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Lebenspartnerschaft

Als eingetragene Lebenspartner von Steuervorteilen profitieren

Schwule und Lesben können sich seit etwa zehn Jahren in Deutschland das Ja-Wort geben. Gehen sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein, sind sie konventionellen Ehepaaren rechtlich nahezu gleichgestellt – und können Steuervorteile nutzen.

25.000 deutsche homosexuelle Paare haben heute steuerrechtlich fast den Status einer konventionellen Ehe. Ob sie auch die Vorteile des „Ehegattensplittings“ nutzen dürfen, darüber wird noch gestritten. Beim Splittingtarif wird das zu versteuernde Einkommen beider Partner halbiert und mit dem gleichen Steuersatz belastet. Dies federt die höhere Versteuerung des besser verdienenden Ehepartners ab. Allerdings können eingetragene Lebenspartner mit stark unterschiedlichem Einkommen auch schon jetzt Steuern sparen, und zwar dann, wenn ein Partner dem anderen Unterhalt bezahlt.

„Hat der Empfänger keine oder nur geringe eigene Einkünfte und besitzt er kein oder nur geringes Vermögen, können die Unterhaltsleistungen des Lebensgefährten als sogenannte außergewöhnliche Belastung die Höhe der Steuern mindern“, erklärt Isabell Gusinde von der Postbank. Der Höchstbetrag liegt bei 8.004 Euro im Jahr. Eigene Einkünfte des Empfängers, sofern sie 624 Euro im Kalenderjahr übersteigen, verringern diesen Höchstbetrag. „Aber dafür sind Vorsorgeaufwendungen zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben absetzbar, sofern der zum Unterhalt Verpflichtete diese gezahlt hat“, sagt die Postbank-Expertin.

Keine Nachteile haben Lebenspartner mehr beim Schenken und Erben: Den Freibetrag hat der Gesetzgeber auf 500.000 Euro und somit auf das Niveau von Ehegatten angehoben. „Auch der Zugewinnausgleich bleibt sowohl bei einer Trennung als auch im Erbfall steuerfrei“, so Isabell Gusinde. „Außerdem kann auch bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft der Hinterbliebene eine Immobilie unabhängig von der Größe steuerfrei erben, wenn der Erblasser darin bis zum Tod gewohnt hat. Voraussetzung ist aber, dass der überlebende Lebenspartner das Familienheim selbst zu eigenen Wohnzwecken nutzt und eine letztwillige Verfügung nicht dagegen spricht.“

Erbrechtlich steht der gleichgeschlechtliche Lebensgefährte auf einer Stufe mit den Verwandten erster Ordnung des Erblassers (Kinder, Enkel usw.) und hat Anspruch auf ein Viertel des Nachlasses, neben den Verwandten der zweiten Ordnung (Eltern und deren Abkömmlinge, also Geschwister des Erblassers und deren Kinder) oder neben Großeltern auf die Hälfte. Sind weder Verwandte der ersten oder der zweiten Ordnung noch Großeltern vorhanden, so erhält der überlebende Partner die ganze Erbschaft.

Quelle: Deutsche Postbank AG

(Redaktion)


 


 

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