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Der kleine Workaholic

Marathon für Router...

24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr online – häufig Alltag für einen Router. Das Herzstück jeder Vernetzung avanciert damit zum Dauerläufer und heimlichen Stromräuber. Ein Heimnetzwerk verschlingt heute schon so viel Strom wie ein effizienter Kühlschrank.

Kostenfalle Flaterate

Die Werbung verspricht: Nur einmal pro Monat zahlen und dann zeitlich unbegrenzten Surfspaß genießen. Der Flaterate sei Dank. Doch die beworbene Grenzenlosigkeit hat auch eine Schattenseite. Das Problem: Der Rechner geht nach dem Surfen schlafen. Aber der Router? Vergessen, missachtet und allein gelassen, bleibt er oft die ganze Nacht über am Netz. Noch grausamer: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Den Marathon des kleinen Workaholics darf der Nutzer später finanzieren – in Form der Stromrechnung: bis zu 100 Euro in sechs Jahren.

Klassiker Kabel

Um Daten aus dem Netz auf mehrere Computer ins Heimnetzwerk zu holen, ist die Übertragung über einen Router notwendig. Dafür stehen diverse Techniken zur Verfügung. Klassisch, funktional, schnell und recht sicher ist der Anschluss über ein Netzwerkkabel. Die Eleganz schwindet jedoch mit Zunahme der Rechner und Entfernungen. Das Resultat: Kabel über Kabel.

Funknetzwerk WLan

Eine Alternative zum kabelgebundenen Ethernet ist das Funknetzwerk, auch WLan genannt. Vorteil: Kaum Kabel und flexibles Einloggen aus nahezu allen Bereichen der Wohnung – sofern das Netz das zulässt. Mit zunehmender Entfernung – Zimmerwände und -decken haben die gleiche Wirkung – reduziert sich allerdings der Datenfluss. Im schlimmsten Fall kommt keine Verbindung zustande. Problematisch: Alle Verbindungen müssen sich eine Geschwindigkeit teilen. Das heißt, je mehr Rechner mit dem WLan-Router Daten austauschen, desto langsamer wird jede einzelne Verbindung.

Powerline-Technik

Eine weitere Alternative ist die Powerline-Technik: Mit Hilfe von Adaptern für die Steckdose erfolgt hier der Datentransfer über die heimische Stromleitung. Das ist besonders sinnvoll über längere Distanzen. Nachteile: Die Übertragungsraten liegen meist deutlich unter den von den Herstellern beworbenen Werten und die Sicherheit lässt zu Wünschen übrig. So müssen alle Geräte standardkonform das gleiche voreingestellte Passwort haben. Bleibt das aber unverändert, kann sich auch der Nachbar mühelos ins Netzwerk einklinken.

Sparsam mit Modem

Am günstigsten surft es sich über die WLan-Router von AVM und T-Home. Vorteil beider Modelle: ein Modem ist bereits integriert. Alle anderen Geräte benötigen für den Internetzugang ein externes Modem. So ist zum Beispiel LevelOne mit Stromkosten von 43 Euro in sechs Jahren scheinbar sparsam. Doch für ein separates Modem kommen noch einmal rund 50 Euro an Stromkosten hinzu. Macht knapp 100 Euro. In der Tabelle Stromverbrauch PC-Heimvernetzung begnügt sich die AVM-Box mit Stromkosten von 62 Euro in sechs Jahren. Mit dem Router von T-Home fallen 74 Euro an. Gegenüber dem Vortest vom März 2005 sind die WLan-Sets deutlich sparsamer geworden. Noch 2005 verursachten sie im Schnitt 15 Euro an Stromkosten pro Jahr. Die aktuellen Geräte begnügen sich jährlich mit 10 Euro.

Teurer mit Powerline und Kombigeräten

Deutlich teurer ist der Spaß über die Stromleitung. Denn neben einem separaten Modem benötigen auch die Adapterpaare Strom. Pro Adapterpaar sind das etwa 5 Watt. Das reicht aber nur für einen Rechner. Kommen weitere Computer hinzu, sind zusätzliche Adapter nötig. Je mehr Adapter zum Einsatz kommen, desto höher ist auch der Stromverbrauch. Und die Kombigeräte, die Daten sowohl per Stromnetz als auch per Funk übertragen? Sind zwar vielseitiger, aber nicht unbedingt sparsamer. Ihr Verbrauch liegt für Kombigerät und Adapter zusammen bei circa 9 Watt. Das Dilemma der Kombis: Beide getesteten Modelle brauchen Zusatzgeräte. Devolo für das Heimnetzwerk einen Router und Zyxel für das Internet mindestens ein DSL-Modem. Das sind nochmals 4 bis 5 Watt obendrauf. Doch schon ohne die Zusatzgeräte summieren sich die Stromkosten bei den Kombigeräten. Im sechsjährigen Dauereinsatz kommen so fast 100 Euro zusammen. Das ist etwa genauso viel Strom wie ein moderner und effizienter Kühlschrank ohne Gefrierfach benötigt.

Extra Kosten beim Surfen?

Die Stiftung Warentest hat auch den Stromverbrauch der Geräte während und 30 Minuten nach der Datenübertragung gemessen. Überraschendes Ergebnis: Der aktive Datentransfer vom Internet auf den heimischen Rechner erhöht den Stromverbrauch der Geräte nur marginal. Im Schnitt sind das 0,3 bis 0,8 Watt.

Vorgehensweise

Im Vergleich: Sieben WLan-Router, drei Powerline-Adapterpaare und zwei Powerline- und WLan-Kombigeräte. Aus den Stromverbrauchswerten aller getesteten Geräte des Tests August 2009 errechneten die Tester den Stromverbrauch für ein Jahr. Dabei legten sie ein einheitliches und realistisches Nutzungsszenario zugrunde. Für die Berechnung der Stromkosten flossen ein Preis von 20 Cent je Kilowattstunde und eine durchschnittliche Nutzungszeit von sechs Jahren in die Kalkulation ein.

Vollständige Testergebnisse

Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestandteil der Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums. Der Schwerpunkt der Kampagne zielt auf den Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Testergebnisse zur Heimvernetzung finden Sie im Test 8/2009. Informationen zu anderen aufbereiteten Produktkategorien finden auf der Startseite Spargeräte der Klimaschutzkampagne.

(Redaktion)


 


 

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