhr weiter, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.
Das Kind spürte zunächst seine Beine nicht mehr und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Die Ärzte stellten aber nur Prellungen fest und entließen den Jungen wieder. Die Polizei fahndet nach dem Unfallverursacher. Dieser trug einen Vollbart, eine Sonnenbrille sowie eine schwarze Jacke und fuhr Ski mit roter Bindung.

Unfallflüchtiger Skilehrer noch unbekannt

Ebenfalls am Dienstag hatte ein Skilehrer am Großen Arber eine 13 Jahre alte Snowboarderin angefahren, als das Mädchen aus Baden-Baden auf der Piste saß. Bei dem Zusammenprall stürzte der Mann. Er stand auf, klagte nach Zeugenaussagen über Schmerzen im Knie und fuhr schließlich weiter, ohne sich um das Mädchen zu kümmern.
Die Bergwacht brachte die an Steißbein und Becken verletzte Schülerin zur Talstation und anschließend ins Krankenhaus. Gegen den Skilehrer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Die Polizei sagte am Donnerstag auf dapd-Anfrage, der Mann sei noch nicht ermittelt.
Der Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbands (DSV), Andreas König, schätzte im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag in München Bereitschaft, nach einem Unfall "stehen zu bleiben, Hilfe zu leisten" als steigend ein. Bei Unfällen mit mehreren Beteiligten könnten jedoch manche Skifahrer die Lage nicht richtig beurteilen. Gerade weniger geübte Wintersportler seien "so mit sich selbst beschäftigt", dass sie etwa die Auswirkungen eines Unfalls für andere nicht ermessen könnten, gab König zu bedenken. Zugleich appellierte er an alle Wintersportler: "Erste Regel ist Rücksicht auf andere Skifahrer."

Übersicht der Skiunfälle 2009/10

In der Saison 2009/10 wurden hochgerechnet 55.000 bis 57.000 Skifahrer bei Ausübung ihrer Sportart verletzt.

- Dies sind rund 7.000 Skifahrer mehr als in der Vorsaison.

- Im langjährigen Vergleich sind die Zahlen deutlich rückläufig. Berechnet auf Verletzte pro 1.000 Skifahrer: Gilt als Basis von 100 Prozent die Marke in der ersten Berichtssaison 1979/80, sank der Wert inzwischen auf 44 Prozent.

- Eine stationäre Behandlung nach einem Skiunfall war bei etwa 8.500 verletzten deutschen Skifahrern notwendig. Nach einem stetigen Rückgang über mehrere Jahre war der Wert wieder steigend.

- Die Zahl der Kollisionsunfälle liegt weiter bei unter 1,0 pro 1.000 deutsche Skifahrer.

(Quelle: Auswertungsstelle für Skiunfälle und Stiftung Sicherheit im Skiport)

(dapd-bay)


 


 

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