30.11.2009  12:41 Uhr

Klimawandel
Arme Länder leiden am stärksten unter Klimawandel

München. Arme Länder werden besonders hohe Schäden durch die Erwärmung des Weltklimas erleiden. Das ist das Ergebnis einer Prognose, die jetzt vom ifo Institut veröffentlicht wurde.

Danach werden einige Länder Afrikas einen Verlust von mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verkraften müssen. Auch Indonesien, ein bevölkerungsreiches und armes Land, wird im Verhältnis zum BIP stark vom Klimawandel betroffen sein.

"Die regionale Betrachtung des Klimawandels ist wichtig, weil sie zeigt, wie katastrophal sich die Erderwärmung auf einige Länder auswirken wird. Bei einer globalen Betrachtung fällt das nicht auf, weil der Anteil der armen Länder am Weltsozialprodukt so wenig ins Gewicht fällt", erklärt Janina Ketterer, Wissenschaftlerin am ifo Institut.

Die Klimaschäden für die gesamte Welt im Jahr 2100 prognostiziert das Modell mit knapp 1,3 Prozent des Weltsozialprodukts.

Für entwickelte Länder in Nordamerika, Europa und Australien ergibt die Berechnung sogar positive wirtschaftliche Auswirkungen des Klimawandels. Diese erklären sich vor allem durch Einsparungen bei den Heizkosten und die Abnahme von Herz-Kreislauferkrankungen, die durch Kältestress ausgelöst werden. Allerdings wird ein Großteil der positiven Auswirkungen von Treibhausgasen verursacht, die schon in der Vergangenheit in die Atmosphäre gelangt sind.

"Es wäre falsch zu folgern, dass die Industriestaaten keinen Anreiz haben, Emissionen zu vermeiden. Die Auswirkungen von weiteren Emissionen, die man durch heutige Politikentscheidungen beeinflussen kann, sind für sämtliche Weltregionen schädlich, auch für die Industriestatten", sagt David Anthoff, Wissenschaftler am Economic and Social Research Institute (ESRI).

Eine Schlüsselrolle in der künftigen Klimapolitik kommt Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien zu. Mit -1,3 Prozent bzw. -2,2 und -2,9 Prozent des jeweiligen BIP droht ihnen im Jahr 2100 ein empfindlicher Wohlfahrtsverlust. Als schnell wachsende Wirtschaftsnationen können sie mit einer Reduktion ihres CO2-Ausstosses aber auch selbst wesentlich zur Begrenzung der Klimaerwärmung beitragen.


 

(ifo)

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Bild Nr. 1 © pixelio.de/S. Hofschlaeger



 


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