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Kindertagesbetreuung

Zusätzlicher Bedarf von 320.000 Plätzen bis 2013 notwendig

Das zum 16. Dezember 2008 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz sieht ab dem Kindergartenjahr 2013/2014 zudem einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres vor.

In Westdeutschland besteht bis zum Jahr 2013 ein zusätzlicher Betreuungsbedarf für rund 320.000 Kinder unter drei Jahren. Dies geht aus einer neuen Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für die einzelnen Bundesländer hervor. Die Modellrechnung beruht auf den Ergebnissen der Statistik zur Kindertagesbetreuung 2009 und den Ergebnissen der mit den Statistischen Landesämtern koordinierten 12. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Auf dem Krippengipfel von Bund, Ländern und Kommunen im Jahr 2007 wurde bereits vereinbart, bis zum Jahr 2013 bundesweit für 35% der Kinder unter drei Jahren ein Angebot zur Kindertagesbetreuung zu schaffen. Das zum 16. Dezember 2008 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz (KiföG), das die maßgeblichen Bestimmungen des Sozialgesetzbuches VIII ändert, sieht ab dem Kindergartenjahr 2013/2014 zudem einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres vor.

Nach den Ergebnissen der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechung werden zum Jahresende 2012 insgesamt knapp zwei Millionen Kinder unter drei Jahren in Deutschland leben, davon 1,6 Millionen in Westdeutschland (ohne Berlin) und 282.000 in Ostdeutschland (ohne Berlin).

Geht man davon aus, dass die anvisierte Betreuungsquote von mindestens 35% im Jahr 2013 auch in jedem einzelnen Bundesland erreicht werden soll, werden in Westdeutschland insgesamt rund 559.000 Betreuungsplätze benötigt. Am 1. März 2009 waren in den westdeutschen Bundesländern rund 238.000 Kinder unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung. In den kommenden Jahren müssen somit insgesamt rund 320.000 zusätzliche Betreuungsplätze (plus 134 Prozent gegenüber 2009) für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Für die ostdeutschen Länder, in denen die Betreuungsquote bereits 2009 über 35 Prozent lag, wird für die Kindertagesbetreuungs-Modellrechnung angenommen, dass die Zahl der betreuten Kinder insgesamt auf dem Niveau von 2009 konstant bleibt.

Wenn die Betreuungsquoten in den westdeutschen Bundesländern auf jeweils 35% steigen und die Zahl der betreuten Kinder in den ostdeutschen Bundesländern und in Berlin konstant bleibt, erhöht sich bundesweit die Betreuungsquote bis zum Jahr 2013 insgesamt sogar auf 37,3%. Dies bedeutet, dass infolge der jetzt schon relativ hohen Betreuungsquoten in Ostdeutschland und Berlin das bundesweite Betreuungsziel von 35% auch dann erreicht werden kann, wenn in einigen westdeutschen Ländern das anvisierte Ziel unterschritten wird.

(Statistisches Bundesamt)


 


 

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