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Metall- und Elektroindustrie

Bayerische M+E-Industrie verharrt in Stagnation

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie hat ihren konjunkturellen Tiefpunkt erreicht, von einer Erholung kann noch nicht gesprochen werden. Sie verharrt im kommenden Halbjahr in Stagnation. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metallarbeitgeberverbände BayME und VBM unter ihren Mitgliedsbetrieben.

„Die Krise dauert an, wir stehen vor einem schweren Jahr 2010“, sagte deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die M+E-Betriebe im Freistaat bewerteten laut Brossardt die aktuelle Geschäftslage zwar nicht mehr ganz so schlecht wie bei der letzten Erhebung im Sommer, als ein Allzeit-Tief gemessen wurde. Bei den Salden aus positiven und negativen Einschätzungen des aktuellen Inlandsgeschäfts (-59 Prozent) und des Auslandsgeschäfts (-62 Prozent) handelt es sich aber immer noch um die zweitschlechtesten Bewertungen seit Umfragebeginn im Jahr 2000.

Die Zukunftserwartungen der Unternehmen seien laut Brossardt zwar wieder deutlich im positiven Bereich, man müsse diese aber in Abhängigkeit von der schlechten aktuellen Lagebeurteilung sehen. Brossardt: „Eine Prognose für die Geschäftslage im Sommer 2010 auf Basis der aktuellen Erwartungen ergibt, dass wir dann immer noch historisch niedrige Werte beim Inlandsgeschäft (-42 Prozent) und Auslandsgeschäft (-30 Prozent) aufweisen werden. Im ersten Halbjahr 2010 wird sich an der Gesamtlage also wenig ändern.“ Dies bestätigen auch die Produktions- und Investitionspläne, die beide per Saldo für das erste Halbjahr 2010 im negativen Bereich liegen. Als „äußerst kritisch“ bezeichnete Brossardt die Ertragslage der Unternehmen. „Im Schnitt kommt man für die Gesamtbranche für 2009 auf eine Nettoumsatzrendite von Null.“ Das habe es in der Nachkriegsgeschichte noch nie gegeben.

Brossardt betont, dass die Betriebe große Anstrengungen unternehmen, um trotz Krise möglichst viele Beschäftigte zu halten. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet er mit einem Wegfall von 40.000 Arbeitsplätzen. „Dies entspricht einem Minus von drei Prozent. Angesichts eines Rückgangs von Produktion und Umsatz um 30 Prozent ist dies äußerst moderat“, sagte Brossardt. Für das erste Halbjahr 2010 planten laut Umfrage nur drei Prozent der Betriebe, zusätzliche Stellen zu schaffen. Jeder zweite Betrieb müsse dagegen Arbeitsplätze abbauen. Brossardt: „Wir gehen von einer Fortsetzung des Beschäftigungsrückgangs in unverändertem Tempo aus. Für das erste Halbjahr 2010 erwarten wir einen weiteren Rückgang um rund 20.000 Stellen.“

(vbw)


 


 

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