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Porsche/Volkswagen

Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen überschattet 100-Jahr-Feier bei Audi

Der Machtkampf zwischen Europas größtem Autohersteller Volkswagen und seinem hochverschuldeten Mehrheitsaktionär Porsche wird am Donnerstag die Feier zum 100. Geburtstag der VW-Tochter Audi in Ingolstadt überschatten. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Audi-Chef Rupert Stadler und dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn werden dort auch die Hauptstreithähne in dem Konflikt, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech erwartet, wie ein Audi-Sprecher am Mittwoch sagte.

Porsche hält derzeit rund 51 Prozent an VW, hat sich bei der Übernahme allerdings verhoben und leidet nun unter rund neun Milliarden Euro Schulden. Über Hilfe wird derzeit mit dem Emirat Katar verhandelt, das angeblich mit sieben Milliarden Euro bei Porsche einsteigen will. Am Wochenende hieß es noch, bis zum Audi-Geburtstag müsse der Konflikt gelöst sein. Doch ein Treffen der
Eigentümerfamilien des Sportwagenkonzerns, Porsche und Piech, am Sonntag in Salzburg brachte offenbar noch keine Lösung.

Durch einen Einstieg Katars könnte Porsche wahrscheinlich eigenständig bleiben. Wenn die Familien Porsche und Piech dem zustimmen, wäre das ein Befreiungsschlag für den Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wiedeking. Sein Gegenspieler, VW-Aufsichtsratschef Piech, sträubt sich aber mit aller Kraft dagegen und will, dass VW knapp die Hälfte an Porsche übernimmt.

In dem Machtkampf der beiden Autokonzerne lieferten sich zuletzt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), dessen Land mit rund 20 Prozent zweitgrößter VW- Aktionär ist, und Porsche-Betriebsratschef und Aufsichtsratsvize Uwe Hück, einen heftigen Streit. Wulff wies am Mittwoch Vorwürfe Hücks zurück, Porsche finanziell in die Enge treiben zu wollen. "Uwe Hück fürchtet offenbar um Privilegien. Anders lassen sich seine Polemik und seine unwahren Behauptungen kaum erklären", teilte ein Sprecher Wulffs mit.

Hück hatte Wulff zuvor vorgeworfen, seit Monaten bei diversen deutschen Banken massiv darauf gedrängt zu haben, keine Kredite an Porsche zu vergeben. "Wulff hat das sogar gegenüber einem Mitglied unserer Eigentümerfamilien erklärt. Dafür gibt es Zeugen", sagte Hück "Focus Online". Dieses Verhalten sei "unanständig, unverantwortlich und für einen Politiker völlig unglaubwürdig".

Auf einer Betriebsversammlung machte Hück deutlich, dass der Konzernbetriebsrat "bis zum Äußersten" für eine Eigenständigkeit Porsches kämpfen werde. Hück sprach sich zudem für den Einstieg eines externen Investors bei Porsche aus, für den der Vorstand des Unternehmens ein tragfähiges Konzept ausgearbeitet habe. Er erwartet von den Familien Porsche und Piëch, dass sie sich an einer Kapitalerhöhung beteiligen, um die finanzielle Basis von Porsche zu stärken. Er verwies zudem darauf, dass ein Verkauf von Porsche an VW auch VW schädigen würde. "Ein Einstieg von VW würde am Ende für beide Belegschaften Nachteile bringen", sagte er.

Unterdessen berichtete Bild.de, dass im Machtkampf zwischen Porsche und VW womöglich doch schon eine Entscheidung gefallen ist. Wie das Internetportal unter Berufung auf Informationen aus Konzernkreisen meldet, wird der Porsche- Aufsichtsrat auf seiner außerordentlichen Sitzung am 23. Juli lediglich über das Angebot des Wüstenstaats Katar abstimmen. Das Konzept von VW, sich mit 49,9 Prozent an Porsche zu beteiligen, stehe vorläufig nicht mehr zur
Entscheidung. Ein Porsche-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht
äußern.

(Redaktion)


 


 

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