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Kultkuh Yvonne

Das bayerische Sommerloch-Drama wird eventuell verfilmt

Ein einträchtiges Familienbild soll es werden, an Heiligabend im Stall von Gut Aiderbichl. Kultkuh Yvonne soll Weihnachten im Kreis ihrer Liebsten verbringen: mit Sohn Friesi, Schwester Waldtraut, deren Ziehkalb Waldi - und ihrem jüngsten Sohn Orky. Dessen Anwesenheit ist die Weihnachtsüberraschung für Yvonne. Für die "Kuh, die ein Reh sein will", die mit ihrem Versteckspiel sämtliche Sommerlöcher der Welt gestopft hatte, gibt es aber noch größere Pläne: Sie soll Filmstar werden.

Am vierten Adventswochenende kam Orky vom Aiderbichl-Hof im österreichischen Henndorf nach Deggendorf, musste wegen Quarantäne aber in einen separaten Stall. Wenn die Behörden es zulassen, soll er an Weihnachten mit Yvonne zusammen stehen. "Alles ist gut", schwärmt Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser. Es soll Kuh Yvonnes schönstes Weihnachten werden.

Ende Mai war sie von ihrer Kärntner Alm weggebracht worden - vermutlich, um geschlachtet zu werden. Während des Transports entwischte Yvonne und floh in ein Waldgebiet im oberbayerischen Kreis Mühldorf. Suchtrupp und Jäger suchten sie vergeblich, nicht einmal ein eigens angereister Großwildjäger konnte Yvonne überlisten. 99 Tage schlich sie durch Wald und Felder, bis der ehemalige Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn, Henning Wiesner, sie mit dem Betäubungs-Blasrohr niederstreckte.

Der Begeisterung für Kuh Yvonne tat das keinen Abbruch. Noch immer kämen Leute vorbei, riefen an oder schrieben Mails, um sich nach Yvonnes Wohl zu erkundigen, berichtet die Pressesprecherin von Gut Aiderbichl, Britta Freitag. Als ihr Sohn Orky in Deggendorf ankam, schaute auch DJ Ötzi vorbei.

Kultkuh soll Filmstar werden

Yvonnes Ruhm hat die Filmbranche auf den Plan gerufen. "Es hat sich eine Filmfirma an uns gewandt, die mit Hollywood-Regisseuren zusammenarbeitet", erzählt Freitag. Ob Yvonne selbst die Hauptrolle in einem Kinofilm übernehmen wird, sei noch nicht absehbar. Die Gespräche stünden noch am Anfang. Es habe zudem weitere Anfragen gegeben, die aber weniger konkret gewesen seien, unter anderem für einen Zeichentrickfilm.

Aufhauser zufolge hat Yvonne den Hang zur Freiheit schon seit der Geburt. Er hat Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass sie sich direkt nach der Geburt sieben Tage lang versteckte. Der Bauer musste den Stall durchforsten, bevor er ihr die Ohrmarken stechen konnte.

Das Mysterium um ihre Flucht soll jetzt eine Gruppe Tierärzte aufgedeckt haben. "Es gibt einen schlüssigen Grund, wieso sie diese Energie hatte und getan hat, was sie gemacht hat", sagt Aufhauser geheimnisvoll. An Weihnachten strahlen das deutsche, österreichische und Schweizer Fernsehen die Sendung "Weihnachten auf Gut Aiderbichl" aus, die die Ergebnisse der Tierärzte präsentiert. Dazu singt DJ Ötzi seinen neuen Weihnachts-Hit.

Obwohl sie nun wieder im Stall stehen muss, soll Yvonne an Weihnachten nichts vermissen und die Reunion mit Orky genießen. Zwar sei Friesi eigentlich ihr Lieblingssohn. Immerhin habe der es geschafft, Yvonne zu beruhigen, als sie nach der Fangaktion völlig aufgelöst in Deggendorf ankam. "Aber gut, warum nicht noch einen Sohn, und dann noch zu Weihnachten", sagt Aufhauser. "Auf einen mehr oder weniger kommt es nicht an." Etwa 400 Rinder stehen auf den insgesamt 20 Höfen von Gut Aiderbichl.

(dapd-bay/ Jessica Deringer)


 


 

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