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McLaren MP4-12 C Spider

Das erste Cabrio mit echten Formel-1-Genen

Ende August 2013 erhielten wir von business-on.de die Anfrage, ob wir von der Redaktion den McLaren MP4-12 C Spider ausführlich testen wollten. Keine Frage! Schließlich wird man diesen Supersportwagen voraussichtlich nicht allzu oft auf deutschen Straßen antreffen.

Als ich mich für die Testfahrt vorbereitete und mir die technischen Daten durchlas, trieb es mir ein wenig die Schweißperlen auf die Stirn: 625 PS aus einem turboaufgeladenen V8-Zylinder. In Kombination mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe soll es den Supersportwagen von 0 auf 100km/Stunde in nur 3.1 Sekunden beschleunigen und weitere 6 Sekunden später soll auch schon die 200 Stundenkilometer-Marke geknackt sein. Bei 328 km/Stunde wäre dann laut Datenblatt die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Wie bereitet man sich darauf vor, den Teufel zu reiten?

Auf dem Weg zum McLaren Händler in München wurde mir klar, dass dies kein einfacher Testtag werden würde. Das Wetter war für diese Jahreszeit außergewöhnlich kühl und die Straßen leicht feucht. Keine ideale Bedingung für einen Sportwagen mit Heckantrieb.

Helmut Zöllner von McLaren München und Frank Steffling, PR Manager von McLaren Deutschland, warteten bereits auf mich und nahmen mir die Sorge bezüglich des Wetters: „Der McLaren ist auch bei diesem Wetter bestens eingestellt.“ Sogleich stellte sich für mich eine neue Hürde dar: Der Einstieg in den Supersportler.

Flügeltüren auf, eine kleine Yoga-Verrenkung über den breiten Schweller und schon saß ich hinter einem Sportlenkrad mit Schaltwippen in dem angenehm bequemen Sportsitz.

Mal eben einen V8 aus dem Schlaf wecken

Sind die Sitzposition und Innenspiegel eingestellt, überraschen die Außenspiegel, die greifen soweit nach außen, dass auch noch über die Krümmung des hinteren Radhauses der Verkehr wahrgenommen werden kann.

Die leichtgängige Flügeltür fällt ins Schloss und auf Knopfdruck erwacht der V8 aus dem Schlaf.

Mit sensiblem Gasfuß versuche ich, nicht gleich auf den ersten Metern meinen Führerschein zu verlieren. Dies gelingt mit der eingestellten Getriebeautomatik so gut, dass ich denke, in dem Modus gleich von München nach Köln in einem Stück durchfahrenzu können.

Das elektronische Fahrwerk unterstützt diesen Eindruck um ein vielfaches. Ob Komfort in der Stadt oder harte Abstimmung für Rennstrecke, für jedes Fahrgefühl ist was dabei und dies ist jederzeit per Knopfdruck abrufbar.

Der Motor ist bei offenem Verdeck und runtergelassener Heckscheibe übrigens immer präsent. Das bietet kaum ein anderer Sportwagen und ist zu jeden Zeitpunkt herrlich anzuhören.

Nun geht aus raus aus München und ab auf die A 92 in Richtung Flughafen. Der tägliche Autobahnverkehr bremst noch meinen Drang, den McLaren ausfahren zu können. So langsam denke ich, dass dies auch von meinem Beifahrer Frank Steffling so gewünscht ist, um den Wagen auf den ersten Kilometern erst einmal kennenzulernen. Doch ich sehne mich nach einer freien und trockenen Autobahn.

Mensch, hüte dich vor deinen Wünschen – sie könnten wahr werden!

Meine Wüsche werden kurz hinter Freising erhört. Gleich zwei Mal kurz an den Schaltwippen gezogen und das Doppelkupplungsgetriebe verrichtet sofort seine Arbeit und der Motor zeigt, was in Ihm steckt.

Die Digitalanzeige für die Geschwindigkeit ändert so schnell die Ziffern, dass die 200er-Marke in wenigen Sekunden erreicht ist und der Abstand zu den hinter mir fahrenden Autos so groß wird, dass ich denke, allein auf der Autobahn zu sein.

Ab 3.500 Umdrehungen/Minute bringt der V8 seine komplette Leistung auf die Hinterachse und tobt bis sich hoch bis auf 8.500 Umdrehungen, ohne müde zu werden.

Soundbeispiele im Video

Der Motor im Heck erscheint mir wie ein wildes Tier, welches nach Arbeit und Zähmung giert. Drücke ich den Gasfuß in Richtung des Karbonbodens, wird das Tier sofort geweckt und ist bereit für seine Arbeit.

Der Klang des turboaufgeladenen V8-Motors ist bei geöffnetem Verdeck bis 220 Stundenkilometer schön zu hören und wird erst danach von den Windgeräuschen übertönt. Doch wer will das schon?

Also, ein beherzter Tritt auf die Bremse und die perfekt abgestimmten Karbon-Keramik-Bremsen in dem Testwagen verrichten ihre Arbeit ohne Probleme und drücken die Geschwindigkeit wieder auf ein normales Maß.

Huch, was war das im Rückspiegel? Kurz zeigt sich der Heckspoiler, der in diesem Fall die Bremswirkung stark unterstützt. Dies passiert nicht immer. Nur, wenn es schnell gehen muss.

Nach diversen Hochgeschwindigkeitsfahrten und sportlichen Bremsmanövern zog es mich nun auf die Landstraße.

Hier macht der McLaren MP4-12 C Spider besonderen Spaß. Das Dach auf, den Motorsound im Rücken und beherzt um die Kurven räubern, mit brachial zupackenden Karbon-Keramik-Bremsen, die nie Ihre Wirkung verfehlten.

Man hört ihn bevor man ihn sieht

In jeder Ortschaft war das Auto ein Objekt der Begierde für Hobbyfotografen jeden Alters. Dies mag auch daran liegen, dass man den McLaren zuerst hört, bevor man diesen Supersportwagen zu Gesicht bekommt. Die beiden auf Kniehöhe liegenden Abgasendrohre unterstützen den Klang des Motors auf eine sehr sportliche Weise bei zügigem Fahrstil.

Vor lauter Begeisterung bemerke ich gar nicht, wie mein Co-Pilot uns langsam wieder Richtung München bewegt. Die Testfahrt neigt sich dem Ende entgegen. Ein letztes Mal genieße ich auf der A9 in Richtung München noch die neidischen Blicke der anderen Autofahrer.

Die Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h habe ich heute zwar nicht erreicht, was weder an dem McLaren noch am Wetter lag. Es waren einfach zu viele Autofahrer um uns herum, die diesen unfassbaren Wagen aus der Nähe aus betrachten wollten.

Was bin ich für ein Glückspilz!

(Sascha O. Zöller)


 


 

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