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Die Wiesn 2009

Leih-Dirndl auf der Wiesn im Trend - Viele Touristen nutzen Angebot der Münchner Trachtengeschäfte

Derzeit herrscht bei der «Trachtengabi» Hochbetrieb. Zur Wiesn-Zeit ist der Laden von Daniela Jobst einer der Anlaufpunkte für Oktoberfest-Besucher, die noch ein passendes Outfit suchen.

Ein paar Straßen von der Festwiese entfernt, verkauft Daniela
Jobst die Trachten nämlich nicht nur, sondern sie verleiht sie auch
an Spontan-Besucher und Sparfüchse.

"Im Moment laufen ungefähr 150 Lederhosen von uns auf der Wiesn
rum", sagt die 32-Jährige stolz. Ihre Kunden sind meist Touristen,
doch obwohl Italiener, Australier und Japaner unbedingt in stilechter
bayerischer Tracht auf die Wiesn wollen, wissen sie meist gar nicht,
wie man die Kleidung eigentlich trägt. "Tatsächlich ziehen viele
Männer die Lederhosen erst einmal verkehrt herum an", erzählt Jobst.

Diese Erfahrung hat auch Waltraud Breuer in ihrem Kostümverleih
gemacht. Das ganze Jahr über verleiht sie Brautmoden, Abendmoden und Kostüme, doch im September und Oktober sind auch bei ihr in erster Linie Lederhose und Dirndl gefragt. "Gestern hat eine Firma
beispielsweise 60 Trachten für einen bayerischen Abend geordert",
sagt Breuer. Momentan habe sie deshalb mehr als 400 Trachten im
Angebot - vom historischen Miesbacher-Dirndl mit aufwendigen
Stickmustern bis zum modernen Mini-Kleid.

"In Normalfall leiht man es am ersten Tag aus, geht am zweiten Tag
auf die Wiesn und bringt es am dritten zurück", erklärt Waltraud
Breuer. Für drei Tage werden dann zwischen 40 und 180 Euro fällig.
Nach ihrem Einsatz im Festzelt muss die Tracht dann erst einmal
gründlich gewaschen werden, denn da kann es schon mal vorkommen, dass die Lederhosen watschelnass sind, erzählt Breuer. Das sei ihr allerdings immer noch lieber als vollkommen saubere Kleidung, denn da fragt man sich schon mal, ob die überhaupt Spaß auf der Wiesn hatten, sagt die Geschäftsführerin.

Daniela Jobst wundert sich manchmal über die Kundschaft: Ein
Dirndl zu leihen, lohnt sich eigentlich kaum, denn die kann man
inzwischen schon recht billig kaufen. Am besten gingen bei ihr
deswegen Lederhosen: "Am Samstag haben wir eine ganze
Fußball-Mannschaft aus Hamburg passend eingekleidet", erzählt Jobst.
Weil kein Platz mehr im kleinen Laden war, haben sich die Herren eben
spontan auf der Straße umgezogen.

Auch Marc Heinrich und Pascal Appel aus Stuttgart wollten ihre
Hosen zunächst leihen. Doch bei ihrer allerersten Anprobe einer
Lederhose passten sie dann doch so gut, dass die beiden Schwaben sie gleich kaufen. Vollbeladen verlassen sie den Laden, denn die Hose
alleine reicht nicht. "Bei den Herren gehören ja auch Haferlschuhe,
Strümpfe, Gamsbart und der Trachtenjanker zu einer ordentlichen
Tracht", weiß Kostümverleiherin Breuer. "Das ist für uns wie
Karneval", freuen sich die beiden Stuttgarter.

Damit die Wiesn-Besucher die Tracht nach dem feucht-fröhlichen
Vergnügen auch wieder zurückbringen, müssen sie bei Daniela Jobst
eine Kaution hinterlegen. "Unsere Kunden können aber direkt nach dem Kauf auf die Wiesn und ihre eigenen Klamotten bei uns lassen - damit ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie danach auch
wiederkommen", erzählt Jobst.

Neben ihr steht Olaf Joergensen und fühlt sich sichtlich wohl in
seiner neuen Hose. "Ob ich die Lederhose nach dem Wiesnbesuch dann kaufe, hängt wohl davon ab, wie viel Bier ich getrunken hab",
versichert der 23-jährige Däne. Denn tatsächlich beobachtet auch
Waltraud Breuer seit einigen Jahren viele Kunden, die nach dem
Wiesn-Besuch so begeistert sind, dass sie ihre geliehenen Klamotten
dann direkt kaufen. "So mancher lernt in der geliehenen Tracht
nämlich die Liebe seines Lebens kennen und will die Tracht deswegen
gar nicht mehr hergeben", erzählt Breuer.

(Redaktion)


 


 

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