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"Kleine Wiesn" ohne Wahlkampf

Seehofer und Ude wollen am Samstag gemeinsam feiern

Ude: "Der gemeinsame Einzug ins Festzelt mit Seehofer, das Anzapfen, Anstoßen und Feiern - der Wahlkampf soll draußen bleiben, dafür ist nach der Wiesn noch genügend Zeit."

Oktoberfest-Spaß hin oder her - auf das "Toboggan" steigt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) lieber nicht. Wer sich auf das Förderband des traditionellen Wiesn-Fahrgeschäfts wagt, das um 1900 gebaut wurde, muss darum kämpfen, nicht zu stürzen. Die größte Gaudi dabei haben die Zuschauer. Eine Wackelpartie Udes oder gar einen Sturz würden am Donnerstag beim Oktoberfest-Presserundgang zig Kameras einfangen. So liefert der Oberbürgermeister lieber Motive bei einer sicheren Fahrt im Riesenrad.

Bei diesem Termin ein Jahr vor der Landtagswahl in Bayern geht es nicht nur um das 179. Oktoberfest, das Ude am Samstag eröffnet. Darauf geht der designierte SPD-Spitzenkandidat, der Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) herausfordert, schon bei seiner Begrüßung ein. Er werde "am laufenden Band" gefragt, wie denn die Begegnung mit Seehofer ablaufen werde, ob Wortgefechte zu erwarten seien.

Ude stellt deswegen gleich mal klar: "Es wird genauso sein wie in den Vorjahren." Der gemeinsame Einzug ins Festzelt mit Seehofer, das Anzapfen, Anstoßen und Feiern - der Wahlkampf soll draußen bleiben, dafür ist nach der Wiesn noch genügend Zeit. "Wir beide wollen keine Politisierung dieses Ereignisses. Es soll ein Fest sein und nichts anderes", betont Ude. Darauf habe er sich mit Seehofer verständigt. Auch Wiesn-Wirte-Sprecher Toni Roiderer empfiehlt den beiden, sich zurückzuhalten: "Wir kommen zum Feiern und nicht zum Politisieren."

Ude erwartet keine Rekorde

In diesem Jahr findet eine "kleine Wiesn" statt, wie der neue Festleiter Dieter Reiter erläutert. Wegen des alle vier Jahre anberaumten Zentralen Landwirtschaftsfests (ZLF) stehen dem Volksfest auf der Theresienwiese fünf Hektar weniger zur Verfügung als sonst. "Rekorde sind daher nicht zu erwarten", stellt Ude klar. Im vergangenen Jahr besuchten 6,9 Millionen Menschen die Wiesn und tranken 7,5 Millionen Maß Bier. Ude findet, die Entwicklung "noch mehr Hendl, noch mehr Maß" habe dem Fest nicht unbedingt gutgetan.

So wirken auch die beim Rundgang am Donnerstag vorgestellten Neuheiten nicht so spektakulär wie in den vergangenen Jahren. Der Wirt Wiggerl Hagn erklärt, wie energiesparend im Löwenbräuzelt gefeiert wird. In der Geisterbahn "Shocker" chauffiert die Gäste ein Gitterwagen durch verschiedene Grusel-Räume. Reiter erläutert die Vorzüge des "Familienplatzl" als Treffpunkt für Eltern und Kinder. Von gegenüber schallen Anzüglichkeiten herüber, die sich "die fesche Resi am Scheunendach" mit ihren hüpfenden Brüsten und der "Gaudibursch Sepp" zuspielen - zwei neue Figuren am "Lach+Freu-Haus", mit denen die Schausteller das Publikum anlocken wollen.

Ude zapft auch nächstes Jahr nochmal

Ude will bei der Wiesn-Eröffnung am Samstag das Fass wieder möglichst mit nur zwei Schlägen anzapfen. Das Nervenflattern kommt erst noch. "Der gute Schauspieler wird auf der Bühne nervös und der gute Oberbürgermeister ganz kurz vorm Anstich", sagt er. Auch im kommenden Jahr darf er nochmal die Eröffnung übernehmen, zum 21. Mal. Dann endet seine Amtszeit.

Wie es sich anfühlen könnte, bei der Wiesn keine große Rolle mehr zu spielen, erfuhr er schon am Donnerstagfrüh bei einem "schockierenden" Erlebnis auf einer Reise von Berlin nach Hause, wie er selbst berichtet. Während er in Berlin von dem Taxifahrer, der ihn zum Flughafen chauffierte, noch Glückwünsche fürs "Ozapfen" mitnahm, erwartete ihn ausgerechnet in München ein "Kultuschock". Eine Stewardess sprach ihn ebenfalls auf das Volksfest an, allerdings mit der Frage: "Gehen Sie eigentlich auch zur Wiesn-Eröffnung?" Beruhigt habe ihn lediglich, schiebt Ude erklärend hinterher, dass die Frau aus der Ukraine stammt.

(dapd-bay)


 


 

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