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Online-Studium

"Das Stirnrunzeln meiner Studenten kann ich nun nicht mehr sehen"

Dank neuer Kommunikationstechniken können sich Fernstudierende am Bildschirm fast wie im Hörsaal fühlen und bestimmte Lerneinheiten alleine oder gemeinsam mit ihren Kommilitonen und Dozenten bearbeiten. Das System bietet neben Vor- und Nachteilen, vor allem aber eines: enorme Zeitersparnis.

Mittlerweile haben auch an der Business School fast alle Open University-Kurse eine Online-Komponente. In YouTube hat die Hochschule rund 650 verschiedene Videos mit Lern- und Forschungsinhalten veröffentlicht, die weit über 2,3 Millionen Mal genutzt wurden. In iTunes waren 10 Millionen Downloads zu verzeichnen, so das die OU zu den größten Anbietern für kostenlose Lernmaterialien über das iTunesU-Uni-Portal zählt. In Facebook hat die Open University (OU) ebenfalls eine offizielle Seite mit mehr als 20.000 Fans und 500 Diskussionsrunden. Hier in Facebook können sich Studenten, die den gleichen Kurs besuchen, austauschen, obwohl der eine vielleicht in London und der andere in München ist. Mit Twitter (4.500 OU-Mitglieder) posten sich Studenten kurze Tipps oder verschicken Web-Links.

 „Wie bei allen Lehrmethoden gibt es vom pädagogischen Standpunkt aus ein Für und Wieder“, sagt Alan Davidson, Open University Business School Senior Lecturer. Als einen großen Vorteil sieht Davidson die Möglichkeit, bei seinem Unterricht Mimik und Gestik einsetzen zu können und so den Face-to-Face Charakter eines Präsenzseminars nachzuahmen. Je größer die Lerngruppe ist, desto gefährlicher sei es allerdings, in einen Frontalunterricht abzugleiten, meint der Dozent, der ein Tutorium zum MBA-Kurs „Financial Strategy“ über das Konferenzsystem Elluminate für deutsche MBA-Studenten hält. „Das Stirnrunzeln meiner Studenten kann ich leider nicht sehen“, schmunzelt Alan Davidson.

Ihre Tutoren-Kollegin Iris Wunder leitet aus Süddeutschland für die Open University Business School Studenten den „Professional Certficate in Management“-Kurs mit Hilfe von Elluminate. Im Gegensatz zu ihren Kollegen schaltet sie oft die Kamera aus. „Viele vergleichen das Bild mit dem heimischen Ikea-Schrank und sind dadurch abgelenkt“, sagt Iris Wunder. Sie hat durchgehend positive Erfahrungen mit dem Konferenzsystem gemacht. Auch ihre Studenten sind fast alle berufstätig, haben wenig Zeit für Präsenzveranstaltungen und schätzen die Alternative, im virtuellen Hörsaal zusammen mit anderen zu lernen. Für einige, die es aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht schaffen, an den OU-Tutoriengruppen in Deutschland teilzunehmen, ist es manchmal die einzige Möglichkeit, mit anderen zu lernen und sich auszutauschen, entgegnet Iris Wunder

Dr. Tanneke Laffargue-Haak, Pharmazeutin im Europäischen Patentamt (EPO) in München und MBA-Studentin von Alan Davidson, gibt aber zu bedenken: „Das virtuelle Seminar darf die persönlichen Treffen nicht völlig ersetzen. Es stellt ein sinnvolles, ergänzendes Lernmedium dar, das gleichberechtigt neben den anderen Lern- und Austauschmöglichkeiten im MBA-Fernstudium steht und auch zur Vorbereitung der Residential Schools im Ausland gut genutzt werden kann“. Im OU-MBA ginge es schließlich primär darum, dass Führungskräfte die menschliche Seite des Change-Managements nicht außer Acht lassen, resümiert Dr. Laffargue-Haak ihre Sicht.

(Open University Business Schoo)


 


 

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