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Hypo Real Estate (HRE)

Kläger fordert über 300 Millionen Euro Schadenersatz von Hypo Real Estate!

Rund 300 Millionen Euro Schadenersatz fordert Anwalt Christian Wefers vom angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Der Kläger wirft der inzwischen mehrheitlich in staatlichem Besitz befindlichen Bank vor, die Aktionäre nicht über anfallende Verluste informiert und mit falschen Informationen getäuscht zu haben. Beim Verhandlungsauftakt am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht I verpflichteten die Richter den Kläger jedoch, den Antrag nachzubessern. Eine Entscheidung soll am 14. Januar 2010 fallen.

Wefers selbst hält keine HRE-Aktien, sondern vertritt rund 40 Fonds aus Deutschland, Luxemburg, Saudi-Arabien, den USA und Kanada. Seine Kanzlei vertritt institutionelle Mandanten, von denen er sich die Ansprüche gegen die HRE abtreten ließ. Als Grund nannte er den engen Kontakt, den er zu den Mandanten pflege, der das Vertrauen der Anleger zu ihm begründet habe. Wefers fordert Schadenersatz für die Verluste, die die HRE-Aktien infolge hoher Abschreibungen zwischen Juli 2007 und Oktober 2008 durch die Finanzkrise verbuchten.

Die Anwälte der HRE-Seite stellten die Abtretung infrage. Das Gericht betonte, dass in der Klage nicht ausreichend klar gemacht worden sei, ob der Schaden bei den Dachfonds wie Allianz Global Investors oder bei Untergesellschaften angefallen sei. Die übergeordneten Dachfonds hätten die Forderungen an Wefers abgetreten, damit sei jedoch nicht klar, ob dies auch wirksam für die Unterfonds gelte. Wefers Anwalt Andreas Tilp fügte hinzu, dass die Untergesellschaften Sondervermögen der jeweiligen Gesellschaften seien und zu diesen gehörten.

Das Gericht forderte Wefers auf, klarzumachen, weshalb die HRE gerade am 15. Juli 2007 den Aktionären Insiderinformationen über Abschreibungen vorenthalten habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Ratingagentur Standard and Poor's bestimmte Wertpapiere heruntergestuft, die HRE hob aber gleichzeitig ihre Prognose für das Geschäftsjahr an. Inwiefern die Papiere im Zusammenhang mit der HRE stünden, hatte Wefers offen gelassen.

Stattdessen führte sein Anwalt am Donnerstag an, dass die HRE zu
diesem Zeitpunkt bereits wusste, welche Risiken durch die Übernahme
der Depfa drohten. Vor diesem Hintergrund sei es grob fahrlässig falsch gewesen, die Prognose anzuheben. Die HRE-Seite wollte diesen neu vorgebrachten Vorwurf zunächst prüfen und nicht kommentieren. Sie
fordert eine Abweisung der Klage.

Bis zum 10. Oktober hat der Kläger Zeit, die geforderten Informationen beizubringen. Die HRE kann darauf bis zum 15. Dezember reagieren. Am 14. Januar 2010 will das Gericht seinen Beschluss verkünden.

Der Vorsitzende Richter Matthias Ruderisch legte den Parteien nahe, über einen Vergleich nachzudenken. Tilp bewertete das Angebot positiv: "Kein Richter regt einen Vergleich an, wenn er den Kläger als unterlegen ansieht."

(Redaktion)


 


 

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