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Verkehrspolitik

Von der Rettung des Nürnberger Flughafens

Die Krise des Airports hält an. Die Zahlen sind rot und die immer noch hohen Verbindlichkeiten erschweren die Lage weiter. Mit einer groß angelegten Flughafen-Konferenz wollte Finanzminister Markus Söder neue Strategien finden.

Im Dezember vergangen Jahres berief Söder für Februar eine „Flughafen-Konferenz“ ein. Schon im Vorfeld stellten sich Beobachter die Frage, welche neuen Erkenntnisse die Konferenz nach den intensiven Debatten im Aufsichtsrat seit Mitte 2011, einem Gutachten externer Berater sowie dem Beschluss über ein Sanierungs-Konzept bis 2017 noch bringen soll.

Söder hatte am vergangenen Freitag eine „einträchtige Runde“ aus Staat , Stadt und Wirtschaft zusammengestellt, wie er in seiner anschließenden Pressekonferenz betonte. Auf politische Gegner wie Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und SPD-Partei- und Fraktionschef Christan Vogel verzichtete er, obwohl sie beide dem Flughafen-Aufsichtsrat angehören. Ebenso fehlte auf Söders Gästeliste der Aufsichtsratsvorsitzende und CSU-interne Kontrahent Innenminister Joachim Herrmann. „Das sollte ja keine geschlossenen Sitzung wie im Aufsichtsrat sein, sondern eine offene Runde,“ kommentierte Söder sein Vorgehen. Auf dem Podium durften neben dem Finanzminister die Wirtschafts-Staatssekretärin Katja Hessel (FDP), der Nürnberger Wirtschaftreferent Michael Fraas (CSU) und IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch Platz nehmen.

Gemeinsam wolle die Runde erst einmal ein „Leitbild“ für den Flughafen entwickeln, wie der Minister versprach. Die Eckpunkte bilden dabei bekannte Ideen wie die Realisierung des längst geplanten Business-Centers oder ein neuer Kongress-Standort der Messe. Die Politiker versprechen sich davon einen Passagierzuwachs. Ein weiteres strategisches Ziel ist die Intensivierung des Frachtverkehrs zwischen dem Hafen im Süden Nürnbergs und dem Flughafen im Norden. Dennoch solle der Nürnberger Flughafen kein „Frachtflughafen“ werden, wie Hessel auf Nachfrage der Bürgerinitiative gegen die Nordanbindung des Nürnberger Flughafens entgegnete. Die Initiative hatte sich gemeinsam mit dem Bund Naturschutz eine Teilnahme an der Konferenz erkämpft, nachdem auch sie sich nicht auf Söders Gästeliste fanden.

Weiter ausgebaut werden soll auch der Anteil der Touristen, die mit dem Flugzeug nach Nürnberg kommen. Wirtschafsreferent Fraas sieht hier zum Beispiel Potential bei den Besuchern von Flusskreuzfahrten, die Nürnberg als Abfahrts- oder Anlegepunkt wählen. Den Bau der Nordanbindung sieht er als unerlässlich. Dagegen hielt die Bürgerinitiative, der Flughafen sei bestens und staufrei zu erreichen. Lötzsch sieht aufgrund der Exportquote der fränkischen Wirtschaft von 50 Prozent eine Notwendigkeit für mehr Flüge in (ost-)europäische Städte. Allerdings spricht der Trend der Airlines zur Konzentration auf große Flughäfen und Maschinen gegen diese Strategie. Laut Söder wolle Air Berlin verstärkt mit dem Nürnberger Flughafen zusammenarbeiten, allerdings sei der Umfang der Kollaboration noch offen.

Nach der erkenntnisarmen Konferenz, die laut Söder zu einem „dauerhaften Flughafen-Forum“ ausgebaut werden soll, freute sich Airport-Geschäftsführer Karl-Heinz Krüger dennoch dass „alle an einem Strang ziehen“ und prophezeite für das Jahr 2016 wieder schwarze Zahlen. Nach der Konferenz hofft er jedoch erst einmal auf etwas Ruhe.

(Redaktion)


 


 

Markus Söder
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